Symbolbild: Weiches Bitumen in Straßenbahnschienen in Leipzig am 27.6.26
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Wie "Schmierseife": Hitze wirkt sich auf Straßenbahnverkehr aus
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Wie "Schmierseife": Hitze wirkt sich auf Straßenbahnverkehr aus

Wie "Schmierseife": Hitze wirkt sich auf Straßenbahnverkehr aus

Die aktuelle Hitze zeigt: Auch Straßenbahnschienen vertragen zu hohe Temperaturen nicht. In Nürnberg stehen die Straßenbahnen deshalb in ihren Depots, in Würzburg verkehren sie inzwischen wieder. Schuld ist "schmelzendes" Bitumen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-1-Nachrichten am .

Die außergewöhnliche Hitzewelle wirkt sich auch auf den ÖPNV aus, insbesondere den mit Straßenbahnen. Am Sonntag sorgten die hohen Temperaturen für einen weitgehenden Stillstand der Straßenbahnen in Nürnberg und Würzburg. In Würzburg läuft der Betrieb wieder, in Nürnberg geht voraussichtlich bis Dienstagfrüh auf mehreren Linien nichts.

Nürnberg: Betrieb mehrerer Straßenbahnlinien eingestellt

In Nürnberg ist der Betrieb der Straßenbahnlinien 4 bis 8 und 10 bis 11 vorübergehend eingestellt worden. Wie die VAG (Verkehrs-Aktiengesellschaft) am Montagmorgen auf ihrer Internetseite mitteilte, fahren die Linien bis voraussichtlich Mitternacht nicht. Sie hat Ersatzverkehr mit Bussen und U-Bahnen eingerichtet (externer Link der VAG). Der Betrieb soll auf allen Linien nach und nach wieder aufgenommen werden.

Straba in Würzburg fährt wieder

Seit Dienstbeginn am frühen Montagmorgen können in Würzburg wieder alle Straßenbahn-Linien regulär fahren. Das bestätigt die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) auf BR-Nachfrage. Am Sonntagnachmittag musste der Straßenbahnverkehr aufgrund von Hitzeschäden teilweise eingestellt werden. Zwischen dem Hauptbahnhof und Grombühl sowie im Stadtteil Zellerau war laut WVV kein sicheres Fahren mehr möglich gewesen. Außerdem sollten weitere Schäden vermieden werden.

Bitumen verwandelte sich in der Hitze in "Schmierseife"

Durch die starke Hitze ist sowohl in Nürnberg wie Würzburg das Bitumen, ein im Gleisbau verwendeter Baustoff, so weich geworden, dass es in den Gleiskopf lief. Ein Techniker der WVV verglich den Zustand mit "Schmierseife". Das Material müsse nun über Nacht wieder aushärten. In Würzburg hat das offenbar geklappt.

In Nürnberg hat sich das Bitumen so stark erhitzt, dass es an den Radreifen der Straßenbahnen kleben blieb. Durch die Radreifen der Straßenbahnen riss es zusätzlich immer weiter auf. Die dabei entstehenden Klumpen verschmutzten die Schienen und blieben als zähe Masse an den Radreifen haften. Die Schienen in Nürnberg müssen, wenn das Bitumen abgekühlt ist, per Hand freigekratzt werden. Gut 40 Straßenbahnen müssen zudem im Depot von der Masse befreit werden.

Gleise auf Bahnstrecke verformt – Sperrung im Kreis Cham

Auch im Landkreis Cham wirkt sich die Hitze auf den ÖPNV aus. Hier haben sich am Wochenende die Gleise verformt, auf denen die Oberpfalzbahn (externer Link) fährt. Das teilte die Betreiberin Länderbahn am Sonntag mit. Die Strecke zwischen Cham und Bad Kötzting wurde in beide Fahrtrichtungen gesperrt.

Für den Schülerverkehr am Montagmorgen habe man zwei Ersatzbusse organisiert. Ansonsten sei am Montag kein Ersatzverkehr mit Bussen möglich. Sämtliche Kapazitäten der Busunternehmen seien wegen der Baustelle auf der Strecke zwischen Weiden und Marktredwitz im Einsatz, hieß es. Zwischen Bad Kötzting und Lam verkehren die Züge. Hitze ist ein häufiger Auslöser für Gleisverwerfungen. Moderne Gleise sind lückenlos verschweißt, dadurch können sich die Schienen bei Wärme nicht frei ausdehnen. Bei zu hoher Temperatur kann das Gleis wegen der Druckkräfte ausknicken.

Mit Informationen von dpa

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