Surfer an der Fuchslochwelle in Nürnberg
Surfer an der Fuchslochwelle in Nürnberg
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Die Surfer an der Nürnberger Fuchslochwelle üben ihren Sport das ganze Jahr über aus.
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Die Surfer an der Nürnberger Fuchslochwelle üben ihren Sport das ganze Jahr über aus.

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Surf-Spaß im Winter: Wellenreiten auf der Pegnitz

Surf-Spaß im Winter: Wellenreiten auf der Pegnitz

Wellenrauschen mitten in der Stadt: Während die Münchner auf die Rückkehr der Eisbachwelle warten, ist Surfen an der Fuchslochwelle in Nürnberg auch im Winter möglich. Die künstlich erzeugte Welle an der Pegnitz lässt sich über ein Wehr steuern.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Das Fuchsloch an der Pegnitz in Nürnberg – idyllisch gelegen, mit grünen Pfaden entlang des Wassers und längst nicht mehr nur Rückzugsort für Spaziergänger und Naturfreunde. Hier hat sich in den vergangenen Jahren eine leidenschaftliche Surf-Community etabliert. Selbst bei Minus-Temperaturen lassen sich die Wassersportler nicht aufhalten. "Es ist jedes Mal ein halbes Workout, bis man im nassen Neoprenanzug steckt – aber das ist es absolut wert", sagt Clara Scheller, die in dieser Woche schon zum vierten Mal aufs Brett steigt.

Ehrenamt und Technik: Das Erfolgsrezept der Fuchslochwelle

Acht Meter breit ist die künstlich erzeugte Welle an der Pegnitz. Das Besondere: Sie funktioniert das ganze Jahr über – dank großen ehrenamtlichen Engagements und etwas Technik. Daniela Tremel vom Verein Nürnberger Dauerwelle erklärt: "Wir haben ein Wehr, das wir regulieren können. Das Wasser fließt in einen eigens angelegten Seitenarm der Pegnitz. Wenn das fließende Wasser auf das stehende trifft, entsteht unsere Welle."

So einfach das Prinzip klingt, so ausgeklügelt ist die Steuerung. Mario Dehler ist im Verein der Wellenwart. Über ein Tablet sorgt er für den perfekten Wasserfluss. Auf Knopfdruck verändert sich die Welle – je nach Situation höher, flacher oder breiter. Die erste Priorität sei immer die Sicherheit der Surfer. "Das heißt, die Welle so einzustellen, dass keine Gefahr für die Surfer besteht und als Zweites, sie so einzustellen, dass sie möglichst viel Spaß macht", betont Dehler.

Hoffnungsschimmer für die Eisbachwelle

In München wäre man froh, wieder surfen zu können. Die weltberühmte Eisbachwelle – sonst ein Magnet für Surfer und Zuschauer aus aller Welt – war mit der Bachauskehr im Oktober verschwunden. Mehrere Versuche, das Wahrzeichen der Münchner Surfszene wieder auf gewohnte Weise in Gang zu bringen, scheiterten. Eine über Weihnachten illegal eingesetzte Rampe war von der Feuerwehr wieder entfernt worden. Jetzt gibt es einen Hoffnungsschimmer: Vertreter der Surf-Community und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) einigten sich auf einen Projektversuch, wie die Welle wieder hergestellt werden kann. Die technische und statische Untersuchung der dafür notwendigen Einbauten will die Stadt übernehmen. Die Verantwortung und die Haftung dafür sollen die zwei Münchner Surfvereinigungen IGSM und Surfclub München tragen. Ein Comeback der Eisbachwelle scheint also möglich – wann genau, ist allerdings noch offen. Im Gespräch ist das Frühjahr.

Sauna mit Wellenblick

In Nürnberg läuft der Betrieb auch bei frostigen Temperaturen. Pro Trainingseinheit verbringen die Sportler gut zwei Stunden im Wasser. "Am Fluss surft man die ganze Zeit, man kann die Technik gut üben", so Dehler. Auf dem Meer dauere so ein Ritt oft nur ein paar Sekunden.

Und ein besonderes Schmankerl haben die Nürnberger in diesem Jahr auch noch zu bieten. Wer nach dem eiskalten Wellenritt ausgekühlt ist, muss nicht lange frieren. Am Ufer der Pegnitz hat Saunameister Thomas Spagl einen Sauna-Wagen aufgestellt – mit Panoramablick auf die Surf-Kulisse. "Absolut einmalig, hier so naturverbunden zu saunieren, das erlebt man selten", schwärmt er, während der Ofen allmählich auf Betriebstemperatur kommt.

Fuchslochwelle Nürnberg: Surfspaß für alle

Wellenreiten für alle – das war das Ziel, als der Verein Nürnberger Dauerwelle vor nun fast 15 Jahren mit seiner Vision vom Fluss-Surfen angetreten ist. Mittlerweile ist die Fuchslochwelle an der Pegnitz ein echter Hotspot. Geeignet für Anfänger wie für Profis. Und zwar das ganze Jahr. Das kann Clara Scheller nur bestätigen. Sie hat erst 2024 mit dem Surfen begonnen, die Leidenschaft hat sie schnell gepackt.

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