Zu einer Großdemonstration gegen das Mullah-Regime im Iran versammelten sich am Samstagnachmittag auf der Münchner Theresienwiese laut Polizei rund 250.000 Menschen. Sie waren zum Teil aus Europa und Übersee angereist. Die Demonstration war Teil eines weltweiten Aktionstages. Aufgerufen hatte der Sohn des letzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, der an diesem Wochenende zu Gast bei der Münchner Sicherheitskonferenz ist. Bei der Kundgebung sagte er, er wolle den "Übergang" im Iran anführen und eine demokratische Zukunft des Landes ermöglichen.
- Zum Artikel: "Prinz Reza Pahlavi – Hoffnung vieler oppositioneller Iraner"
Demonstranten fordern Ende der Mullahs im Iran
Die Demonstration trug das Motto: "Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk". Ein Meer von grün-weiß-roten Fahnen wehte über der Münchner Theresienwiese. Die Organisatoren vom Verein "The Munich Circle" hatten 100.000 Teilnehmer angemeldet.
Immer wieder wurde in Sprechchören das Ende der Mullahs im Iran gefordert. Auch die Flaggen der USA und Israels waren zu sehen. Offenbar setzen nach den Massakern im Iran viele der Teilnehmer Hoffnungen auf einen möglichen Militärschlag der US-Armee gegen den Iran.
US-Senator: "Help is on the way!"
Die Hoffnung vieler Demonstranten, dass die USA demnächst tatsächlich im Iran militärisch eingreifen könnten, wurde auf der Kundgebung von dem republikanischen US-Senator Lindsey Graham ausdrücklich geschürt.
Hilfe sei unterwegs, erklärte Graham vor der jubelnden Menge und wiederholte damit das Versprechen, das US-Präsident Donald Trump den Menschen im Iran jüngst gemacht hat: "Help is on the way." Tatsächlich schicken die USA gerade einen weiteren Flugzeugträger in die Region, was einen Militärschlag wahrscheinlicher macht.
Hoffnung auf Schah-Sohn Pahlavi
Die meisten Kundgebungsteilnehmer waren ganz offensichtlich Monarchisten: Auf unzähligen Transparenten wurde dem Schah-Sohn Reza Pahlavi gehuldigt und seine Rückkehr auf den Thron in Teheran gefordert. Der Schah von Persien war 1979 aus dem Iran vertrieben worden. Immer wieder proklamierte die Menge den Namen Pahlavis. Doch auch Nichtmonarchisten setzen ihre Hoffnung in den Schah-Sohn, der sich selbst ausdrücklich zur Demokratie bekennt und immer wieder betont hat, nicht die Absicht zu haben, auf den Thron zurückzukehren.
Bei seiner Rede auf der Theresienwiese forderte Pahlavi die internationale Gemeinschaft auf, sich für die Freiheit der Iranerinnen und Iraner einzusetzen: "Vor allem die freien Nationen dieser Welt und ihre Regierungen sollten sich auf die richtige Seite der Geschichte stellen", sagte er. Zuvor hatte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz gegenüber Journalisten gesagt, das Schicksal des Iran sei ein entscheidender Test für die globale Sicherheit. Das iranische Regime exportiere seit fast einem halben Jahrhundert Instabilität, untergrabe die Souveränität ihrer Nachbarn, schüre Konflikte in verschiedenen Regionen und treibe ihre nuklearen Ambitionen voran.
Die Mullahs: "Mörder und Verbrecher"
Neben Graham und Pahlavi traten auch europäische Politiker ans Mikrophon. Unter ihnen die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann und der jüdische Publizist Michel Friedman, der das islamistische Regime in seinem Redebeitrag als Mörder und Verbrecher bezeichnete: "Wie kann man es wagen, eine Religion – den Islam – zu missbrauchen, um in Wirklichkeit Verbrechen, Terrorismus und den Mord an der eigenen Bevölkerung durchzuführen?"
Mit Informationen von dpa und AFP
Im Video: München - Demonstration gegen iranisches Regime
München - Demonstration gegen iranisches Regime
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