Reservistinnen und Reservisten marschieren im Rahmen des Nationalen Veteranentags
Reservistinnen und Reservisten marschieren im Rahmen des Nationalen Veteranentags
Bild
Mehr Soldaten und neue Aufgaben: Bundeswehr baut Lechfeld aus
Bildrechte: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
Audiobeitrag

Mehr Soldaten und neue Aufgaben: Bundeswehr baut Lechfeld aus

Audiobeitrag
>

Mehr Soldaten und neue Aufgaben: Bundeswehr baut Lechfeld aus

Mehr Soldaten und neue Aufgaben: Bundeswehr baut Lechfeld aus

Bundeswehr-Flugplatz ohne stationierte Flugzeuge – das ist der Standort Lechfeld aktuell. Doch in den nächsten Jahren soll sich das ändern. Bei einem runden Tisch hat die Bundeswehr nun angekündigt, wie das Lechfeld an Bedeutung gewinnen wird.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Der Bundeswehrstandort Lechfeld soll in den kommenden Jahren deutlich wachsen. Das ist das Ergebnis eines Runden Tisches, bei dem Vertreter der Bundeswehr regelmäßig mit Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden zusammenkommen. Auch der Ostallgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke (CSU) war mit dabei. Nach Angaben des Standortältesten Oberstleutnant Daniel Peisker werde die Ulrichskaserne am Lechfeld mit dem Flugplatz künftig eine noch wichtigere Rolle innerhalb der Luftwaffe übernehmen.

Zwei neue Ausbildungskompanien ab 2026

Ab Oktober 2026 sollen auf dem Lechfeld zwei neue Ausbildungskompanien der Luftwaffe entstehen. Konkret werden dadurch rund 140 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten am Standort erwartet. Außerdem investiert die Bundeswehr rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung der Gebäude und Infrastruktur.

Der künftige Kommandeur des Ausbildungszentrums in Fürstenfeldbruck, André Tiburcio, begründete den Ausbau am Lechfeld mit dem steigenden Ausbildungsbedarf der Bundeswehr. Der neue Wehrdienst erfordere zusätzliche Kapazitäten. Gleichzeitig soll in der Bundeswehr stärker auf regionale Bindung und heimatnahe Verwendungsmöglichkeiten der Soldatinnen und Soldaten gesetzt werden.

Bildrechte: BR/Christian Michael Hammer
Bildbeitrag

Tower am Bundeswehrstandort Lechfeld

Entscheidung über Flugzeuge erwartet

Auch über die dauerhafte Stationierung von Flugzeugen auf dem Lechfeld soll nach Einschätzung der Verantwortlichen in der Ulrichskaserne bald entschieden werden. Der Standort werde weiter ausgebaut und gewinne an strategischer Bedeutung.

Der Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke setzt sich dabei für die Stationierung sogenannter Störflugzeuge der elektronischen Kampfführung ein. Diese können gegnerische Radare und Kommunikationssysteme stören und damit eigene Kräfte schützen.

Mehr Flugbetrieb durch Alarmrotte

Sicher ist, dass die Alarmrotte, die am Fliegerhorst Neuburg stationiert ist, vorübergehend aufs Lechfeld verlegt wird. Grund dafür sind Bauarbeiten am Fliegerhorst Neuburg. Dann wird es auch regelmäßige Starts und Landungen am Lechfeld geben: Geplant sind zwei Routineflüge pro Tag zur Luftraumüberwachung. Die Bundeswehr wolle damit ihre ständige Einsatzbereitschaft sicherstellen.

Sorge über Drohnenflüge

Zunehmend Sorgen bereiten den Verantwortlichen unerlaubte Drohnenflüge über militärischen Einrichtungen. Laut dem Standortältesten Oberstleutnant Peisker steigt die Zahl entsprechender Vorfälle seit Jahren – auch auf dem Lechfeld. Die Sicherheitsvorkehrungen müssten deshalb weiter verstärkt werden.

Bedeutung für Raketenabwehr wächst

Auch beim Aufbau eines Raketen-Abwehrsystems für Deutschland und die Nachbarländer könnte das Lechfeld künftig eine zentrale Rolle spielen. Geplant ist die Stationierung des israelisch-amerikanischen Abwehrsystems "Arrow". Nach bisherigen Planungen könnte eine Radaranlage für das System bei Kaufbeuren stationiert werden, die dazugehörigen Abfangraketen auf dem Lechfeld. Schwaben würde damit zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen und europäischen Luftverteidigung. Am 30. Juni will die Bundeswehr in Kaufbeuren über die Stationierung des Raketen-Abwehrsystems informieren.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!