Zum ersten Mal hat auch München ein zentrales Silvester-Event im Herzen der Stadt. Die sogenannte Silvestermeile für zahlende Besucherinnen und Besucher wird von einem privaten Veranstalter organisiert. Der ist in den letzten Zügen der Vorbereitungen für Lichtshow, Konzerte und Streetfood-Stände. Die Münchner Polizei wird auch an diesem Jahreswechsel mit mehr Kräften als üblich im Stadtgebiet sein.
Silvester am Siegestor: Tickets für 40 Euro
Die bunten Laser strahlen vom Siegestor kilometerweit über die Innenstadt, auf der Ludwigskirche funkeln Sterne – die Lichtshows funktionieren schon mal. Austern und Champagner stehen kalt. Jetzt warten die Veranstalter der Silvestermeile nur noch auf die Besucher – 20.000 werden es im besten Fall.
4.000 Tickets sind noch an der Abendkasse übrig. Die Eintrittskarten kosten 40 Euro. Dafür ist eine große Bandbreite an Konzerten geboten – so zum Beispiel die Münchner Bands "Moop Mama" und "Oh Theia", Hip-Hop-DJs des Crux Clubs, Orgel-Konzerte und der Auftritt der schwulen Volkstanzgruppe "Schwuhplattler".
Viele der erwarteten Besucher würden eigens für die Licht- und Soundshow anreisen, sagt Veranstalter Alexander Wolfrum. "Wir wissen, dass ungefähr 55 Prozent der Ticketkäufer nicht aus München kommen, so zum Beispiel aus dem Umland. Und etwa zwölf Prozent der Besucher sind bislang Touristen aus dem Ausland", so Wolfrum.
Sicher vor Böllern und Feuerwerk
Für die Silvestermeile wurde ein 37.000 Quadratmeter großes Areal mitten in Schwabing abgesperrt. Dort wird man wohl vor Böllern besonders sicher sein, denn an den Eingängen gibt es Taschenkontrollen. Erlaubt sind nur kleine Taschen, keine Pyrotechnik und keine Flaschen. Etwa ein Drittel des Budgets hat die Eventagentur, die die Meile geplant hat, für Sicherheit ausgegeben, sagt Veranstalter Alexander Wolfrum.
Das Vorhaben "Silvestermeile" geht auf eine Initiative der Stadt München zurück, die aufgrund des Böllerverbots in der Innenstadt nach Alternativen in einem sicheren Rahmen suchte. Auch Gäste von außerhalb würde das Wirtschaftsreferat über Silvester gerne damit anlocken.
Die Arbeit der Münchner Polizei würde die neue Silvestermeile aber weder entlasten noch verstärken, sagte ein Sprecher dem BR. "Wo viele Menschen zusammenkommen, werden wir automatisch präsent sein," so der Polizeisprecher. In der Fußgängerzone der Münchner Altstadt gilt ohnehin ein vollständiges Feuerwerksverbot, auch das Mitführen von Pyrotechnik ist nicht erlaubt. Innerhalb des Mittleren Rings darf kein Feuerwerk mit ausschließlicher Knallwirkung gezündet werden.
Feuerwerksverbot um Tierpark Hellabrunn
Neu zum diesjährigen Jahreswechsel ist ein Feuerwerksverbot rund um den Tierpark Hellabrunn. Die Inspektionen sind mit allen verfügbaren Streifen unterwegs, zusätzlich halten sich Unterstützungskräfte der Einsatzhundertschaften im Stadtgebiet auf. Sie können innerhalb kürzester Zeit zu sich anbahnenden Brennpunkten verlagert werden.
Wer Pyrotechnik gegen Menschen oder Fahrzeuge einsetzt, macht sich strafbar, betont ein Polizeisprecher. Vor einem Jahr verzeichnete die Münchner Polizei rund 700 Einsätze mit Silvesterbezug. In den meisten Fällen ging es um Ruhestörung, falschen Umgang mit Feuerwerk und Körperverletzung.
Silvestermeile mit Lichtinstallationen
Die gesamte 800-Meter-lange Silvestermeile auf der Ludwigstraße wird von Installationskünstler Matthias Singer beleuchtet. Auf der Fassade der LMU ist eine besonders farbenfrohe Lichtshow zu sehen. Hierfür hat Künstler Benjamin Jantzen KI-generierte Szenen aus bayerischen Traditionen, wie etwa dem Treiben in einem Biergarten, erstellt.
In dem Silverster-Areal können Besucher Essen kaufen - von Austern bis Weißwurst - und Getränke. Sechs Euro kostet etwa ein Bier mit 0,4 Litern. Mit etwa Minus sieben Grad um Mitternacht seien die Temperaturen zwar nicht ganz optimal, sagt Veranstalter Alexander Wolfrum. Doch dann könne man zwischendrin auch einem der Konzerte in der Ludwigskirche lauschen.
Im Video: Innenminister Hermann besucht Rettungskräfte in Erlangen
Bayerns Rettungskräfte kümmern sich um die Sicherheit, auch an Silvester. Innenminister Joachim Herrmann hat heute einige in Erlangen besucht.
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