Der Bundeswehrstandort Lechfeld soll in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Das ist das Ergebnis eines Runden Tisches, bei dem Vertreter der Bundeswehr regelmäßig mit Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden zusammenkommen. Auch der Ostallgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) war mit dabei. Nach Angaben des Standortältesten Oberstleutnant Daniel Peisker werde die Ulrichskaserne am Lechfeld mit dem Flugplatz künftig eine noch wichtigere Rolle innerhalb der Luftwaffe übernehmen.
Zwei neue Ausbildungskompanien ab 2026
Ab Oktober 2026 sollen auf dem Lechfeld zwei neue Ausbildungskompanien der Luftwaffe entstehen. Konkret werden dadurch rund 140 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten am Standort erwartet. Außerdem investiert die Bundeswehr rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung der Gebäude und Infrastruktur.
Der künftige Kommandeur des Ausbildungszentrums in Fürstenfeldbruck, André Tiburcio, begründete den Ausbau am Lechfeld mit dem steigenden Ausbildungsbedarf der Bundeswehr. Der neue Wehrdienst erfordere zusätzliche Kapazitäten. Gleichzeitig soll in der Bundeswehr stärker auf regionale Bindung und heimatnahe Verwendungsmöglichkeiten der Soldatinnen und Soldaten gesetzt werden.
Tower am Bundeswehrstandort Lechfeld
Entscheidung über Flugzeuge erwartet
Auch über die dauerhafte Stationierung von Flugzeugen auf dem Lechfeld soll nach Einschätzung der Verantwortlichen in der Ulrichskaserne bald entschieden werden. Der Standort werde weiter ausgebaut und gewinne an strategischer Bedeutung.
Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke setzt sich dabei für die Stationierung sogenannter Störflugzeuge der elektronischen Kampfführung ein. Diese können gegnerische Radare und Kommunikationssysteme stören und damit eigene Kräfte schützen.
Mehr Flugbetrieb durch Alarmrotte
Sicher ist, dass die Alarmrotte, die am Fliegerhorst Neuburg stationiert ist, vorübergehend aufs Lechfeld verlegt wird. Grund dafür sind Bauarbeiten am Fliegerhorst Neuburg. Dann wird es auch regelmäßige Starts und Landungen am Lechfeld geben: Geplant sind zwei Routineflüge pro Tag zur Luftraumüberwachung. Die Bundeswehr wolle damit ihre ständige Einsatzbereitschaft sicherstellen.
Sorge über Drohnenflüge
Zunehmend Sorgen bereiten den Verantwortlichen unerlaubte Drohnenflüge über militärischen Einrichtungen. Laut dem Standortältesten Oberstleutnant Peisker steigt die Zahl entsprechender Vorfälle seit Jahren – auch auf dem Lechfeld. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten deshalb weiter verstärkt werden.
Bedeutung für Raketenabwehr wächst
Auch beim Aufbau eines Raketen-Abwehrsystems für Deutschland und die Nachbarländer könnte das Lechfeld künftig eine zentrale Rolle spielen. Geplant ist die Stationierung des israelisch-amerikanischen Abwehrsystems "Arrow". Nach bisherigen Planungen könnte eine Radaranlage für das System bei Kaufbeuren stationiert werden, die dazugehörigen Abfangraketen auf dem Lechfeld. Schwaben würde damit zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen und europäischen Luftverteidigung. Am 30. Juni will die Bundeswehr in Kaufbeuren über die Stationierung des Raketen-Abwehrsystems informieren.
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