19.09.2026, Bayern, München: Gäste - viele davon junge Frauen im Dirndl - feiern nach dem Anstich im Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest. Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.
19.09.2026, Bayern, München: Gäste - viele davon junge Frauen im Dirndl - feiern nach dem Anstich im Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest. Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.
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Sicher vom Oktoberfest nach Hause: Das ist das Hauptthema für Frauen, die am Safe Space auf der Wiesn Rat suchen.
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Sicher vom Oktoberfest nach Hause: Das ist das Hauptthema für Frauen, die am Safe Space auf der Wiesn Rat suchen.

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Wiesn-Safe-Space: Mehr Gewalt gegen Frauen auf dem Oktoberfest

Wiesn-Safe-Space: Mehr Gewalt gegen Frauen auf dem Oktoberfest

Sicher auf dem Oktoberfest und auf dem Heimweg: Dabei hilft der "Safe Space" auf der Wiesn. Denn die Fälle von sexueller und körperlicher Gewalt steigen – und werden massiver. Wie Betroffenen und Opfern geholfen wird.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

Für eine junge Frau endete der Oktoberfest-Besuch am Freitag mit einem furchtbaren Erlebnis: Beim Austausch von Zärtlichkeiten mit einer Wiesn-Bekanntschaft ist die junge Touristin auf einer Parkbank Opfer eines Übergriffs von einem anderen Mann geworden. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen Vergewaltigung der 21-Jährigen und sucht nach einem bislang unbekannten Täter. Nach Angaben der Polizei hatte die junge Frau auf dem Oktoberfest einen 23-Jährigen kennengelernt. Beide begaben sich in den angrenzenden Park neben der Theresienwiese und tauschten dort Zärtlichkeiten aus.

Dabei trat plötzlich ein unbekannter Mann von hinten an die 21-Jährige heran und führte gegen ihren Willen sexuelle Handlungen durch. Die Frau schrie laut auf, woraufhin der Täter flüchtete. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb ohne Erfolg.

Zwischenbilanz: 185 Wiesn-Besucherinnen suchen Hilfe

Im "Safe Space" beim Oktoberfest registrieren die Mitarbeiterinnen einen Anstieg an Übergriffen gegen Mädchen und Frauen. 19 Wiesn-Besucherinnen - sieben mehr als im vergangenen Jahr - hätten bereits Hilfe gesucht, nachdem sie auf dem Festgelände sexualisierte oder körperliche Gewalt erfahren hatten. Besonders die Fälle körperlicher Gewalt seien "teilweise sehr massiv" gewesen, heißt es in der Halbzeitbilanz der Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen".

Insgesamt sind an den ersten acht Tagen 185 Wiesn-Besucherinnen in den "Safe Space" gekommen (2025: 197), weil sie in kritische Situationen geraten waren. Besonders häufig baten sie der Bilanz zufolge um Unterstützung bei der Organisation eines sicheren Heimwegs – etwa weil Begleitpersonen oder wichtige persönliche Gegenstände abhandengekommen waren, die Hoteladresse nicht bekannt war oder die Betroffenen sich alleine einfach nicht sicher fühlten.

Beratung, Trost und Wechselkleidung

Die Mitarbeiterinnen im "Safe Space" helfen mit Beratung, Recherche, Begleitung, Decken oder Kleidung zum Wechseln. Auch Alkoholmissbrauch oder der Verdacht auf K.-o.-Tropfen sind Themen. Die Einrichtung gibt zudem Tipps, wie man schwierigen Situationen womöglich selbst vorbeugen kann: So wird zum Beispiel geraten, einen Zettel mit wichtigen Handynummern oder der Hoteladresse am Körper zu tragen, im Vorfeld Treffpunkte für Notfälle zu vereinbaren und etwas Kleingeld in die Dirndltasche zu stecken, falls mal der Geldbeutel auf der Wiesn verloren geht.

Bisher keine Fälle von Upskirting bekannt

Das Thema Upskirting, also Filmen unter den Rock, wurde im Vorfeld der Wiesn zwar prominent diskutiert. Am "Safe Space" wurden aber keine Fälle bekannt. "Wir gehen davon aus, dass die meisten Frauen diese Straftaten oft in dem Moment nicht wahrnehmen oder mitbekommen. Die Täter versuchen ja bewusst, ihr Vorgehen zu verheimlichen", sagte eine Sprecherin. Wenn eine Frau irgendwann ein Video von sich im Internet entdecke, sei das kein Fall mehr für den "Safe Space". 

Kostenloses Hilfsangebot bis in die Nacht

Der "Safe Space" ist für alle Personen offen, "die sich als Frauen identifizieren" oder sich als non-binäre Menschen angesprochen fühlen. Er befindet sich im Servicezentrum (Eingang "Erste Hilfe") hinter dem Schottenhamel-Zelt und ist täglich von 18 bis 1 Uhr nachts geöffnet. Ab Freitag wird bereits um 15.30 Uhr aufgemacht. Das Angebot ist kostenlos.

Dreiviertel der Hilfesuchenden jünger als 30 Jahre

38 Prozent der Hilfesuchenden (67 Menschen), stammten dieses Jahr aus München oder Umgebung. Aus dem Ausland kamen 37 Prozent (65 Menschen). Die übrigen Besucherinnen kamen aus anderen Teilen Deutschlands. 74 Prozent der Hilfesuchenden waren jünger als 30 Jahre, 28 von ihnen waren noch minderjährig.

Die "Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen" ist eine gemeinsame Aktion der Vereine "AMYNA" und "IMMA" sowie der Beratungsstelle Frauennotruf München. Sie wird unter anderem von der Stadt München und der Münchner Wiesn-Stiftung unterstützt.

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