Das stark gefährdete Rebhuhn (Link zum Podcast) ist Vogel des Jahres 2026 – wer 2027 sein gefiederter Nachfolger wird, ist jedoch noch offen. Deshalb starten der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit Sitz in Hilpoltstein und sein Partner, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu), am Dienstag wieder ihre öffentliche Wahl zum Vogel des Jahres. Jeder kann online bei der virtuellen Abstimmung zum Vogel des Jahres 2027 [externer Link] mitmachen.
Vogel des Jahres 2027: Wer fliegt an die Spitze?
Insgesamt fünf Vogelarten stehen bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2027 zur Auswahl: der Kolkrabe, der Kranich, die Mehlschwalbe, der Trauerschnäpper und die Wasseramsel. Laut LBV geht es im Zusammenhang mit jeder Art auch um ein Naturschutzthema, das öffentliche Aufmerksamkeit braucht.
Der Kolkrabe zum Beispiel ist durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht. Mehlschwalben leiden unter dem Insektenschwund und der Zerstörung ihrer Nistplätze im Zuge von Gebäudesanierungen, während dem Trauerschnäpper die klimawandelbedingten Veränderungen des Frühjahrs zu schaffen machen.
Gewinner rückt für ein Jahr ins Rampenlicht
"Der Kandidat, der am Ende gewinnt, rückt für ein Jahr ins Rampenlicht und mit ihm die Frage, was wir für seinen Schutz tun können", so der LBV. Auf einer eigens eingerichteten Website wird um 10.00 Uhr das virtuelle Wahllokal freigeschaltet. Abgestimmt werden kann bis zum 15. Oktober. Noch am selben Tag geben LBV und Nabu den Sieger bekannt.
Der Vogel des Jahres wurde in Deutschland erstmals 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt.
Zur Bildergalerie: Das sind die Kandidaten
Kolkrabe: "Schwarze Federn, helles Köpfchen"
Der Kolkrabe ist aus vielen Märchen und Mythen bekannt und hat oft fälschlicherweise ein schlechtes Image: So galt er etwa im Mittelalter als "Schädling" oder "Unglücksrabe". Eigentlich sind Kolkraben jedoch besonders intelligente und soziale Vögel. Obendrein ist der Kolkrabe der größte Singvogel der Welt. Das Leben der Vögel wird heutzutage durch Abschüsse und Vergiftungen bedroht.
Kranich: "Allzeit nasse Füße!"
In vielen Ländern gilt der Kranich als Symbol für Glück, Liebe und Frieden. Seine eleganten Balztänze im Frühjahr und sein Zug in großen Keilformationen im Herbst sind Naturschauspiele, die bei vielen Menschen Faszination auslösen. Zur Rast und Brut brauchen Kraniche Feuchtgebiete: mit bis zu 116 Zentimetern sind sie größer als Weißstörche.
Mehlschwalbe: "Auf gute Nachbarschaft!"
Mehlschwalben sind Insektenfresser und Gebäudebrüter. Dadurch haben sie heute zwei Probleme: Zum einen steht ihnen durch Insektenschwund weniger Nahrung zur Verfügung. Dazu werden ihre Nistplätze – dabei handelt es sich um Halbkugeln aus Lehm, die sie an die Außenseite von Häusern bauen – etwa bei Gebäudesanierungen entfernt. Laut Roter Liste [externer Link] ist die Mehlschwalbe gefährdet.
Trauerschnäpper: "Mach Tempo fürs Klima!"
Der Trauerschnäpper ist ein munterer Luftakrobat. Sein Futter fängt er oft im Flug von einer Sitzwarte aus. Weil der Frühling durch den Klimawandel immer früher beginnt, geht der Insektenfresser bei der Suche nach einer geeigneten Bruthöhle und Nahrung für den Nachwuchs häufig leer aus. Wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurückkehrt, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt.
Wasseramsel: "Klarer Bach, klarer Fall!"
Bei der Wasseramsel handelt es sich um den einzigen einheimischen Singvogel, der tauchen, schwimmen und unter Wasser laufen kann. Sie brütet überwiegend in Mittel- und Süddeutschland nahe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen, meist im Wald- und Bergland. Nester errichtet sie in der Uferböschung oder in Mauerlöchern.
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