Silvesterraketen vor dem Olympiaturm sind vom Hochhaus der Schwesternschaft München vom BRK e.V. in der Silvesternacht 2025/26 zu sehen.
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Silvester in Bayern: Hunderte Brände – Mann schießt auf Ex-Frau

Silvester in Bayern: Hunderte Brände – Mann schießt auf Ex-Frau

Mit Partys und Feuerwerk haben Menschen in Bayern das neue Jahr begrüßt. Dabei kam es zu Hunderten Bränden im Freistaat. In Würzburg ist eine Seniorin nach einem Balkonbrand gestorben. In Niederbayern überschattete eine Gewalttat die Nacht.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

In der Silvesternacht waren Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte in Bayern vielerorts im Dauereinsatz. Aus den Regionen wurden Hunderte Brände gemeldet, in Würzburg starb eine Seniorin nach einem Balkonbrand und im Landkreis Passau hat offenbar ein Mann mit einer Waffe auf seine ehemalige Lebensgefährtin geschossen und sie schwer verletzt.

"Unruhige Silvesternacht": Rund 200 Brände in Mittelfranken

Alleine in Mittelfranken wurden in der Silvesternacht rund 200 Brände registriert. Der größte Brand ereignete sich in Ansbach. Dort geriet ein Mehrfamilienhaus in Vollbrand. Da es sich um einen Neubau mit einer speziellen Fassadenverkleidung handelt, gehe man von mehreren Millionen Euro Sachschaden aus, sagte ein Sprecher der Polizei. Vier Personen wurden verletzt. Sie konnten aber ambulant behandelt werden. Feuerwehr und Rettungsdienste im Großraum Nürnberg sprachen von einer "unruhigen Silvesternacht". Insgesamt gingen 878 Notrufe bei der Integrierten Leitstelle Nürnberg ein. Darunter waren 152 Brände und 406 Einsätze für den Rettungsdienst.

In Petersaurach im Landkreis Ansbach brannte eine Scheune komplett aus und stürzte ein. Etwa 140 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Sie konnten verhindern, dass die Flammen auf ein anderes Gebäude übergriffen. In Altdorf bei Nürnberg ging ein Fahrzeug in Flammen auf. Das Feuer griff auf drei Garagen über. In Erlangen brannte ein E-Auto. Verursacht wurde das Feuer laut Polizei vermutlich durch Böller unter dem Fahrzeug.

Seniorin in Würzburg nach Balkonbrand verstorben

In Würzburg ist in der Silvesternacht eine ältere Frau in Folge eines Brandes gestorben. Wie der BRK-Kreisverband Würzburg in seiner ersten Bilanz mitteilt, hat es auf einem Balkon im Stadtteil Heuchelhof gebrannt. Rauch war deshalb in die Wohnung der Seniorin gelangt. Die Einsatzkräfte haben noch versucht, die Frau wiederzubeleben – doch die 88-Jährige starb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Die Kriminalpolizei Würzburg ermittelt wegen fahrlässiger schwerer Brandstiftung mit Todesfolge. Nach ersten Erkenntnissen ist es wahrscheinlich, dass Silvester-Feuerwerk das Feuer auf dem Balkon verursacht hat. Menschen, die vor Ort waren, haben eine Gruppe von drei Personen beobachtet, die Raketen abgeschossen haben. Dabei soll mindestens eine Rakete auf den Balkon geflogen sein. Gleich danach ist das Feuer ausgebrochen. Es soll sich um zwei Männer und eine Frau gehandelt haben – und die Polizei sucht mit Hochdruck nach ihnen. Wer etwas beobachtet hat oder weiterhelfen kann, soll sich unter der Telefonnummer 0931/457 17 32 melden. Es geht dabei auch um den genauen Ablauf. Die Polizei ist auch dankbar für Foto- oder Video-Aufnahmen.

Ein weiterer Balkonbrand im Würzburger Stadtteil Lindleinsmühle hat dafür gesorgt, dass die Feuerwehr ein ganzes Hochhaus räumen musste. 35 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Verletzt wurde niemand.

In Baunach im Landkreis Bamberg ist in der Silvesternacht eine Scheune abgebrannt. Die Ermittler schätzen den Schaden auf rund 100.000 Euro, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte.

"Sehr flammenreich" in Schwaben

Als "sehr flammenreich" beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Silvesternacht. Sieben Menschen wurden bei einem Hausbrand in Blaichach im Landkreis Oberallgäu leicht verletzt. Möglicherweise sei der Brand von einem nicht richtig ausgekühlten Feuerwerkskörper in einer Mülltonne ausgegangen, sagte ein Polizeisprecher. In Kempten erlitt eine 45-jährige Frau ein Knalltrauma, nachdem eine Rakete gezielt durch eine Unterführung am Residenzplatz geschossen wurde.

Von vielen Einsätzen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern berichtet auch ein Sprecher für Schwaben Nord. In Oberbayern Nord seien solche Feuer fast ausschließlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums.

Im oberbayerischen Bad Endorf geriet ein Fitnesscenter in Brand. Es stand komplett in Flammen. Bei den Löscharbeiten mussten Teile des Dachs abgedeckt werden.

59-Jährige durch Schüsse schwer verletzt

In Ruhstorf an der Rott im Landkreis Passau ist in der Silvesternacht eine 59-jährige Frau durch drei Schüsse aus einer Waffe schwer verletzt worden. Wie die Einsatzzentrale der Polizei Niederbayern dem BR sagte, steht der 67-jährige ehemalige Lebensgefährte im Verdacht, die Frau mit einer Schusswaffe angegriffen zu haben. Die Frau befindet sich nach aktuellem Stand außer Lebensgefahr, sie wird im Krankenhaus versorgt. Laut Polizei bestand keine Gefahr für weitere Menschen.

Zudem berichtet die Einsatzzentrale in Niederbayern von einigen brennenden Mülltonnen, aber auch größeren Bränden etwa in Pilsting und Marklkofen im Landkreis Dingolfing-Landau sowie in Künzing im Landkreis Deggendorf.

In Oberviechtach in der Oberpfalz bedrohte ein Mann seine Lebensgefährtin mit dem Messer, er wurde in Gewahrsam genommen und erhielt ein Kontaktverbot. Zufrieden zeigte sich die Polizei mit der Silvesternacht in der Regensburger Innenstadt. Es hätten sich weniger Personen als in den vergangenen Jahren im Bereich der Donauparallele aufgehalten und das Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in der Altstadt wurde überwiegend eingehalten.

Tausende Menschen auf Silvesterfeier in München

Bei einer großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München haben zahlreiche Menschen in das Jahr 2026 hineingefeiert. Nach Veranstalterangaben fanden sich rund 10.000 Feierende ein, die Polizei sprach von mehreren Tausend Menschen. Es sei alles ganz friedlich gewesen, sagte Katrin Strauch von der Veranstaltungsagentur Gral.

In der Münchner Fußgängerzone begingen nach Polizeiangaben rund 6.000 Menschen den Jahreswechsel. Dort galt ein Feuerwerksverbot. Ebenso viele feierten auf dem Olympiaberg, um die 3.000 im Bereich des Friedensengels. Zwischen 18 Uhr gestern Abend und fünf Uhr am Neujahrsmorgen zählte die Münchner Polizei mehr als 600 Einsätze.

Die Feinstaubbelastung war örtlich sehr hoch. Der Spitzenwert in München lag nach Mitternacht an der Landshuter Allee bei 1.458 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (externer Link). Der Tagesgrenzwert liegt laut Bundesumweltamt bei 50. Die Deutsche Umwelthilfe sprach von "extremer Luftverschmutzung" durch das Feuerwerk.

Selbstgebastelte Böller: Zwei Tote in Bielefeld

Deutschlandweit gab es mehrere Tote und Verletzte. In Bielefeld kamen zwei 18-Jährige bei Unfällen mit selbstgebauter Pyrotechnik ums Leben. In der Nähe von Rostock verlor ein 14-Jähriger durch einen explodierten Böller seine linke Hand. In Leipzig wurde eine 16-Jährige beim Versuch, einen in Deutschland nicht zugelassenen Silvesterböller zu zünden, schwer an der Hand verletzt.

Mit Informationen von dpa und der BR-Korrespondentinnen und ‑Korrespondenten Henning Pfeifer, Nico Angerstorfer, Astrid Dachs, Karin Goeckel, Christiane Scherm und Thomas Pösl

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