Milchdrinks, Joghurt, aber auch pflanzenbasierte Produkte oder Säuglingsmilch: Der in Paris sitzende Lebensmittelkonzern Danone mit weltweit 90.000 Mitarbeitern arbeitet in verschiedenen Bereichen. In einer aktuellen Pressemitteilung schreibt das Unternehmen, dass es sich in Deutschland neu strukturieren will. An einem der größten Standorte, in Fulda, soll investiert werden. In Bayern dagegen steht eine Werksschließung an.
Einziges Danone-Werk in Bayern "nicht zukunftsfähig"
Konkret geht es um die Molkerei im unterfränkischen Ochsenfurt. Sie ist das einzige Danone-Werk in Bayern – noch. Bis zum vierten Quartal 2026 will das Unternehmen diesen Standort schließen. Als Grund dafür nennt Danone verändertes Konsumverhalten, geringere Auslastung und hohe Kosten. Zum Beispiel könnten aktuell gefragte "high-protein"-Produkte im Werk in Ochsenfurt nicht hergestellt werden, so eine Sprecherin auf Nachfrage von BR24. "Im laufenden Jahr erreicht die Auslastung des Werkes nur noch die Hälfte des Niveaus von 2019", heißt es von Danone. Die Molkerei sei in der aktuellen Marktlage nicht zukunftsfähig.
230 Mitarbeiter von Schließung betroffen
Im Milchwerk in Ochsenfurt arbeiten etwa 230 Menschen. Ihnen will das Unternehmen laut Pressemitteilung Angebote zur Weiterbeschäftigung machen oder mit dem Betriebsrat einen Sozialplan verhandeln.
Welche Auswirkungen die geplante Schließung konkret für die liefernden Milchbauern hat, ist noch unklar. Laut einer Danone-Sprecherin bezieht das Unternehmen die Milch für das Werk in Ochsenfurt über die Milchzentrale Nordbaden. Damit haben 70 Landwirte einen Direktvertrag. Die Milch geht aber laut Sprecherin nicht ausschließlich an Danone.
Erste Reaktionen vor Ort: "herber Verlust"
Der Standort in Ochsenfurt wurde 1972 gegründet. Dort stellt Danone beispielsweise Joghurtprodukte her. Die Schließungspläne bezeichnet ein Sprecher der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gegenüber BR24 als "herben Verlust, auch für die Stadt Ochsenfurt". Die Gewerkschaft will sich bald mit dem Betriebsrat in Verbindung setzen, um über die Zukunft zu sprechen.
Auch aus der Kommunalpolitik kamen bereits Reaktionen auf die Ankündigung von Danone. So zeigen sich Würzburgs Landrat Thomas Eberth (CSU) und Ochsenfurts Bürgermeister Peter Juks (UWG) bestürzt. "Das ist eine Hiobsbotschaft für unseren Landkreis, die mit der angekündigten Schließung von Brose in Würzburg vergleichbar ist", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.
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