Markus Söder und Dominik Krause im Olympia-Looping auf dem Oktoberfest
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Markus Söder und Dominik Krause im Olympia-Looping auf dem Oktoberfest
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Markus Söder und Dominik Krause im Olympia-Looping auf dem Oktoberfest

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Söder in der Achterbahn: Schwarz-grünes Miteinander

Söder in der Achterbahn: Schwarz-grünes Miteinander

Für Auto und Windkraft mit dem Kollegen Özdemir, eine Achterbahnfahrt für Olympia mit OB Krause – Ministerpräsident Söder zeigt: Er kann nicht nur mit CDU und SPD, sondern bei Bedarf auch mit Grünen. Aber es gibt ein neues Feindbild. Eine Analyse.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

CSU-Chef Markus Söder Seite an Seite mit einem Grünen in einem engen Achterbahn-Wagen – fixiert mit einem Schulterbügel: Noch im Bundestagswahlkampf 2025 hätte dieses Bild dem bayerischen Ministerpräsidenten als Schreckensszenario dienen können, jetzt ist es Ausdruck des Miteinanders mit dem Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause: "Bei Olympia geht's nur gemeinsam", betont Söder.

Der Oktoberfest-Termin geht zurück auf eine Sitzung des bayerischen Kabinetts vor drei Wochen, an der mit Krause erstmals ein Grüner teilgenommen hatte. Dabei schlug der OB vor, sich mit Söder in den Fünfer-Looping zu setzen, sollte München im innerdeutschen Olympia-Wettstreit Erfolg haben. Am Samstag nun bekam die Landeshauptstadt vom Deutschen Olympischen Sportbund den Zuschlag: Auf eine schwarz-grüne Umarmung der Politiker am Samstag in Baden-Baden folgt am Montagabend die gemeinsame Achterbahnfahrt in München. Söders Fazit nach der gut zweiminütigen Runde mit bis zu 100 km/h: "Kein Problem, aber einmal reicht."

Söder kann auch mit den Grünen

Immer wieder betont der Ministerpräsident seit Wochen, wie verlässlich die Olympia-Zusammenarbeit mit Krause ist. "Es funktioniert sehr gut", sagte er nach dem Oktoberfest-Anstich dem BR, schränkte jedoch ein: "Das heißt aber nichts für andere Dinge." Obwohl Söder sich vor Monaten von seiner Anti-Grünen-Rhetorik verabschiedet hat, weiß er gut, dass die Grünen für so manchen an der CSU-Basis weiter ein rotes Tuch sind.

Doch auch jenseits der Olympia-Partnerschaft mit Krause zeigt der CSU-Politiker, dass er mit Grünen pragmatisch kooperieren kann, wenn es geboten scheint. So zieht er mit seinem baden-württembergischen Amtskollegen Cem Özdemir (Grüne) an einem Strang, wenn es um die Windkraft in den Süd-Ländern geht oder um den Einsatz für die Autoindustrie. Erst kürzlich unterzeichneten Söder und Özdemir mit dem SPD-Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Olaf Lies, ein Positionspapier zum Auto.

Söder, der Brückenbauer?

Fakt ist: Die bundespolitische Bedeutung der Grünen könnte in nächster Zeit wachsen. Sollten sie künftig den Landesregierungen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern angehören, hätte es Auswirkungen auf den Bundesrat: Regierungen mit Grünen-Beteiligung hätten dort eine absolute Mehrheit und könnten Gesetze der schwarz-roten Koalition in der Länderkammer blockieren. Zugleich zeigten die jüngsten Landtagswahlen, dass in der Mitte immer breitere Bündnisse nötig sein können.

Zunächst aber muss sich Schwarz-Rot innerhalb der Koalition rasch bei strittigen Fragen einig werden. Söder schickte in den vergangenen beiden Wochen mehrfach Signale des Entgegenkommens an die SPD, zum Beispiel im Streit über die Rentenreform: An Ausnahmen und Übergangsfristen bei der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren werde das Projekt nicht scheitern. Bei allen Reformen sei ein "Sozialcheck" nötig. Damit positioniert sich der CSU-Chef ein Stück weit als Brückenbauer.

"Für Nord, für Süd, für Ost und West"

In dieses Bild passt auch, dass Söder Mitte des Monats den konservativen Seeheimer Kreis der SPD-Bundestagsfraktion in der CSU-Zentrale begrüßte. "Wir sind nicht immer einer Meinung, aber haben eine gemeinsame Verantwortung für Deutschland", schrieb er dazu auf X.

Die Bedeutung für ganz Deutschland betont Söder auch bei der Münchner Olympia-Bewerbung. In Baden-Baden verkündete der bayerische Ministerpräsident, der sonst so gern den Freistaat in den Vordergrund stellt: "Wir denken deutsch." Bayern wolle alles geben, "damit wir gemeinschaftlich als Deutschland, als Partner – für Nord, für Süd, für Ost und West – am Ende uns als ein Land präsentieren".

Söders öffentliches Bild

Unabhängig vom Erfolg in der Sache: Nebenbei verändert Söder auch das öffentliche Bild, das er abgibt. Zwar stellt sich die Frage aktuell nicht akut – sollte aber die Union irgendwann doch vorzeitig einen Nachfolger für Bundeskanzler Merz (CDU) suchen, hätte der staatsmännisch konstruktive Söder dieser Tage sicher etwas bessere Karten als der polarisierende "Bavaria First"-Söder vergangener Jahre.

Dass der CSU-Chef bei Bedarf mit SPD und Grünen klarkommt, ist auch dem bayerischen Koalitionspartner, den Freien Wählern, nicht verborgen geblieben. Auf ihrer Fraktionsklausur forderten sie von der CSU, sich schon jetzt auf eine Fortsetzung der schwarz-orangen Koalition nach der Landtagswahl 2028 festzulegen. Söder lehnte das ab: "Eine Koalitionsaussage werden wir vor der Wahl 2028 treffen, aber jetzt nicht. Wir sind erst mitten in der Legislaturperiode." Somit hält er sich vorerst andere Optionen offen.

"In Berlin droht Sozialismus"

Während Söder das Grünen-Bashing eingestellt hat, kristallisiert sich ein neuer Umgang mit AfD und Linkspartei heraus. Der CSU-Chef will nach den jüngsten Landtagswahlen weniger über die AfD reden, zugleich schießt er sich verstärkt auf die Linkspartei ein. Speziell der Berliner Linken wirft er Antisemitismus, Kontakte zu Clan-Kriminellen und Extremismus vor. Deswegen müssten Zahlungen von Bund und Ländern an Berlin auf den Prüfstand, falls die Linken den Senat anführen sollten. "In Berlin droht Sozialismus pur." Die Linke scheint bei Söder die Grünen als Feindbild abzulösen.

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