Zum Weltfrauentag haben sich in München mehrere tausend Menschen zu einer Demonstration versammelt. Die Polizei zählte 5.500 Teilnehmende bei mehreren Kundgebungen. Themen waren Frauenrechte und Gleichstellung, Gewalt und Benachteiligungen am Arbeitsplatz.
Unter anderem ein feministisches Bündnis hatte zu Protesten in der bayerischen Landeshauptstadt aufgerufen. Unter dem Motto "We are unstoppable – another world is possible" kritisierte das Bündnis, es gebe immer noch einen Zusammenhang zwischen Armut und Geschlecht. Hier demonstrierten laut Polizei rund 4.100 Menschen. An einer weiteren Kundgebung, die am Marienplatz startete, und zum Georg-Freundorfer-Platz im Stadtteil Schwanthaler Höhe zog, beteiligten sich nach Polizeiangaben 1.400 Personen. Auch in Nürnberg demonstrierten Tausende für Gleichberechtigung.
Papst: "Wir müssen diese Gewalt beseitigen"
Zum Weltfrauentag äußerte sich auch der Papst: Leo XIV. verurteilte Übergriffe gegen Frauen und rief dazu auf, mutig dagegen vorzugehen: "Wir dürfen einen Akt der Gewalt niemals unterschätzen und dürfen keine Angst haben, Gewalt anzuzeigen", sagte er der Zeitschrift "Piazza San Pietro".
Ein "großes Problem" sei die Gewalt von Männern innerhalb von Beziehungen. Sie sei eine "Quelle großen Leids", so der Papst. Gleichzeitig würdigte Leo die Verdienste von Frauen in Fürsorge und Geschwisterlichkeit. Sie stünden für Werte wie Glaube, Freiheit, Gleichheit, Schöpfungskraft, Hoffnung, Solidarität und Gerechtigkeit. All das sei unverzichtbar, um der Menschheit Zukunft und Würde zu geben.
Auch prangerte der Pontifex die häufigen Morde an Frauen an und machte deutlich, dass die Kirche sich für Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen einsetzen könne. "Wir müssen diese Gewalt beseitigen und Wege finden, die Denkweise der Menschen zu verändern." Schon bei der Erziehung gelte es, ein Bewusstsein für die Würde jedes Menschen zu schaffen.
Auf Instagram: Tausende Demonstranten in Bayern am Weltfrauentag
Frauenministerin Prien: "Noch Luft nach oben"
Vonseiten der Politik mahnte Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) an, dass es bei Frauenrechten immer noch Nachholbedarf gebe. Zwar stehe Deutschland im weltweiten Vergleich "ganz ordentlich da", dennoch sei "durchaus noch Luft nach oben", sagte Prien der "Rheinischen Post" (Sonntag). Sie bemängelte unter anderem, dass Frauen in Vorständen und Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert seien. Das müsse sich nicht nur wegen Gleichberechtigung ändern, sondern auch um der "wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit" willen.
Außerdem prangerte Prien das Erstarken autoritärer Bewegungen vielerorts an, die Frauen abwerteten und aus dem öffentlichen Raum verdrängen wollten. Und sie sprach über die Frauen im Iran, die sie "unfassbar mutig" nannte.
Eine Gefahr für die Rechte von Frauen sieht Familienministerin Prien auch in der Künstlichen Intelligenz. Da KI mit Internetdaten trainiert werde, übernehme sie die gängigen Vorurteile, wie sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) sagte. Das zeige sich etwa, wenn KI-Tools bei Job-Bewerbungen eine Vorauswahl treffen: "Wenn in der Vergangenheit überwiegend Männer in bestimmten Positionen eingestellt oder befördert wurden, lernt die KI solche Muster."
Mit Informationen von KNA und epd
Kontrovers - Die Story: Femizide: dein Partner, dein Mörder
Kontrovers - Die Story: Femizide: dein Partner, dein Mörder
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!

