Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk stößt in diesem Jahr wieder auf großes Interesse. Vor mehreren Discountern, unter anderem in München-Trudering, bildeten sich bereits am frühen Morgen lange Schlangen. Teilweise warteten mehr als 100 Menschen über eine Stunde in der Kälte, um Raketen, Batterien und Böller zu kaufen. Ähnliche Szenen gab es auch vor weiteren Filialen, die später öffneten.
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Sonderverkaufsflächen schnell leergeräumt
Nach dem Öffnen der Läden steuerten viele Kunden gezielt die Sonderverkaufsflächen an. Besonders gefragt waren günstige Großpackungen. Bereits nach wenigen Minuten waren einzelne Verkaufstische deutlich leerer, Mitarbeitende füllten aus dem Lager nach. In den Warteschlangen standen Menschen aller Altersgruppen, darunter viele junge Erwachsene, aber auch Familien mit Kindern und ältere Menschen.
Öffentliche Debatte rund ums Böllern
Nach Einschätzung eines Supermarktmitarbeiters, der anonym bleiben möchte, trägt auch die öffentliche Debatte über mögliche Einschränkungen von privatem Feuerwerk zur hohen Nachfrage bei. Einige Kundinnen und Kunden äußerten gegenüber BR24, sie wollten die Tradition des Feuerwerks bewusst weiter pflegen. Andere betonten, dass sie beim Böllern auf Regeln und Rücksicht achten wollten.
Handelsverband Bayern erwartet erneut Rekord-Umsatz beim Feuerwerkverkauf
Böllern zu Silvester scheint in Bayern immer beliebter zu werden. Laut Prognose des Handelsverbandes Bayern steigt der Umsatz mit Feuerwerk auf rund 35 Millionen Euro. Das ist ein neuer Rekord und zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr, so Verbandssprecher Bernd Ohlmann. Waren die Bayerinnen und Bayern beim Einkauf von Weihnachtsgeschenken noch zurückhaltend, schlagen sie beim Feuerwerkkauf zu. "Die Devise ist auch dieses Jahr: Jetzt erst recht! Die Menschen wollen die Krise sozusagen wegballern. Und wer Geld für Feuerwerk ausgibt, ist in diesem Jahr bereit, noch mehr auszugeben."
Hohe Sicherheitsvorschriften bei Verkauf und Lagern von Feuerwerk in Läden
Gefragt sind laut dem Handelsverband Bayern wie in den Jahren zuvor spektakuläre Batteriefeuerwerke und Familienkomplettsortimente. Mehr als die Hälfte der Silvesterfeuerwerke verkauft der bayerische Einzelhandel über Discounter, rund ein Drittel läuft über Supermärkte. Den Rest teilen sich Bau- und Drogeriemärkte, so der Verbandssprecher. Alle Läden müssten beim Lagern und Verkauf von Feuerwerk hohe Sicherheitsauflagen erfüllen. So dürfe nur eine bestimmte Menge an Böllern, Batterien und Raketen im Laden liegen.
"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: Dies gilt beim Feuerwerksverkauf nur bedingt", sagt Bernd Ohlmann. Denn da die Einzelhändler die Höchstmengen beachten müssen, können sie den Kunden nur eine bestimmte Anzahl von Raketen und Batteriefeuerwerken im Verkaufsraum anbieten. "Sind die Regale leer, werden diese wieder aus dem Lagerraum aufgefüllt. Natürlich nur, solange der Vorrat reicht."
Bei Kauf von Böllern und Raketen auf Kennzeichen achten
Das Bayerische Innenministerium warnt in dem Zusammenhang vor dem Kauf von illegalem Feuerwerk zum Beispiel aus Tschechien. Zugelassene Böller und Raketen sind zu erkennen am sogenannten CE-Zeichen und der Registriernummer in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle.
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