In Deutschland entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über Asylanträge.
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Sinkende Zahl von Asylanträgen: In Europa setzt sich der Trend fort.
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Asylanträge in Europa um fast ein Viertel gesunken

Asylanträge in Europa um fast ein Viertel gesunken

Die Zahl der Asylanträge in Europa ist in den ersten neun Monaten 2026 um 24,3 Prozent gesunken. Deutschland liegt unter den Zielländern auf Platz drei. Auch hierzulande setzt sich der langfristige Abwärtstrend fort.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

In Europa geht die Zahl der Asylanträge weiter zurück. In der Europäischen Union sowie in Norwegen und der Schweiz wurden in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt 452.969 Schutzanträge registriert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 598.575 Anträgen entspricht das einem Rückgang um 24,3 Prozent.

Deutschland dieses Jahr nur noch an dritter Stelle der Zielländer

Grundlage sind bislang unveröffentlichte Zahlen der Asylagentur der Europäischen Union (EUAA) (externer Link), die der "Welt am Sonntag" vorliegen. Nach Angaben der Zeitung stehen sie in einem neuen, als vertraulich gekennzeichneten Dokument der EU-Kommission zur Migrationslage in Europa vom 1. Oktober 2026.

Deutschland steht in diesem Jahr als Zielland bei den Asylanträgen nur noch an dritter Stelle. Laut EU-Bericht wurden hierzulande seit Januar 70.257 Schutzanträge gestellt. Die meisten Anträge verzeichnet Frankreich mit 98.822, gefolgt von Italien mit 78.496. Am Ende der Rangliste stehen Malta mit 294, die Slowakei mit 131 und Ungarn mit 83 Anträgen.

Mehr Erstanträge im September in Deutschland

In Deutschland stellten im September mehr Menschen erstmals einen Asylantrag als im Vormonat. Der langfristige Rückgang der Zahl der Asylsuchenden setzt sich dennoch fort. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums teilte auf Anfrage der Deutschen Presseagentur mit, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im vergangenen Monat 5.276 Asylerstanträge entgegennahm. Das waren 40 Prozent weniger als im September des vergangenen Jahres und 70 Prozent weniger als im September 2024.

"Der deutliche Rückgang der Asylzahlen zeigt: Unsere Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene wirken", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Die Europäische Union führe ihren Kurs "zur Wendung des Asylsystems" fort. Dazu zähle ein Krisenreaktionsmechanismus zum Schutz der EU-Außengrenzen vor "gesteuerten Massenanstürmen". Dieser umfasse eine "schnelle Eingreiftruppe" der EU-Grenzschutzagentur Frontex sowie Schnellverfahren an den Grenzen.

Migrationsforscher: Rückgang der Asylanträge liegt auch an veränderter Situation in Herkunftsländern

Migrationsforscher Franck Düvell vom IMIS der Universität Osnabrück sieht einen Grund für den Rückgang von Asylanträgen auch in den sich verändernden Umständen in den Herkunftsländern der Antragsteller. Seit Assads Sturz seien die Erstanträge von Menschen aus Syrien um knapp 70 Prozent gesunken, bei Menschen aus der Türkei um knapp 60 Prozent nach einem Anstieg infolge der Präsidentschaftswahlen. Aus Afghanistan würden wegen einer verbesserten Sicherheitslage weniger Menschen fliehen.

Die Mehrzahl der Antragsteller in Deutschland kam in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres aus Afghanistan (23 Prozent), Syrien (12 Prozent) und der Türkei (10 Prozent). Mit Blick auf die EU plus Norwegen und der Schweiz kamen die meisten Antragsteller aus Afghanistan (52.361), Venezuela (37.294) und Bangladesch (26.497). 6.420 Russen stellten ebenfalls einen Asylantrag.

Mit Informationen von dpa und KNA.

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