Bei einer Silvesterfeier auf der Wittelsbacher Brücke in München bewarfen vermummte Täter an Neujahr 2025 Polizistinnen und Polizisten gezielt mit Glasflaschen und Böllern. Fünf Beamte wurde dabei leicht verletzt. Im Nachgang konnten fünf tatverdächtige Männer im Alter von 19 bis 25 Jahren ermittelt werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München I sind die Verfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und schweren Landfriedensbruchs noch nicht abgeschlossen.
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In Bayern keine Verhältnisse wie in Berlin
In den beiden Silvesternächten 2023/2024 und 2024/2025 wurden nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums jeweils 31 Einsatzkräfte angegriffen, überwiegend Polizistinnen und Polizisten. Während die Zahl der Attacken unverändert blieb, stieg die Zahl der Verletzten deutlich an, von zwölf auf 22 Personen.
Die einzig gute Nachricht angesichts der besorgniserregenden Entwicklung: Schwerverletzte Einsatzkräfte gab es in Bayern bislang nicht. Ganz anders die Situation in Berlin: In der Bundeshauptstadt wurden nach den Ausschreitungen 2024/2025 allein 44 verletzte Polizistinnen und Polizisten gemeldet, ein Beamter wurde durch eine Kugelbombe lebensgefährlich am Bein verletzt.
Wie sich die Beamten schützen
Nach Angaben der Bundespolizei sind ihre Beamten in der Silvesternacht zum Eigenschutz auch in Dreierstreifen unterwegs. Zudem gehöre zur persönlichen Schutzausstattung unter anderem auch ein Gehörschutz. Das Augsburger Polizeipräsidium verweist darauf, dass es zu den erwartenden Einsatzsituationen regelmäßige Trainings und Fortbildungen gibt. Im Bedarfsfall könne auch zum Jahreswechsel auf Spezialkräfte mit entsprechender Ausrüstung zurückgegriffen werden, so das Präsidium in Nürnberg.
Polizei appelliert an Feiernde
Die Münchner Polizei bittet alle Feiernden um ein verantwortungsbewusstes Verhalten. Eine Prognose zum erwarteten diesjährigen Silvestergeschehen sei schwierig, heißt es unisono bei den vom BR angefragten Polizeipräsidien in München, Nürnberg und Augsburg. Zahlen zu den eingesetzten Beamtinnen und Beamten werden nicht genannt. In allen drei Städten werden die Dienststellen von Einheiten der Bereitsschaftspolizei unterstützt.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den eingerichteten Feuerwerksverbotszonen. Die Polizei in Nürnberg hat verstärkte Kontrollen an den Zugängen zur Burg angekündigt. Für Gewalt gegen Einsatzkräfte habe die Polizei keinerlei Verständnis, heißt es aus Augsburg, entsprechende Fälle würden konsequent geahndet werden.
Bundesregierung plant härtere Strafen
Auch mit Blick auf die Gewalt gegen Einsatzkräfte an Silvester will die Bundesregierung härter gegen die Täter vorgehen. Das geplante neue Gesetz sieht für tätliche Angriffe auf Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste oder Gerichtsvollzieher eine Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten vor statt wie bisher von drei Monaten.
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