Als ein Pferdestall auf einem Reiterhof in Zoltingen im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau in Flammen aufgeht, reagiert ein Mitarbeiter schnell: Sofort lässt er die rund 30 Pferde aus ihren Boxen – und rettet ihnen so das Leben. Kurze Zeit später sind auch schon Leute da: Benachbarte Stallbesitzer haben die Rauchsäule bemerkt, sind hingefahren, helfen: Mit Anhängern bringen sie die Pferde in Sicherheit. Inzwischen sind alle untergebracht, manche bei Nachbarn, andere weit entfernt in Bayern.
Bei Familie Zoller, der der betroffene Hof gehört, klingelt fast ununterbrochen das Handy: Viele wollen helfen, bieten an, Pferde zu beherbergen – bis aus Passau kommen Angebote. Die Hilfsbereitschaft ist für Familie Zoller ein Silberstreif am Horizont.
Feuer zerstört Ställe, Maschinen und Heu
Denn die Zollers stehen vor großen Herausforderungen: Ein Teil der Stallungen ist beim Brand komplett zerstört worden, außerdem alle großen Maschinen und der gesamte Heuvorrat. Katharina Zoller kann es immer noch kaum fassen: "Das Feuer hat so schnell auf die Hallen übergegriffen – von der hintersten Halle bis zum Fohlenstall vorne." Bis zu 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, die Hofbesitzer gehen von weit über einer Million Euro Schaden aus.
Dazu kommt ein Futterproblem: Das Heu für die Pferde lagerte in einer der betroffenen Hallen. Brennend musste es herausgeräumt und auf den umliegenden Koppeln verteilt werden. Die Folgen: Rund 600 Ballen Heu fehlen der Familie, und auch die Koppeln sind auf längere Sicht nicht mehr nutzbar. Aber auch hier eilten andere Stallbesitzer zur Hilfe.
Heu ist nach trockenem Sommer knapp
Dass sie Heu zur Verfügung stellen, für Lisa Zoller ist das fast nicht zu glauben. Denn nach dem heißen und trockenen Sommer ist Heu rar und teuer. "Monatelang haben wir versucht, Heu zu organisieren. Jeder hat gesagt, er hat nichts", erklärt die Miteigentümerin des Hofs. Bis aus Leipzig hatte sie vor dem Brand Heu anliefern lassen, da es in der Umgebung keines mehr gab.
Inzwischen sei der Familie zwar genug Heu als Futter für die Pferde angeboten worden, ein Problem bleibt aber: Alle Lagermöglichkeiten sind abgebrannt. Deshalb sucht die Familie aktuell nach einer Übergangslösung wie einem Zelt.
Reitbetrieb soll bald wieder losgehen
Der Reitschulbetrieb soll so bald wie möglich wieder aufgenommen werden. Allerdings seien noch alle Schulpferde anderswo untergebracht. Ein wenig Geduld müssen Reiterinnen und Reiter also wohl noch haben. Die Brandursache ist unterdessen noch unklar. Die Kriminalpolizei Dillingen ermittelt.
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