Antisemitische Schmiererei an einem Parteibüro der Linken
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Antisemitische Schmiererei an einem Parteibüro der Linken
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Antisemitische Schmiererei an einem Parteibüro der Linken

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Antisemitismus von links: "Israel muss zerstört werden"

Antisemitismus von links: "Israel muss zerstört werden"

In Teilen der Linkspartei und ihrem Umfeld radikalisiert sich die Israel-Feindschaft. Sie reicht bis in den Bundestag. Parteimitglieder und Funktionäre geraten zunehmend in Erklärungsnot. Eine Recherche von report München.

Über dieses Thema berichtet: report München am .

Seit dem 7. Oktober 2023 – dem Hamas-Überfall auf Israel – zieht sich ein immer tieferer Riss durch die linke Szene. Es geht um ein altes Streitthema, das seit dem Angriff wieder stärker in den Fokus gerückt ist: Israel, Palästina und der Zionismus. Der Konflikt setzt sich auch in der Linkspartei fort – und wirft die Frage auf: Hat die Linke ein Antisemitismusproblem?

Im Januar 2026 demonstrieren in Leipzig Menschen für und gegen Israel - "Linke gegen Linke". Auf der einen Seite das autonom-geprägte, israelsolidarische Connewitz. Auf der anderen Seite die jüngere, pro-palästinensische Fraktion, mit angereisten Teilnehmern aus ganz Deutschland. Mit dem ARD-Politikmagazin report München will dort niemand so wirklich ins Gespräch kommen.

Linken-Fraktionschef tritt mit "Handala Leipzig" auf

Im Aufruf zur Demo wurden das linke Kulturzentrum "Conne Island" und das Abgeordnetenbüro "linxxnet" der Connewitzerin Juliane Nagel explizit als Feindbilder markiert. Dazu aufgerufen hatte unter anderem die Gruppe "Handala Leipzig", die vom sächsischen Verfassungsschutz unter anderem wegen Sympathiebekundungen gegenüber der Hamas beobachtet wird. Auf einem Video ist die Parole "From the River to the Sea, Palestine will be free" zu hören. Die Losung gilt in der Szene als Aufruf, den jüdischen Staat Israel von der Landkarte zu tilgen und einen Palästinenserstaat vom Fluss Jordan bis ans Mittelmeer zu errichten.

Auf einem Instagram-Video von Handala ist auch der Leipziger Linken-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende Sören Pellmann zu sehen. Ein Interview dazu lehnte Pellmann ab, aus Zeitgründen. Die Thüringer Linken-Abgeordnete Katharina König-Preuss hat für solche Auftritte kein Verständnis. Ihrer eigenen Partei, der Linken, attestiert sie "ein großes Antisemitismusproblem", das sich nach dem 7. Oktober 2023 verstärkt habe.

Katharina König-Preuss: Linken-Parteimitglieder stellen Schutzraum Israel infrage

Die Parteiführung weist das zurück. Bundesgeschäftsführer Janis Ehling betont: "Wir sind eine antifaschistische Partei. Der Kampf gegen Antisemitismus gehört für uns zur DNA." Auf dem Bundesparteitag im Juni fand die Linkspartei nach viel Diskussion einen Kompromiss: Sie bekannte sich zum Existenzrecht Israels und stellte sich gegen Antisemitismus.

König-Preuss hält dagegen: Schon dass eine Partei sich zum Existenzrecht Israels bekennen müsse, zeige, dass "gar nicht so wenige" in den eigenen Reihen diesen Schutzraum für Jüdinnen und Juden infrage stellten.

Auch ein Beschluss der Linken in Niedersachsen vom 18. März 2026 sorgte für Aufsehen. Darin heißt es, der Landesverband lehne den "real existierenden Zionismus" ab. Mitglieder verkündeten anschließend in einem Instagram-Video, Niedersachsen sei "der erste antizionistische Landesverband". Landeschef Thorben Peters distanzierte sich von dem Video. Die Debatte habe man unterschätzt, sagt er gegenüber report München.

marx21: "Israel muss zerstört werden"

Weitere radikale Aussagen finden sich auf der Website des parteinahen Netzwerks marx21, das ebenfalls vom Verfassungsschutz beobachtet wird. marx21 ist nicht offiziell Teil der Linkspartei. Die extremistische Gruppe versucht aber, ihre radikalen ideologischen Positionen in der Partei durchzusetzen.

Auf der Website heißt es unter anderem: "Der Zionismus ist eine rassistische Ideologie." Mehr noch: Der israelische Staat müsse "im Zuge eines [...] revolutionären Aufstandes in der gesamten Region zerstört werden".

Mitarbeiter des Bundestages verantwortlich für marx21-Inhalte

Für den Inhalt der Seite verantwortlich ist Daniel Kipka-Anton. Er ist Mitarbeiter im Büro des Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak aus Neukölln. Beide lassen Anfragen von report München unbeantwortet. Auf dem Jahreskongress von marx21 traten 2025 unter anderem Parteichefin Ines Schwerdtner und Bundesgeschäftsführer Janis Ehling auf, hielten dort Vorträge.

Mit den Zitaten konfrontiert, erklärte Ehling zunächst, die Aussagen seien "bescheuert", aber kein Antisemitismus. Auf Nachfrage zu der Forderung nach der Zerstörung des israelischen Staates sagte er schließlich: "Das ist antisemitisch." Das Zitat habe er zuvor nicht gekannt.

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