ARCHIV - 20.09.2025, Bayern, München: Besucherinnen stürmen zum Start des Oktoberfestes auf die Festwiese.
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Eintritt auf dem Oktoberfest? Laut Umfrage sind 46 Prozent dafür

Eintritt auf dem Oktoberfest? Laut Umfrage sind 46 Prozent dafür

Der Vorstoß des bayerischen Bierbrauer-Präsidenten, für das Oktoberfest Eintritt zu verlangen, wurde von München und den Wiesn-Wirten abgelehnt. Eine Umfrage zeigt: Fast die Hälfte der Deutschen hätte kein Problem damit. In Bayern ist das anders.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Soll das Oktoberfest künftig Eintritt kosten? Der Vorstoß des Präsidenten des Bayerischen Brauerbunds, über eine solche Gebühr nachzudenken, hatte in München postwendend zu Ablehnung geführt. Sowohl der Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent der Stadt, Christian Scharpf, als auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (beide SPD) sprachen sich bereits dagegen aus. Die Menschen im Land haben zu der Frage eine geteilte Meinung - und sie unterscheidet sich, je nachdem, woher sie kommen.

Laut Umfrage fast jeder zweite Deutsche für Eintritt

Eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt] vom Meinungsforschungsinstituts Civey durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis: 46 Prozent der Bundesbürger würden es begrüßen, wenn Besucherinnen und Besucher künftig fürs Oktoberfest-Gelände Eintritt zahlen müssten. Lediglich 27 Prozent lehnen die Idee ab. Weitere 27 Prozent zeigten sich der Umfrage zufolge unentschieden.

Bei den Erwachsenen im Alter unter 30 sprach sich sogar mit 51 Prozent die Mehrheit der Befragten für einen Eintrittspreis für das Oktoberfest aus. Soweit der deutschlandweite Blick.

In Bayern ist die Meinung kritischer

Auf Bayern bezogen sieht die Meinung laut der Umfrage anders aus. Dort stößt der Vorschlag eher auf Ablehnung. Im Freistaat fänden es demnach nur 33 Prozent in Ordnung, wenn man für den Wiesn-Besuch extra zahlen müsste. 45 Prozent der Befragten in Bayern lehnen eine Eintrittsgebühr ab.

Der Präsident des bayerischen Brauer-Bunds Georg Schneider hatte sich in der "Augsburger Allgemeinen" [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt] dagegen ausgesprochen, die Kosten des Volksfests vor allem über hohe Bierpreise zu finanzieren. "Am Ende müssen wir uns die Frage stellen, ob Bier allein reicht, um eine Veranstaltung wie das Oktoberfest zu finanzieren", hatte Schneider Anfang Februar erklärt. Deshalb müsse man als Alternative in Betracht ziehen, Eintritt zu verlangen. Zur Höhe habe er "keine konkreten Vorstellungen".

Stadt und Wiesn-Wirte haben Vorschlag bereits abgelehnt

"Das ist ein Volksfest, und das soll es auch bleiben", hatte OB Reiter gegen den Eintritt argumentiert. Schließlich gebe es auch Familien, die einfach nur über die Festwiese schlendern wollten. Auch Wiesn-Chef Scharpf hatte betont, dass das Oktoberfest für jeden zugänglich sein müsse. "Die Wiesn ist für jeden und jede da, nicht nur für die, die sich einen teuren Eintritt leisten können."

Auch die Wiesn-Wirte selbst lehnen den Vorschlag ab – nicht nur, weil Eintrittsgelder den Volksfestcharakter zerstörten. "Falls mit dem Eintrittsgeld der Bierpreis subventioniert werden soll, ist das der falsche Weg. Auf der Wiesn selbst wird ja so viel Bier getrunken wie eh und je", hatten die Sprecher der Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte, Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel, gesagt. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass der Bierpreis sinkt, wenn Eintrittsgeld erhoben wird. "Unter dem Strich wird die Wiesn dann nur teurer für unsere Münchnerinnen und Münchner", so die Wiesn-Wirte-Sprecher.

Zur Erhebung der Studie

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzerinnen und -nutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben.

Für die Frage "Wie würden Sie es bewerten, wenn Besucherinnen und Besucher künftig Eintritt zahlen müssten, um das Oktoberfest-Gelände zu betreten?" wurden im Zeitraum vom 6.2.2025 bis 9.2.2025 die Antworten von 5.000 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern aus Deutschland berücksichtigt.

Mit Informationen von dpa

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