(Symbolbild) Ein Böller explodiert bei einer Vorführung der Berliner Feuerwehr in der Hand einer Puppe
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(Symbolbild) Die Gefahren an Silvester sind gerade beim Zünden von Böllern enorm hoch, schwere Verletzungen können die Folge sein.
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(Symbolbild) Die Gefahren an Silvester sind gerade beim Zünden von Böllern enorm hoch, schwere Verletzungen können die Folge sein.

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Krankenhäuser bereiten sich auf Silvester vor

Krankenhäuser bereiten sich auf Silvester vor

Wo es knallt und wo gefeiert wird, passieren auch viele Unfälle – insbesondere mit Böllern. Für die Silvesternacht müssen die Rettungsdienste und die Krankenhäuser mehr Kapazitäten einplanen. Das zeigt die Erfahrung der vergangenen Jahre.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Für die Rettungsdienste in Bayern ist die Silvesternacht die arbeitsreichste des Jahres. Allein vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) werden in einer durchschnittlichen Silvesternacht zwischen 18 und sechs Uhr am Neujahrstag etwa 1.500 Rettungswageneinsätze gefahren. Zwischen 23 und ein Uhr rückt sogar im Schnitt alle 20 Sekunden ein Rettungswagen des BRK zu einem Notfalleinsatz aus. Diese Zahlen wurden beim Jahreswechsel 2022/23 ermittelt.

Die allermeisten Einsätze gibt es in den bayerischen Ballungsräumen. Auch in den Integrierten Leitstellen stammen die meisten Notrufe aus größeren Städten. In ländlichen Regionen kann die Silvesternacht oft vergleichsweise ruhig bleiben. Aus dieser Erfahrung heraus stimmen sich die zuständigen Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehreinsätze regional ab. In Nürnberg zum Beispiel werden in der letzten Nacht des Jahres mindestens 14 Rettungswagen vorgehalten, doppelt so viele wie in normalen Nächten.

Viele Verletzte kommen in den Kliniken an

In ganz Bayern wissen die Mitarbeiter der Krankenhäuser, was sie an diesem Abend und am Tag danach erwartet: viele Patienten, viele Notfälle, viel Arbeit. So geht man auch an den Unikliniken in Würzburg davon aus, dass wieder deutlich mehr Patienten in der Silvesternacht kommen. Deshalb wird das pflegerische und ärztliche Personal aufgestockt.

Die Erfahrungen in Würzburg aus den vergangenen Jahren zeigen: In die Krankenhäuser werden zahlreiche Menschen eingeliefert, die sich mit Feuerwerk verletzt, sich Sektkorken ins Auge geknallt oder sich nach übermäßigem Alkoholgenuss bei einem Sturz verletzt hatten. Ebenso müssen zahlreiche Knalltraumata behandelt werden.

Auch im Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg werden die Schnittverletzungen, Brüche und Alkoholvergiftungen von zusätzlichen Kräften versorgt, erklärt die leitende Oberärztin der Notaufnahme, Désirée Decking-Ott: "Mehr Personal halten wir dann in der Nachtschicht, sprich ab 21 Uhr. Da kommen einige Patienten und dann kommt natürlich der große Schwung noch mal nach Mitternacht – so um zwei Uhr, drei Uhr in der Nacht, bis in die frühen Morgenstunden."

Mehr als 500 Menschen jährlich wegen Böllern im Krankenhaus

Eine ausführliche Auswertung hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) veröffentlicht: Demnach lag die Anzahl der Krankenhausaufnahmen aufgrund von typischen Feuerwerksverletzungen an Neujahr in den vergangenen zehn Jahren bei durchschnittlich rund 530 Fällen in ganz Deutschland. In die Auswertung einbezogen wurden Verletzungen der Hand, der Augen, am Kopf, an den Ohren, sowie Verbrennungen des Kopfes und des Halses.

Die Ergebnisse aus den AOK-Abrechnungsdaten wurden auf die bundesweite Bevölkerung hochgerechnet. Nicht miteingerechnet sind dabei Verletzungen durch Pyrotechnik, die ambulant versorgt werden mussten, häufig in den Notfallaufnahmen von Krankenhäusern.

Wiederkehrende Nachrichten

Am Neujahrsmorgen 2024 starb in Eschlkam im Landkreis Cham ein 18-Jähriger an seinen schweren Verletzungen durch einen Böller. Der junge Mann hatte ihn in einem Kunststoffrohr explodieren lassen. Schlagzeilen, die sich jährlich wiederholen. Auch am Neujahrstag 2025 lautete die traurige Bilanz bundesweit: fünf Tote durch Unfälle mit Feuerwerkskörpern – größtenteils jüngere Menschen und häufig mit selbstgebauten oder illegalen Böllern.

Kein sorgloser Umgang mit gefährlichen Böllern

Um einem unliebsamen Besuch im Krankenhaus vorzubeugen, hat die Uniklinik Würzburg zu einem bewussteren Umgang mit Feuerwerk und Alkohol in der Silvesternacht gemahnt. Es sollte immer nur zugelassenes Feuerwerk verwendet und auch mit diesem besonders umsichtig umgegangen werden. Das Ärzte-Team empfiehlt, Blindgänger nicht erneut anzuzünden, sich nicht über abgebranntes Feuerwerk zu beugen und idealerweise Gehörschutz zu tragen. Auf keinen Fall sollten Alkoholkonsum und Feuerwerk kombiniert werden.

Im Video: Warnung vor illegalen Böllern

Feuerwerkskörper: Warnung vor illegalen Böllern
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Feuerwerkskörper: Warnung vor illegalen Böllern

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