Statt für weiße Skipisten sorgt eine Schneekanone derzeit für kühlere Luft in einem oberfränkischen Kuhstall. Landwirt Horst Amberg aus Tremersdorf im Landkreis Coburg hat sie sich von einem benachbarten Wintersportverein ausgeliehen, um die Belastung durch das heiße Sommerwetter für seine 150 Milchkühe abzumildern – denn durch Hitzestress sinkt die Milchleistung. Nun dient die Schneekanone, die außerhalb des Stalls steht, als leistungsstarker Ventilator, der große Mengen Luft in das Gebäude bläst.
Keine Belüftung: Schneekanone war schnelle Lösung
Eigentlich habe er eine Belüftungsanlage in seinen Offenstall einbauen wollen, erzählt Horst Amberg. Aus Zeitgründen habe er dies im Winter aber nicht geschafft. Als nun die große Hitze kam, "musste schnell eine Lösung her". Der Landwirt dachte nach und kam auf die Idee mit der Schneekanone. Beim Wintersportverein Coburg-Neukirchen fragte er, ob er das Gerät für diese Zwecke nutzen könne und bekam eine Zusage. Nun sorgt die Schneekanone statt für Schnee für eine gute Luftzirkulation in Ambergs Stall. Dadurch sinkt die Temperatur. Betrieben wird das Gerät mit Strom aus der hofeigenen Photovoltaikanlage.
Kühe können durch Hitze sterben
Wieviel Stress die Hitze bei seinen Milchkühen auslöst, konnte der Landwirt in der Vergangenheit schon häufiger beobachten. "Die fangen das Schnaufen an, werden krank, die Milchleistung sinkt, keine Futteraufnahme mehr. Es kann teilweise bis zum Tod führen", berichtet Horst Amberg. Er ist sich sicher: "Wir hätten einige Kühe eingebüßt, wenn die Schneekanone nicht gewesen wäre".
Wildtiere an Gebäuden leiden besonders
Auch Wildtiere leiden unter der derzeitigen Hitze. Das betrifft laut dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) aus Hilpoltstein vor allem jene Arten, die an oder in Gebäuden leben. Die Sonne heize die Quartiere von Mauerseglern, Haussperlingen, Mehlschwalben und Fledermäusen unter Dachvorsprüngen und in Spalten stark auf. Besonders für Jungtiere und Jungvögel, die noch nicht selbständig sind, würden die Quartiere dadurch zur tödlichen Falle, so der LBV.
Trockenheit setzt Amphibien und Wiesenbrütern zu
Andere Wildtierarten leiden besonders unter der großen Trockenheit. Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche haben laut Bund Naturschutz eine empfindliche Haut und sind deshalb auf Feuchtigkeit angewiesen. Wenn Tümpel, Pfützen, Gräben und Kleingewässer austrocknen, verlieren sie Laichplätze und Rückzugsräume. Wiesenbrüter wie der Kiebitz finden zudem kein Futter im harten Boden.
So helfen Sie Wildtieren durch die Hitze
Menschen könnten den Wildtieren durch die Hitze helfen, indem sie Wasserschalen an halbschattigen Orten aufstellen. Außerdem rät der Bund Naturschutz zu vorbeugenden Maßnahmen. In naturnahen Gärten mit heimischen Sträuchern, Hecken und Bäumen fänden Wildtiere einen Rückzugsort. Auch Laubhaufen, Totholz, offene Bodenstellen und kleine Wasserstellen "sind in Hitzesommern echte Rettungsinseln".
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