In bayerischen Gewässern sind am Wochenende und zu Wochenbeginn mehrere Menschen ums Leben gekommen.
- Zum Artikel: Mehr Badetote in Bayern – entgegen dem Bundestrend
73-Jähriger stirbt beim Schwimmen an der Regattastrecke Oberschleißheim
Am Montagnachmittag kam beim Schwimmen an der Regattastrecke in Oberschleißheim nördlich von München ein 73-jähriger Mann ums Leben. Nach Angaben der Polizei war der Münchner gemeinsam mit einem 58-jährigen Begleiter ins Wasser gegangen. Nach kurzer Zeit trennten sich die beiden Männer und der 73-Jährige schwamm wieder Richtung Ufer zurück.
Kurz darauf entdeckte ein 60-jähriger Zeuge von einem Steg aus den Mann leblos treibend an der Oberfläche und zog ihn aus dem Wasser. Anschließend begann er gemeinsam mit anderen Ersthelfern, den 73-Jährigen wiederzubeleben. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er wenig später starb. Die Polizei geht von einem Unfall aus und sucht weitere Zeugen. Die genaue Todesursache soll durch eine Obduktion geklärt werden.
Bernbeuren: 85-Jährige nach Badeunfall gestorben
Im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau ist am Montag eine 85-jährige Frau nach einem Badeunfall im Haslacher See bei Bernbeuren im Krankenhaus gestorben. Die Seniorin war laut Polizei am Montag zusammen mit einer Angehörigen schwimmen. Dann sei die 85-Jährige plötzlich in Not geraten und untergegangen. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte eine innere Erkrankung Grund dafür sein.
Die Begleiterin machte weitere Menschen auf die Situation aufmerksam. Diese brachten die 85-Jährige ans Ufer und begannen mit der Reanimation. Ein Rettungshubschrauber brachte die Frau in ein Krankenhaus. Dort starb sie noch am selben Tag.
Neutraubling: Leiche eines Vermissten in See gefunden
Nachdem er am Sonntag von einem Stand-up-Paddle-Board ins Wasser gestürzt war, wurde ein 29-Jähriger im Guggenberger See im Landkreis Regensburg vermisst. Am Dienstag bargen Taucher eine Leiche. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um einen vermissten Bulgaren handelt.
Der Mann war am Sonntag mit einem 30-jährigen Landsmann beim Stand-Up-Paddling gewesen. Die beiden hätten dabei das Gleichgewicht verloren und seien ins Wasser gefallen, wie die Polizei mitteilte. Der 30-Jährige tauchte sofort wieder auf, der 29-Jährige kam nicht mehr an die Wasseroberfläche zurück, worauf eine Vermisstensuche veranlasst wurde.
Mehrere Badetote bereits am Wochenende
Bereits am Wochenende waren bei Badeunfällen in Bayern mehrere Menschen gestorben. Laut Polizei handelte es sich bei den Opfern vor allem um Männer unter 30 – manche von ihnen konnten nicht schwimmen.
So starb ein 22-Jähriger bei einem Badeausflug mit Kollegen am Tegernsee in Oberbayern. Der junge Mann habe nach Angaben seiner Begleiter nicht schwimmen können, teilte die Polizei mit. Auch in der Nähe von Augsburg starb ein junger Mann in einem Badesee. Der 20-Jährige war Schwimmanfänger.
Unfall in Freibad: 20-Jähriger nach Unfall gestorben
Im niederbayerischen Hohenthann starb ein 20-Jähriger, nachdem er laut Polizei mit einer Gruppe junger Männer nachts über einen Zaun in ein Freibad geklettert war. Vermutlich beim Sprung in das Becken habe sich der 20-Jährige schwer verletzt, hieß es. Der Mann sei nach notärztlicher Versorgung in eine Klinik gebracht worden, wo er einige Stunden später starb. Es sei von einem tragischen Unglücksfall auszugehen, teilte die Polizei mit. Alkoholeinfluss könnte bei der Aktion "möglicherweise auch eine Rolle" gespielt haben.
DLRG: Übermut und Selbstüberschätzung führen zu Unfällen
Nach Angaben der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren schon im vergangenen Sommer deutlich mehr Männer als Frauen unter den Badetoten in Bayern. "Gerade unter männlichen Jugendlichen und jungen Männern sind Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet und ebenso wie der Konsum von Alkohol mitursächlich für tragische Unfälle", erläuterte DLRG-Präsidentin Ute Vogt. Ältere überschätzten oft ihren Fitness- und Gesundheitszustand.
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