Jägerin Diana Merkle und Revierjadgmeister Christian Hembes beim Rebhuhn zählen.
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"Rep Rep Rep": Was für das selten gewordene Rebhuhn getan wird

"Rep Rep Rep": Was für das selten gewordene Rebhuhn getan wird

Das Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 - auch, weil es so selten geworden ist. Wo es noch vorkommt, gibt es verschiedene Schutzprogramme. Wie man Rebhühner findet, wie man sie schützt und warum es um mehr geht als nur um das Rebhuhn.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Schwaben am .

Das Rebhuhn ist selten geworden: Seit den 1990er Jahren sind die Bestände stark zurückgegangen. Heute gibt es laut dem Landesbund für Vogelschutz nur noch 2.300 bis 4.000 Brutpaare in Bayern. Deshalb ist das Rebhuhn streng geschützt und wurde zum "Vogel des Jahres" erkoren.

An Orten, wo es die Rebhühner noch gibt, setzen sich Landwirte und Jäger für deren Schutz ein. Im Landkreis Günzburg etwa sind in diesen Tagen Jäger unterwegs, um die Rebhühner zu zählen, oder, wie es im Fachjargon heißt: zu "verhören".

Rebhühner "verhören" - Zählung im Frühjahr

Ausgestattet mit Karte, Fernglas, Wärmebildkamera und einem Lautsprecher zieht Jägerin Diana Merkle aus Dillingen los. Für die 27 Jahre alte Architektin ist die Jagd Ausgleich, Leidenschaft und Passion: Jagd sei viel mehr, als man denke. Ihr sei die Hege wichtig, die Pflege und der Erhalt der Tiere, wie etwa des Rebhuhns, eines ihrer Lieblingstiere. "Ich steh voll auf das Rebhuhn", sagt sie.

Rebhühner seien treu, führten eine "Einjahresehe". Der Hahn sei sehr "stolz und tapfer", verteidige seine Familie bis aufs Äußerste. Das ist häufig nötig: Das Rebhuhn hat viele Feinde, wie etwa Füchse und Waschbären, aber auch Greifvögel. Außerdem nimmt sein Lebensraum wegen der intensiv betriebenen Landwirtschaft immer weiter ab.

"Rep Rep Rep": Markanter Ruf gibt Rebhuhn seinen Namen

Deshalb ist das Rebhuhn selten geworden. Dennoch hoffen Diana Merkle und die anderen Jäger, an diesem Abend im März, kurz vor der Dämmerung, einige Rebhühner zu finden. Sie hält den Lautsprecher hoch, der Lockruf ertönt. Ein lautes "Rep Rep Rep" - von ihrem Ruf haben die Rebhühner ihren Namen. Einige Sekunden später kommt die Antwort. "Ein Männchen", sagt Diana Merkle, schaut durchs Fernglas. Mit bloßem Auge ist der Vogel nicht zu sehen.

Rebhühner sind nur etwa 30 cm groß und dank ihres braunen Gefieders gut getarnt. Irgendwo auf dem Feld, zwischen einigen übrig gebliebenen Halmen, sitzt der Hahn. Da die Rebhühner gerade in der Balz sind, funktioniert das in diesen Tagen gut. Die Jägerin notiert den Fund auf ihrer Karte.

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Das Rebhuhn ist selten geworden und auch deshalb "Vogel des Jahres 2026"

Blühstreifen und Fütterung: Maßnahmen zum Erhalt der Rebhühner

Wichtig sind für Rebhühner Felder, auf denen auch im Frühjahr noch Bewuchs ist. Deshalb setzen sich die Jäger mit Landwirten in Verbindung und planen gemeinsam den Anbau mehrjähriger Blühstreifen. Die Landwirte bekommen dafür eine Förderung aus dem Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm. Man müsse die Landwirte schon überzeugen, sagt Revierjadgmeister Christian Hembes. Aber, wenn die Rebhühner dann wieder vorkämen, seien viele auch freiwillig zu Schutzmaßnahmen bereit.

Rebhühner sind Bodenbrüter und damit leichte Beute für Fressfeinde. Umso wichtiger ist, dass sie ihr Nest gut verstecken können. Damit die kleinen Küken, aber auch die Elterntiere genügend Futter finden, haben die Jäger an den Feldern Feldfütterungseimer aufgestellt. Im Eimer ist Getreide für die Altvögel, darunter eine gelbe Platte, die mit Zucker bestreut ist. Das lockt Insekten an, eine Eiweißquelle, die für die Jungtiere wichtig ist.

"Wo das Rebhuhn vorkommt, geht es auch anderen Tieren gut"

Rebhühner sind so genannte Indikatortiere. Wo Rebhühner vorkommen, ist die Feldflora weitgehend intakt, außerdem fühlen sich auch andere Tiere wohl, wie Insekten. Diana Merkle hält, ein paar hundert Meter weiter, den Lautsprecher hoch. Diesmal antwortet kein Rebhuhn, aber durch die Wärmebildkamera sieht sie ein Pärchen im Feld. Sie lächelt. Klar habe sie auch viele andere Aufgaben. Schließlich ist sie auch bayerische Jagdkönigin, muss viele repräsentative Termine wahrnehmen. Aber, es mache sie stolz, die Jägerschaft zu vertreten.

Fünf Rebhühner haben Diana Merkle und Christian Hembes an diesem Abend gezählt. Damit sind sie zufrieden. In diesem Jahr sollen weitere Blühstreifen in dem Gebiet angelegt werden. Nächstes Jahr werden sie wieder zählen, in der Hoffnung, dass es dann - auch dank der Maßnahmen - wieder mehr Rebhühner in dem Gebiet gibt.

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