Die Aktienbrauerei Kaufbeuren muss sich wirtschaftlich neu aufstellen und hat Insolvenz beantragt. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung erklärt, hat das zuständige Gericht in Aalen (Baden-Württemberg) dem Antrag und einer vorläufigen Eigenverwaltung zugestimmt.
Produktion läuft wie gewohnt weiter
Der Standort in Kaufbeuren stehe nicht zur Disposition, die Brauerei "verbleibt selbstverständlich und unverändert" in Kaufbeuren, der gesamte Braubetrieb sowie die Produktion sollen ohne Einschränkungen weiterlaufen, heißt es. Die Geschäftsleitung sichert in der Mitteilung zu, alle vereinbarten Feste und Veranstaltungen in der Region wie geplant zu versorgen.
Beratungsunternehmen übernimmt Geschäftsführung
Die Verwaltung und die Geschäftsführung wird nach Aalen verlegt. Denn künftig entscheidet der Chef des Beratungsunternehmens "Z management consulting" (ZMC), Volker Zimmerer, als Sanierungsgeschäftsführer über operative, administrative und strategische Fragen. ZMC hat seinen Sitz in Ellwangen. Die Interessen der Gläubiger vertritt Rechtsanwalt Olaf Spiekermann als vorläufiger Sachwalter. Dazu hat ihn das zuständige Insolvenzgericht Aalen bestellt. Die rechtliche und betriebswirtschaftliche Begleitung des Verfahrens übernimmt nach Angaben von ZMC die Kanzlei WHP Rechtsanwälte und Betriebswirte.
Belegschaft wird informiert
Am Mittwoch soll die Belegschaft über den Schritt und die damit verbundenen Folgen informiert werden. Ziel sei, den Betrieb der Brauerei in Kaufbeuren im Zuge des Eigenverwaltungsverfahrens vollständig beizubehalten, gleichzeitig aber grundlegende Restrukturierungsmaßnahmen anzustoßen und potentielle Investoren zu gewinnen. Der Braustandort Kaufbeuren solle langfristig gesichert werden, so laute das Ziel.
84 Menschen arbeiten nach Angaben des Unternehmens aktuell in der Brauerei, ihre Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzausfallgeld für die kommenden drei Monate gesichert. Nach eigener Aussage will ZMC so viele Arbeitsplätze wie möglich am Standort Kaufbeuren erhalten.
Über 700-jährige Brautradition
Es gelte aber, das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen. Für den Erfolg sei man auch auf die privaten und gewerblichen Kunden sowie Partner der Brauerei angewiesen, dass sie "uns weiterhin die Stange halten", so Sanierungsgeschäftsführer Zimmerer.
Die Aktienbrauerei wurde im Jahr 1308 gegründet und kämpft bereits seit etlichen Jahren mit finanziellen Schwierigkeiten. Seit 2013 gehört sie zum britischen Unternehmen Rokit Drinks. Die Hauptversammlung für die Aktionäre der Aktienbrauerei AG soll am 22. Juli in Kaufbeuren stattfinden.
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