Schatten von Passanten erscheinen bei strahlendem Sonnenschein auf einem Gehweg.
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Von Januar bis September dieses Jahres ist die Zuwanderung im Vergleich zum Vorjahr um fast 58 Prozent zurückgegangen. (Symbolbild)
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Bernd Weißbrod
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Von Januar bis September dieses Jahres ist die Zuwanderung im Vergleich zum Vorjahr um fast 58 Prozent zurückgegangen. (Symbolbild)

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Weniger Einwanderung, mehr Elektroautos: Bayern in Zahlen

Weniger Einwanderung, mehr Elektroautos: Bayern in Zahlen

Ein Rückgang bei der Zuwanderung und eine angespannte wirtschaftliche Lage – diese und weitere Ergebnisse aus dem Statistischen Jahrbuch hat Bayerns Innenminister Herrmann vorgestellt. Beim Thema Lebkuchen verteidigt der Freistaat seinen Rekordwert.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

342 Tabellen und 206 Grafiken auf 700 Seiten: Für alle Zahlenliebhaber gibt es ab sofort einen neuen Wälzer. Im Landesamt für Statistik in Fürth ist heute das neue Statistische Jahrbuch für Bayern vorgestellt worden. Darin werden jährlich aktuelle Daten zusammengefasst, die den Freistaat betreffen – aus unterschiedlichen Themen wie Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Erhebungszeitraum ist das Jahr 2024, zum Teil wurden aber auch bereits Zahlen aus 2025 berücksichtigt.

Zuwanderung sinkt: "Zahlen belegen eindrucksvoll die Trendwende"

Eine deutliche Erkenntnis: Die Zuwanderung aus dem Ausland ist 2025 stark gesunken. Von Januar bis September lag der Saldo der Zugewanderten aus dem Ausland bei rund 22.600 Personen, ein Rückgang von fast 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Die Zahlen belegen eindrucksvoll die Trendwende im Bereich der Migration", wird Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einem Schreiben zitiert.

Bei der natürlichen Bevölkerungsentwicklung hält die seit 2022 anhaltende Entwicklung unterdessen an: Mit 114.400 sinkt die Geburtenzahl im Freistaat weiter, während die Zahl der Todesfälle diese mit rund 144.100 überstieg. Auch für 2025 zeichnet sich erneut ein Geburtenrückgang ab.

Wirtschaftsleistung nimmt ab – Arbeitsmarkt stabil

Die bayerische Wirtschaftsleistung nahm im ersten Halbjahr 2025 ab, Einbrüche gab es dabei im verarbeitenden Gewerbe, dem Bausektor und den unternehmensnahen Dienstleistungen. Allerdings sei der Auftragseingang, der als Frühindikator der Produktion gilt, im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen.

Unverändert stabil zeigt sich laut Statistik der bayerische Arbeitsmarkt: Der Freistaat hat demnach mit 3,9 Prozent deutschlandweit die niedrigste Arbeitslosenquote und liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,1 Prozent.

Trend zu Elektromobilität bestätigt sich

In der Automobilbranche hat sich der Trend zu mehr Elektromobilität weiter verfestigt. Bei den PKW-Zulassungen stieg der Anteil von umweltfreundlichen Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Bayerns PKW-Bestand 2024 gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozentpunkte an. Bei den Neuzulassungen in den ersten drei Quartalen 2025 waren mit rund 57,4 Prozent bereits mehr als die Hälfte mit alternativen Antriebstechnologien ausgestattet.

Trotz der Zuwächse bei der Elektromobilität bleibe die wirtschaftliche Lage in der bayerischen Automobilbranche weiterhin – wie auch im bundesweiten Vergleich – angespannt. Von Januar bis September 2025 war laut Herrmann auch in Bayerns investitionsstärkstem Wirtschaftszweig ein Rückgang des Produktionsvolumens von 6,5 Prozent festzustellen.

Bayern verteidigt Spitzenwert im Tourismus

Den Zahlen nach zu urteilen, bleibt Bayern nach wie vor ein beliebtes Reiseziel für Gäste aus dem In- und Ausland. Für den Zeitraum Januar bis Oktober 2025 vermeldeten die Beherbergungsbetriebe in Bayern 35,4 Millionen Gästeankünfte und 89,5 Millionen Übernachtungen. "Der Freistaat behält damit seine Spitzenposition und stellt gut ein Fünftel aller Gäste und Übernachtungen in ganz Deutschland", so Herrmann.

Zuwächse wurden in den ersten drei Quartalen 2025 auch beim Luftverkehr verzeichnet. "Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es an den drei bayerischen Verkehrsflughäfen München, Nürnberg und Memmingen 5,2 Prozent mehr Starts und Landungen", erklärte Herrmann. Gleichzeitig sei die Zahl der beförderten Passagiere um 5,6 Prozent auf rund 38,9 Millionen gestiegen.

Innenminister Herrmann: "Wir sind das 'Land der Lebkuchen'"

Deutschlandweit an erster Stelle steht Bayern übrigens auch bei der Herstellung von Lebkuchen: "Wir sind und bleiben mit großem Abstand das 'Land der Lebkuchen'. 2024 wurden in Bayern knapp 57.000 Tonnen des beliebten Weihnachtsklassikers produziert", sagte Herrmann. Demnach würden 70,3 Prozent der in Deutschland hergestellten Lebkuchen aus Bayern kommen.

Statistisches Jahrbuch ist online verfügbar

Die Inhalte der 68. Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs sind kapitelweise als pdf-Datei auf der Website des Bayerischen Landesamts für Statistik [externer Link] abrufbar.

Im Video: Statistisches Jahrbuch 2025 - Bayern im Wandel

Statistisches Jahrbuch 2025 - Bayern im Wandel
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Statistisches Jahrbuch 2025 - Bayern im Wandel

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