Zwei angeklagte Klimaaktivistinnen (l und r) stehen vor Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht Nürnberg.
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Zwei angeklagte Klimaaktivistinnen (l und r) stehen vor Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht Nürnberg.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Daniel Karmann
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Prozess in Nürnberg: Klimaaktivistinnen machen Notstand geltend

Prozess in Nürnberg: Klimaaktivistinnen machen Notstand geltend

Im Prozess gegen zwei sogenannte Klimakleberinnen am Amtsgericht Nürnberg haben die beiden Angeklagten ihre Taten mit dem Verweis auf eine drohende Klimakatastrophe gerechtfertigt. Ihnen wird vorgeworfen, sich auf einer Rollbahn festgeklebt zu haben.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Mitten in den Sommerferien 2024 sollen sich zwei Frauen am Flughafen Nürnberg festgeklebt haben. Flüge wurden gestrichen und verspäteten sich. Am Donnerstag haben die Klimaaktivistinnen vor dem Amtsgericht in Nürnberg die Blockade des Flughafens gerechtfertigt. Neben Angaben zu ihren Lebensläufen verlasen die beiden jungen Frauen jeweils einen vorbereiteten Text. "Ich sitze heute hier, weil ich verdammt Angst habe“, sagte eine der beiden Angeklagten mit brüchiger Stimme.

Loch in Flughafenzaun geschnitten

Ziviler Ungehorsam sei ein probates Mittel, um auf einen Notstand wie eine drohende Klimakatastrophe aufmerksam zu machen, so die beiden Studentinnen, die der inzwischen aufgelösten Initiative "Letzte Generation" angehörte.

Die Staatsanwaltschaft wirft den 29 und 25 Jahre alten Frauen vor, sich im August 2024 auf einer Rollbahn des Nürnberger Flughafens festgeklebt zu haben, um gegen die Klimapolitik zu protestieren. Dazu hätten sie ein Loch in den Zaun des Flughafens geschnitten und sich Zutritt zum Gelände verschafft. Die Staatsanwaltschaft wertet das unter anderem als Störung öffentlicher Betriebe, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Flugbetrieb eingestellt, Flüge storniert

Der Flughafen beziffert den entstandenen Schaden auf etwa 45.000 Euro. Der Flugbetrieb musste demnach eingestellt und zwei Flüge gestrichen werden, andere wurden verschoben. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte am 26. März verkündet werden.

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