Die Münchner Surfcommunity hat am Vormittag neben dem Haus der Kunst ganz offiziell einen ersten Vorversuch zur Wiederbelebung der stehenden Eisbachwelle durchgeführt. Neben schaulustigen Passanten hat auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die zweistündige Aktion verfolgt, bei der die Surfer Konstruktionen wie eine brettartige Vorrichtung einsetzten, um der Welle wieder auf die Sprünge zu helfen. Surfer Tao Schirrmacher sprach danach von einem "mäßigen Erfolg". Aber: "Deswegen ist es auch ein Versuch, man muss sich da ranarbeiten."
OB Dieter Reiter: "Schaut zum Teil schon gar nicht so schlecht aus"
"Das schaut zum Teil schon gar nicht so schlecht aus", befand Reiter via "Instagram". Er hoffe, dass die Welle bald wieder stabil stehe. Wenn es gelungen sei, wolle die Stadt mit der Verwaltung und mit der Surfcommunity einen rechtlich vernünftigen Rahmen finden, um das Surfen an der Stelle juristisch und auch von der Sicherheit her zu ermöglichen.
Man wolle das Surfen wieder genauso möglich machen wie früher, versicherte Reiter im Gespräch mit BR24. Die Eisbachwelle sei ein "Teil der Münchner DNA". Der Rathauschef betonte auch: Die Welle werde es weiterhin ohne Eintrittsgebühren oder Kommerzialisierung geben.
Münchner Eisbachwelle: Rettungsversuche bislang erfolglos
Die weltberühmte Eisbachwelle ist seit der Bachauskehr im Oktober 2025 verschwunden. Damals war der Wasserstand abgesenkt und das Bachbett gereinigt worden. Danach wollte sich die Welle nicht wieder aufbauen. Darüber, wie man sie wieder zum Laufen bringen kann, haben sich im Auftrag der Stadt schon mehrere Professoren und Forscher, unter anderem von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, den Kopf zerbrochen.
Einige Surfer sind indessen zur Tat geschritten: Über Weihnachten war die Welle vorübergehend zurück, nachdem illegal eine Rampe eingesetzt worden war. Aus Sicherheitsgründen wurde die Vorrichtung wieder entfernt. Mittlerweile gibt es laut Reiter aber gute und konstruktive Gespräche.
Nach tödlichem Unglück einer Surferin: Sicherheit ist oberstes Gebot
Deswegen dürfen die Surfer nun auch selbst ausprobieren, ihre Welle wieder zu generieren. Wichtig sei aber, dass Einbauten am Boden verankert werden müssten, so Reiter, und nicht mit Ketten oder Seilen an der Brücke. Es habe einen tragischen Unfall gegeben, bei dem ein Mensch gestorben sei. Darüber könne man nicht hinweggehen. Im April war eine 33-jährige Surferin verunglückt und gestorben.
Sollten sich die Einbauten der Surfer als sicher herausstellen, will der OB einen vereidigten Sachverständigen oder den TÜV beauftragen, die Konstruktion abzunehmen. Bei einem Termin im Presseclub am Dienstag – also noch vor dem Versuch – gab sich der OB jedenfalls bereits zuversichtlich, dass im Sommer wieder "Neoprenanzüge hin- und herflitzen" werden: "Das werden wir hinkriegen."
BR24 auf Instagram: Wiederbelebungsversuch für Eisbachwelle
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