Polizeiauto mit eingeschaltetem Blaulicht
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Kaufbeuren: Mordanklage nach Verfolgungsjagd mit der Polizei

Kaufbeuren: Mordanklage nach Verfolgungsjagd mit der Polizei

Auf der Flucht vor der Polizei ist im August in Kaufbeuren ein 21-jähriger Mann mit hoher Geschwindigkeit in ein entgegenkommendes Auto gefahren. Der 20-jährige Fahrer starb. Gegen den Verursacher wurde nun Anklage wegen Mordes erhoben.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Die Staatsanwaltschaft Kempten hat Anklage gegen einen 21-jährigen Mann erhoben. Ihm wird Mord, verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge, vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vorgeworfen.

Verfolgungsjagd mit der Polizei mit bis zu 180 km/h

Am Morgen des 23. August dieses Jahres wollte die Polizei in Neugablonz einen Audi A3 kontrollieren. Als die Polizeibeamten ihn mittels Lichtzeichen zum Anhalten aufforderten, soll der Mann seinen hochmotorisierten Audi A3 stark beschleunigt haben - wahrscheinlich weil er keinen Führerschein hatte. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd mit der Polizei erreichte der Audi Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h. Dabei soll er zunächst beinahe zwei Verkehrsunfälle mit Polizeifahrzeugen verursacht und ein Stoppschild überfahren haben.

Im Bereich des Reifträgerwegs habe er schließlich wegen des hohen Tempos die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, sei auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal in ein entgegenkommendes Auto geprallt.

Ein Toter, zwei Verletzte - Fahrer flüchtet nach Polen

Bei dem Zusammenstoß wurde der 20-jährige Fahrer des entgegenkommenden Wagens getötet, zwei weitere Insassen erlitten Prellungen und Schürfwunden. Nach dem Aufprall stieg der Unfallverursacher unverletzt aus seinem Fahrzeug und flüchtete zu Fuß von der Unfallstelle.

Im Rahmen einer internationalen Fahndung konnte er Anfang September 2025 in Polen festgenommen und Ende Oktober nach Deutschland ausgeliefert werden. Seither sitzt der deutsch-ukrainische Staatsangehörige in Untersuchungshaft.

Anklage wegen Mordes

Der Mann wurde wegen Mordverdachts, des verbotenen Kraftfahrzeugrennens mit Todesfolge, der Körperverletzung und weiterer Straftaten angeklagt. Laut Staatsanwaltschaft Kempten habe der Beschuldigte billigend in Kauf genommen, mit seiner Fahrweise einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang für andere Verkehrsteilnehmer zu riskieren, um so einer Strafe wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu entgehen. Einen glimpflichen Ausgang hätte er aufgrund der massiv überhöhten Geschwindigkeit nicht mehr erwarten dürfen.

Der Beschuldigte hat sich laut Anklage bislang noch nicht zum Tatvorwurf geäußert. Ihren Tatverdacht stützt die Staatsanwaltschaft eigenen Angaben zufolge unter anderem auf Zeugenaussagen und das Ergebnis mehrerer Sachverständigengutachten.

Nun muss das Landgericht Kempten über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

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