Mähroboter können Igel schwer verletzten, da diese keine Fluchttiere sind und sich nur zusammenrollen. Als erste Stadt in der Oberpfalz und eine von bislang wenigen in Bayern hat Regensburg jetzt ein Nachtfahrverbot für Mähroboter eingeführt.
Igel sind nachtaktiv und flüchten nicht
Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang beginnt in Regensburg ab sofort die Sperrzeit für Mähroboter, denn Igel gehen in der Dämmerung und nachts auf Nahrungssuche. Das Verbot gilt bis nach Sonnenaufgang. Eine solche Regelung hatte in der Oberpfalz bislang nur der Landkreis Schwandorf erlassen, hier war sie Anfang des Monats in Kraft getreten.
Schlimme Verletzungen durch Mähroboter
Igelstationen berichten immer wieder von schweren, auch tödlichen Wunden, die Mähroboter den Tieren zufügen - etwa Elke Fleischmann von der Igelhilfe Schmidmühlen, die auch für ihren Landkreis Amberg-Sulzbach eine Petition für ein Nachtfahrverbot (externer Link) gestartet hat. "Die ständigen Verletzungen führen oft zum Tod, und das alles nur, weil die Maschinen auch nachts in Betrieb sind, obwohl ihre Arbeit auch während des Tages problemlos erledigt werden kann", mahnt sie darin.
Immer weniger Igel
Die Stadt Regensburg hat die Allgemeinverfügung jetzt im Amtsblatt veröffentlicht - "zum Schutz heimischer Wildtiere, insbesondere der Igel", wie es heißt. Eine konkrete Bußgeldhöhe ist darin nicht formuliert. Igel seien nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Tiere. Außerdem sei die Igelpopulation merklich zurückgegangen. Der Igel wird mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Säugetiere Bayerns geführt. Trotz eingebauter Sensorik würden viele Mähroboter die Igel nicht erkennen, schreibt die Stadt Regensburg.
Auch andere Kleintiere gefährdet
Besonders gefährdet sind laut der Stadtverwaltung neben kleinen Igeln auch Kröten, Eidechsen und andere Kleintiere, die unter den Geräterand passen. "Mit dieser Regelung leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz", erklärte Bürgermeister Ludwig Artinger. "Unsere heimischen Wildtiere sind ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems. Daher meine Bitte an Sie: Helfen Sie mit und ermöglichen Sie den Tieren ein sicheres Leben in Ihren Gärten."
Flickenteppich bei Nachtfahrverboten
In den bayerischen Großstädten herrscht aktuell ein Flickenteppich bei Nachtfahrverboten für Mähroboter. Da ein bayernweites Verbot vor Kurzem im Landtag abgelehnt wurde, entscheiden die Kommunen und Landkreise selbst, bislang gibt es wenige Regelungen dazu. Der Nachtbetrieb von Mährobotern ist unter anderem in München, Eichenau, Erlangen oder Bayreuth verboten, in vielen anderen Orten und Landkreisen gibt es Initiativen und Petitionen (externer Link) - in der Oberpfalz etwa auch im Raum Neumarkt, Cham und Neustadt an der Waldnaab.
Bußgeld bei Verstoß
Für die Ahndung von Verstößen gegen das Nachtfahrverbot ist die Behörde zuständig, die es erlassen hat. Die Polizei leiste aber Amtshilfe, erklärt das Polizeipräsidium Oberpfalz. Wenn eine Streife nachts einen Mähroboter in einem Garten fahren sehen würde, dann würden die Beamten dem nachgehen, so eine Sprecherin. Sollte jemand einen fahrenden Roboter melden, würde eine Streife hinfahren. Ein Verstoß kann teuer werden, bis zu 50.000 Euro Bußgeld drohen im Landkreis Schwandorf.
BR24 auf Instagram: Igelretterin aus Nürnberg
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
