Mitte Oktober haben Zollfahnder des Hauptzollamtes Ulm eine brisante Entdeckung bei der Kontrolle von vier Paketen gemacht, die jeweils 25 Kilogramm wogen. Die Pakete waren an einen 26-jährigen Mann im Landkreis Günzburg adressiert, darunter illegale Feuerwerkskörper der höchsten Kategorie F4: Kugelbomben mit einem Gewicht von ein bis zwei Kilogramm. Nach diesem Fund durchsuchten Kräfte des Zollfahndungsamtes München die Wohnung des Tatverdächtigen und fanden über 200 solcher Kugelbomben. Sie wurden von einem spezialisierten Unternehmen abtransportiert und gesichert gelagert.
Zollfahnder entdecken illegale Feuerwerkskörper
Während der Durchsuchung wurde ein weiteres Paket mit zehn jeweils ein Kilogramm schweren Kugelbomben zugestellt und ebenfalls eingezogen. Der Verdächtige hatte keine Erlaubnis, diese Feuerwerkskörper zu erwerben oder zu importieren. Er hatte sie für sich und neun weitere Personen bestellt, deren Wohnungen am 15. Dezember ebenfalls durchsucht wurden. Dabei beschlagnahmten die Beamten geringe Mengen verbotener Pyrotechnik.
Gefährliche Sprengkörper
Kugelbomben sind nicht zu unterschätzen: Sie entfalten eine gewaltige Sprengkraft und kommen bei Großfeuerwerken zum Einsatz. Ihre Handhabung erfordert Expertise, da unsachgemäßer Gebrauch zu schweren Verletzungen führen kann. Feuerwerkskörper der Kategorien F3 und F4 sind nicht für den Privatgebrauch zugelassen und dürfen nur von Fachleuten mit entsprechender Erlaubnis verwendet werden.
Ermittlungen wegen Sprengstoffgesetz-Verstößen
Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt nun gegen die Verdächtigen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Bisher gibt es keine Hinweise auf geplante Straftaten mit diesen Sprengkörpern. Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden.
Sicherheitsrisiko durch illegale Feuerwerkskörper
Kugelbomben sind hochexplosive Sprengkörper, die erhebliche Verletzungs- und Lebensgefahr bergen, einschließlich den Verlust von Gliedmaßen oder Gehör. Ihre Zündschnur ist zwar lang, brennt jedoch schnell ab, was bei Anwendung durch Laien zu unkontrollierten Explosionen führen kann. In der vergangenen Silvesternacht wurden mehrere Menschen durch Kugelbomben getötet, und in Berlin wurden zahlreiche Wohnungen durch solche Explosionen unbewohnbar.
- Zum Artikel der Augsburger Allgemeinen: Kugelbomben sichergestellt - Zoll durchsucht Wohnungen im Kreis Günzburg (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt)
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