Die Studentenstadt München gilt als größtes Studentenwohnheim Deutschlands und war zuletzt immer wieder in den Schlagzeilen. Bewohner erhoben schwere Vorwürfe gegen den Betreiber, das Studierendenwerk. Die Wohnungen seien in katastrophalem Zustand. Aktuell sind ohnehin nur rund 1.000 der gut 2.400 Wohnungen bewohnt. Ein Großteil wird gerade saniert.
- Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung: "Wie geht es weiter in der Studentenstadt?" [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]
Und: Es tut sich was – das ist die Botschaft, die Bayerns Bauminister Christian Bernreiter und Wissenschaftsminister Markus Blume (beide CSU) bei der Baustellenbegehung aussenden wollen.
In eineinhalb Jahren 1.000 Wohnungen bezugsfertig
Jahrelang standen die beiden größten Häuser der Münchner Studentenstadt leer – wegen Mängeln beim Brandschutz. Seit knapp zwei Jahren läuft nun die Sanierung durch die staatliche BayernHeim GmbH. Man komme gut voran und liege im Zeitplan, sagt Bernreiter. Die Schadstoffbeseitigung sei abgeschlossen, die Fertigbäder eingehoben.
Insgesamt sollen so bis in anderthalb Jahren rund 1.000 Wohnungen bezugsfertig sein. Dafür investiert der Freistaat Bayern gut 150 Millionen Euro.
Studierende fordern mehr
Weniger Begeisterung ist von Seiten der Studierenden zu hören. Die Sanierung sei ein wichtiger Schritt, sagt Toni Hörterer, Sprecher der Studierenden. Es gebe aber noch viele weitere Probleme. Beispielsweise werden den Studierenden nur semesterweise Verträge ausgestellt, so Hörterer.
Hinzu komme, dass die maximalen Wohnzeiten in vielen Fällen nicht mehr zu den realen Studiendauern passen. Für einen vollständigen Studienweg vom Bachelor bis zum Master oder für längere Studiengänge sei die Wohnsituation nach derzeitigen Bedingungen nicht geregelt. Für viele Studierende entstehe so die Situation, dass sie zwar einen Wohnheimplatz erhalten, aber während des Studiums erneut in den Münchner Wohnungsmarkt gedrängt werden.
Offener Brief an die Politik
Bei der Baustellenbegehung übergaben die Studierenden Wissenschaftsminister Blume einen offenen Brief. Darin fordern sie unter anderem mehr Mitspracherecht.
Gerade in einer Stadt wie München mit ihrem angespannten Wohnungsmarkt seien Wohnheime die einzige realistische Möglichkeit, überhaupt ein Studium zu beginnen oder fortzusetzen, schreiben die Studierenden in diesem Offenen Brief. Ein gutes Wohnheim sollte demnach mehr bieten als nur ein Zimmer: Neben sauberen und funktionierenden Gebäuden sollte es auch Gemeinschaftsräume für Begegnung und Austausch geben, sowie Strukturen, in denen junge Menschen Verantwortung übernehmen können.
Unterstützung aus der Politik erhofft
Die Studierenden erhoffen sich Unterstützung aus der Politik, die über die reine Sanierung der Gebäude hinausgeht. Kurzfristig und mit ihrer Meinung nach relativ geringem Aufwand könnten einige Maßnahmen umgesetzt werden. So fordern die Studierenden unter anderem verlässlichere und längere Mietlaufzeiten für Zimmer in Studentenwohnheimen, leicht zugängliche Gemeinschaftsräume und eine demokratisch legitimierte Bewohnervertretung, die zwischen der Bewohnerschaft und dem Studierendenwerk als Träger der Wohnheime vermittelt.
Wissenschaftsminister Markus Blume erklärte im BR24-Interview, er habe das Studierendenwerk gebeten, aktiv das Gespräch mit den Studierenden zu suchen. Er selbst wünsche sich, "dass man da eine neue, gute Balance findet" – einen guten Weg des Miteinanders.
Im Video: Prekäre Lage für Studenten auf dem Münchner Wohnungsmarkt
Zwei bayerische Minister machten sich heute ein Bild vom Stand der Sanierung in der Münchner Studentenstadt.
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