- Direkt zum aktuellen Artikel: Münchner Oberbürgermeister Reiter legt FCB-Mandate nieder
Es war ein Paukenschlag bei den bayerischen Kommunalwahlen: In München erhielt SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter nur 35,6 Prozent der Stimmen und blieb damit weit hinter seinen früheren Ergebnissen und seinen Umfragewerten vor wenigen Monaten.
Reiter und die Mandate beim FC Bayern
Ein Grund für das schlechte Abschneiden sind wohl die Vorwürfe gegen Reiter, die wenige Tage vor der Wahl bekannt wurden: Der Münchner Oberbürgermeister erhält als Mitglied des Verwaltungsbeirats des FC Bayern München seit 2021 jährlich rund 20.000 Euro – und hat sich diese Nebentätigkeit nicht vom Stadtrat genehmigen lassen. Er bestritt außerdem in einer Stadtratssitzung, dass er bereits offiziell Mitglied des Aufsichtsrats beim Rekordmeister sei.
Später musste er sich korrigieren und entschuldigte sich. Nun sagte der SPD-Politiker im Interview mit dem BR-Politikmagazin Kontrovers, dass er darüber nachdenke, seine Mandate beim FC Bayern zurückzugeben.
Reiter überlegt, seine Mandate beim FC Bayern abzugeben
Er denke intensiv darüber nach, auf das Mandat im Aufsichtsrat des FC Bayern zu verzichten, erklärte Dieter Reiter im Interview mit dem BR-Politikmagazin Kontrovers.
Auf die Frage, wie er Glaubwürdigkeit wiederherstellen wolle, sagte der SPD-Oberbürgermeister, er überlege sich, wie und ob er weiterhin die Mandate, die zu der Kritik geführt hätten, ausübe. Das müsse er auch noch mit dem FC Bayern klären, so der Münchner Oberbürgermeister im Exklusivinterview.
Entscheidung über Einnahmen aus Nebenjob in kommenden Tagen
Außerdem mache er sich Gedanken, was mit seinen Vergütungen aus der Nebentätigkeit beim Rekordmeister passiert. Das, so Reiter, werde er in den nächsten Tagen entscheiden.
Bis zur Stichwahl in weniger als zwei Wochen gegen seinen politischen Kontrahenten Dominik Krause von den Grünen werde er auf der Straße sein, kündigt Reiter an.
Münchner OB: Unterschiede zu den Grünen darlegen
Er werde mit den Münchnerinnen und Münchnern reden und ihnen erklären, was die Wahl für die Zukunft der Stadt bedeutet. Dazu gehöre auch darzulegen, worin die Unterschiede zwischen einem möglichen grünen Oberbürgermeister und ihm als SPD-Oberbürgermeister lägen. Der Ausgang der Stichwahl habe etwa Auswirkungen auf Mieterschutz, Wohnungsbau und Mobilität. Es sei nicht ganz schlecht gewesen, was die letzten zwölf Jahre in München gelaufen sei, sagte Reiter mit Blick auf seine Bilanz als Stadtoberhaupt.
Die Grünen wollten sich auf BR-Anfrage nicht offiziell äußern. Intern heißt es, man wolle nicht gegen Reiter Wahlkampf machen, sondern für München.
Linken-Stadtrat Stefan Jagel würde einen Verzicht auf die Ämter beim FC Bayern begrüßen: "Es wäre die richtige Konsequenz, um das verloren gegangene Vertrauen, das in die gesamte Politik entstanden ist, zumindest zum Teil wiederherzustellen“, teilte er auf BR24-Anfrage mit. Die Linke/Die Partei und ÖDP/München Liste hatten die Nebentätigkeit Reiters mit Dringlichkeitsanträgen hinterfragt und damit die Debatte im Stadtrat ausgelöst. Jagel hatte zudem eine Beschwerde wegen dienstrechtlicher Verstöße bei der Regierung von Oberbayern eingereicht.
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