Sohn Maiko hilft Matthias Adrian die Arnsberglifte für die Saison vorzubereiten.
Sohn Maiko hilft Matthias Adrian die Arnsberglifte für die Saison vorzubereiten.
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Der Winter 25/26 ist entscheidend für den Liftbetrieb auf dem Rhöner Arnsberg, denn die letzten Saisons waren schneearm.
Bildrechte: Mona Böhm / BR
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Der Winter 25/26 ist entscheidend für den Liftbetrieb auf dem Rhöner Arnsberg, denn die letzten Saisons waren schneearm.

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Skifahren in der Rhön: Letzte Chance für Arnsberglifte

Skifahren in der Rhön: Letzte Chance für Arnsberglifte

Die Wintersaison 2025/26 ist entscheidend für den Liftbetrieb auf dem Rhöner Arnsberg, denn die letzten Winter waren schneearm, ein Draufzahlgeschäft. Welche Zukunft hat das Skifahren noch im Mittelgebirge?

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Mit geübten Bewegungen schraubt Matthias Adrian einen Liftbügel in die Halterung. Es ist der letzte von 160 Stück. Zusammen mit seinen Söhnen Maiko und Malte bereitet er die Arnsberglifte in der bayerischen Rhön für den Winter vor. Ein enormer Arbeitsaufwand, der im vergangenen Jahr völlig umsonst war: Nicht einen Tag konnten die Lifte laufen. "Dieser Winter ist entscheidend", gibt Liftbetreiber Adrian zu. "Irgendwann muss man die Entscheidung treffen: Geht's weiter oder geht's nicht weiter?"

Immer weniger Schnee: Liftbetrieb als Minusgeschäft

Denn die letzten Jahre waren eine finanzielle Belastung: Die vergangene Saison war ein Tiefpunkt, aber auch im Jahr zuvor gab es nur fünf Lifttage. Matthias Adrian hat die Arnsberglifte vor knapp 15 Jahren vom Vorbesitzer abgekauft. Dass die Winter schneeärmer werden, sei schon lange absehbar, so Adrian, "aber dass es die letzten zehn, zwölf Jahre so rapide voranschreitet, das hätten wir nie gedacht". Den letzten schneereichen Winter gab es 2020/21, ausgerechnet als die Lifte wegen Corona geschlossen bleiben mussten.

Schon seit gut zehn Jahren arbeite man im besten Fall kostendeckend. Die vergangenen drei bis vier Jahre habe man nur noch draufgelegt, sagt Adrian. Die jährlichen Ausgaben, schätzt er, liegen im fünfstelligen Bereich, vor allem die Versicherungskosten würden immer teurer. Stemmen kann die Familie den Liftbetrieb nur, weil sie hauptberuflich einen Campingplatz betreibt. Im Frühjahr stehen nun teure TÜV-Prüfungen an. Ob diese Investition überhaupt noch infrage kommt, hängt von diesem Winter ab.

Rhöner Liftbetreiber hoffen auf Schnee

Auch die anderen Liftbetreiber in der Rhön sehnen sich nach einer guten Saison. Das zweite Skigebiet auf bayerischer Seite ist am Kreuzberg. Auch hier wird nicht künstlich beschneit. In der vergleichsweise niedrigen Höhenlage sei das nicht rentabel und auch aus Naturschutzgründen nicht tragbar, so der Betreiber Volker Willert. Wenn die kommenden Saisons keine Änderungen bringen, müsste man Alternativen zum gewerblichen Betrieb finden, beispielsweise einen Verein gründen.

Andere Lifte in der bayerischen Rhön, wie beispielsweise am Feuerberg und am Ilmenberg mussten bereits vor einigen Jahren schließen.

Sind Schneekanonen die Lösung?

Auf hessischer Seite sieht man dem Winter teils positiver entgegen – dank technischer Hilfsmittel. Auf der Wasserkuppe wurde bereits beschneit, zumindest für Rodler ist der erste Lift geöffnet, die anderen sollen folgen. Doch zuletzt sei es wieder zu warm gewesen, um die Schneekanonen einzusetzen, so Liftbetreiber Florian Heitmann. Man merke, dass das Wetter extremer werde. Damit die Beschneiung effizient und auch wirtschaftlich ist, muss es mehrere Tage am Stück kalt sein.

Hinzu kommt, dass das Wintergefühl auch bei den Gästen ankommen muss. "Die Leute kommen nur, wenn es bis runter ins Tal schneit", sagt Heitmann.

Mountainbike statt Ski? Alternative Nutzungskonzepte

Immer mehr Liftbetreiber suchen daher nach Alternativen, um Skilifte nutzbar zu machen. In Frammersbach im Spessart oder am Geißkopf im Bayerischen Wald werden die Skilifte im Sommer für Mountainbike-Fahrer betrieben. Die Fahrräder können so nach oben transportiert werden, um Downhillstrecken oder Bikeparks bequem zu erreichen. Auch Matthias Adrian hat schon Pläne für einen Bikepark am Arnsberg, doch der Genehmigungsprozess im Naturschutzgebiet gestalte sich langwierig. Ob die Familie die Pläne im Frühjahr noch einmal weiterverfolge, sei noch nicht klar, sagt Adrian. Erst einmal kommt es auf die jetzige Wintersaison an.

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