Der Barbarossaplatz in Würzburg am 25. Juni 2021: Einsatzkräfte am Tatort
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Der Barbarossaplatz in Würzburg am 25. Juni 2021: Ein Mann tötet drei Menschen, verletzt neun weitere teilweise schwer.
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Der Barbarossaplatz in Würzburg am 25. Juni 2021: Ein Mann tötet drei Menschen, verletzt neun weitere teilweise schwer.

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Nach Messerangriff in Würzburg: So sind Helfer heute gerüstet

Nach Messerangriff in Würzburg: So sind Helfer heute gerüstet

Die Messerattacke vom Würzburger Barbarossaplatz sorgte für Entsetzen. Zugleich forderte sie Einsatzkräfte und Helfer. Die haben reagiert – und sich für ähnliche Einsätze gewappnet. Fünf Jahre nach der Messerattacke ziehen sie Bilanz.

Über dieses Thema berichtet: Stadt Land Leute am .

Auch heute noch meidet Uwe Kinstle den Barbarossaplatz. Der 60-Jährige ist seit vielen Jahren bei den Johannitern, aber dieser Einsatz hinterlässt Spuren. Es ist kurz nach 17 Uhr am 25. Juni 2021, einem Freitag, als ein Mann aus Somalia in der Würzburger Innenstadt mit einem Küchenmesser auf Passanten losgeht. Etwa fünf Minuten genügen ihm, um in der Würzburger Innenstadt ein Blutbad anzurichten. Uwe Kinstle übernimmt damals die Einsatzleitung der Rettungsdienste. Stundenlang ist er vor Ort. Bei den Helfern hat die Tat dazu geführt, bestehende Konzepte zu überprüfen und nachzubessern.

"Einschneidend war die Grausamkeit der Tat"

Die Bluttat vom Barbarossaplatz ist für viele ein Schock. Der 31-jährige Täter ermordete drei Frauen. Neun Personen verletzte er zum Teil schwer. "Es war ein wunderschöner Juninachmittag, ein vertrauter Platz – und dann die Grausamkeit dieser Tat", erinnert sich die Psychotherapeutin Marion Schowalter. Sie ist eine derjenigen, die nach der Tat Hilfe anbieten.

Schowalter kontaktiert andere Therapeutinnen und Therapeuten aus der Region. Mit Unterstützung der Stadt Würzburg vermittelt sie Plätze für Traumatherapien. Schnell hätten sich um die 50 Personen mit einem Behandlungswunsch gemeldet, darunter Zeugen und Einsatzkräfte. Aus dieser Initiative entsteht die Würzburger Traumaambulanz.

Erstberatung bei traumatischen Erlebnissen

Die Traumaambulanz ist ein inzwischen etabliertes Angebot in Würzburg. Betroffene von Gewalttaten können sich dorthin wenden. Die Ambulanz bietet eine Erstberatung an und vermittelt weitere Hilfe. Opfer, Angehörige und Einsatzkräfte entgehen dadurch monatelangen Wartezeiten. Dieses Konzept habe sich regional bewährt, sagt Schowalter. In Nordbayern sei ein Netzwerk aus rund 180 Therapeutinnen und Therapeuten entstanden. Dadurch sei es auch etwa nach der Messerattacke in Aschaffenburg im Januar 2025 gelungen, innerhalb von 14 Tagen allen Betroffenen eine Traumatherapie zu vermitteln.

Notfalltasche für viele Verletzte spart wertvolle Zeit

Wichtige Anpassungen gab es auch bei den Johannitern und den anderen Rettungsdiensten, berichtet Uwe Kinstle. Alle bayerischen Rettungswagen wurden mit einer zusätzlichen Notfalltasche ausgestattet, einem sogenannten "Rebel-Set". Darin ist Material gebündelt, mit dem Rettungskräfte nach Gewaltverbrechen eine große Zahl Patienten gleichzeitig versorgen können.

Die Taschen enthalten zum Beispiel Material, um Blutungen zu stillen, und mehrere "Tourniquets" (externer Link). Diese Manschetten werden in der Notfallmedizin genutzt, um Unterschenkel oder Unterarme abzubinden, wenn Patienten zu viel Blut verlieren. "Der Vorteil ist: Man spart Zeit", sagt Uwe Kinstle. Und in Einsatzlagen wie am Barbarossaplatz vor fünf Jahren zählt jede Sekunde. Mit der zusätzlichen Ausrüstung fühlt sich Kinstle für künftige Großlagen noch besser gewappnet.

Psychosoziale Versorgung für Einsatzkräfte der Polizei

Die Polizei Unterfranken hat nach der Messerattacke 2021 vor allem ihre interne Arbeit umstrukturiert. Denn auch wenn man sich vorbereitet, übt und abspricht – ein Einsatz wie am Barbarossaplatz hinterlässt auch bei den Profis Spuren: Die psychosoziale Notfallversorgung der eigenen Einsatzkräfte wurde professionalisiert, heißt es aus dem Präsidium Unterfranken.

Außerdem wurde eine Betreuungsgruppe eingesetzt, die erreichbar ist für Bürgerinnen und Bürger. Denn die Grausamkeit der Tat, an einem sommerlichen Freitagnachmittag in der belebten Innenstadt, war für viele Würzburger einschneidend.

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