Weltweit stehen der Hopfenmarkt und die Braubranche weiter unter Druck, auch in Deutschland. Das geht aus dem BarthHaas-Bericht 2025/26 hervor, den der weltweit tätige Hopfenhändler mit Sitz in Nürnberg am Dienstag vorgestellt hat. Zum einen geht der Bierabsatz weiter zurück. Zum anderen überstieg die Hopfenproduktion 2025 global trotz weniger Anbauflächen und niedrigerer Ernte den Bedarf. Denn: Es wird weniger Hopfen gebraucht, auch weil sich das Konsumverhalten verändert hat. Alkoholfreie und alkoholreduzierte Getränke liegen weltweit im Trend und benötigen weniger Hopfen.
Deutsche Brauereien brauen 5,6 Prozent weniger Bier
Laut Bericht ging in Deutschland der Bierausstoß um rund 5,6 Prozent auf 79,24 Millionen Hektoliter zurück und sank erstmals unter die 80 Millionen Hektoliter-Marke. Damit verzeichneten die deutschen Bierbrauer ein größeres Minus als die weltweiten Konkurrenten. Global sank 2025 die Bierproduktion gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,7 Prozent auf 1,896 Milliarden Hektoliter.
Deutschland erreicht wieder Platz sechs im internationalen Ranking der Braunationen mit einem Weltmarktanteil von 4,2 Prozent. Die Plätze eins bis fünf belegen unverändert China (18,7 Prozent Weltmarktanteil), die USA (9,2 Prozent), Brasilien (8 Prozent), Mexiko (7,8 Prozent) und Russland (4,8 Prozent).
Neben Deutschland verzeichnen unter anderem auch die USA, China, Vietnam, Japan und Südkorea ein Minus. Wachsen konnte der Bierabsatz dagegen in Mexiko, Brasilien, Indien und auf dem afrikanischen Kontinent, dort vor allem in Südafrika. Weltweit sehen die Spezialisten für das laufende Jahr keine Trendwende.
Überschuss bei Hopfen – trotz weniger Anbauflächen
Genau wie der Bierausstoß ging auch die Hopfenernte 2025 global zurück. Sie sank um 3,8 Prozent oder rund 109.000 Tonnen (109.188t). Die Hopfenanbauflächen verringerten sich um 5,5 Prozent – dennoch überstieg die Hopfenproduktion aber den Bedarf, der um knapp drei Prozent sank.
Größtes Hopfenanbauland blieb laut Bericht wieder Deutschland – vor den USA – mit knapp 19.000 Hektar Anbaufläche. Das sind 6,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Und auch 2026 verringern sich die Hopfenanbauflächen nach Angaben des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer um sechs Prozent (1.101 Hektar). Dadurch soll die Überproduktion eingedämmt werden.
Aber: "Die Flächen wurden zwar erneut reduziert, der Markt ist damit aber noch nicht im Gleichgewicht“, so Heinrich Meier, der Verfasser des BarthHaas-Berichts. "Die Produktion überstieg auch 2025 den Bedarf." Weltweit werden die Anbauflächen 2026 um rund 1.300 Hektar verkleinert. Dennoch bleibe die Überversorgung bestehen, schätzen die Experten.
Ausschlaggebend für den geringeren Hopfenbedarf seien neben dem geringeren Bierausstoß auch ein reduzierte Hopfengabe im Brauprozess sowie Veränderungen in der Bierstilstruktur, wie es heißt. "Ein anhaltendes Überangebot trifft auf verändertes Konsumverhalten und steigenden wirtschaftlichen Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Entscheidend wird sein, wie anpassungsfähig die Branche vom Hopfenanbau bis zur Brauwirtschaft bleibt", so Thomas Raiser, Geschäftsführer von BarthHaas.
Hopfenpflanzen
Trockenheit, Klimawandel und Bewässerung – neue Sorten
Anpassungsfähigkeit wird von der Branche auch in puncto Klimawandel verlangt: Anhaltende Hitze und Trockenheit machen den Hopfenanbauern im mittelfränkischen Spalt immer wieder zu schaffen. Deshalb hat zum Beispiel Landwirt Tobias Merkenschlager in die Bewässerung seiner Hopfengärten investiert. Für Brunnen, Schläuche und Wasseraufbereitung hat er 70.000 Euro investiert, für eine Fläche von sieben Hektar. "Das Geld muss man wieder zurückgewinnen", sagt er. Doch Wasser alleine hilft nicht gegen alle Probleme. Die Klimaerwärmung bringt auch neue Schädlinge mit sich. Auch hier braucht es Gegenmaßnahmen.
Die Branche setzt auf klimaresilientere Pflanzen. Die sind bereits mit guten Erfolgen gezüchtet. Doch bei den Braumeistern werden die neuen Hopfensorten bisher nicht so gut nachgefragt. Sie wollen ihrer Kundschaft lieber den gewohnten Geschmack präsentieren. Pascal Piroué vom Deutschen Hopfenwirtschaftsverband will künftig für die neuen Sorten mehr Werbung machen. "Das ist mehr eine mentale Thematik, meine Hopfenrezeptur fasse ich nicht an“, sagt Piroué. "Aber die Wahrheit holt alle ein und man muss sich damit beschäftigen."
Weltweit stehen der Hopfenmarkt und die Braubranche weiter unter Druck. Zum einen geht der weltweite Bierabsatz weiter leicht zurück.
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