Spanien, Frankreich, Italien, Portugal: zahlreiche europäische Länder kämpfen gegen Waldbrände. Auch in Bayern mussten Einsatzkräfte zuletzt zu Bränden in den Chiemgauer Alpen ausrücken.
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Die Themen Hitze und Extremwetter dominieren seit Wochen die Schlagzeilen und Nachrichtensendungen. Aber: bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern ist laut einer Studie der Initiative "Klima vor Acht" die Klimaberichterstattung gesunken. Die Sendeminuten mit Klimabezug lagen demnach bei unter einem Prozent – und haben sich damit in den letzten drei Jahren mehr als halbiert. Die Studie hat ausschließlich das Programm von Das Erste und ZDF untersucht. Einblicke in die Klimaberichterstattung von Printmedien oder privaten Sendern bietet sie nicht.
"Man muss es so benennen, wie es ist"
Für den Meteorologen und ZDF-Wettermoderator Özden Terli ist die Sache eindeutig. Wetter und Klima ließen sich nicht voneinander trennen. "Die Extremwetterereignisse sind so krass, egal wo man hinfährt, ob man im Urlaub in Frankreich ist, da brennt alles ab, die Temperaturen sind so hoch wie nie zuvor. (…) Man muss es so benennen, wie es ist." Terli verwende daher bewusst Begriffe wie "globale Erhitzung" statt "Klimawandel" bei seiner Wettermoderation.
Die Psychologin Lea Dohm sieht darin einen wichtigen Schritt. Sie ist bei der Initiative "Psychologists for Future" aktiv und hat gemeinsam mit anderen Psychologinnen und Psychologen einen Leitfaden entwickelt, wie Medien über die Klimakrise kommunizieren sollten. Neben einer konstruktiven Berichterstattung mit konkreten Handlungsanweisungen sei es wichtig, dass Medien bei Extremwetterberichterstattung die Klimakrise mitnennen – "einfach, damit Menschen diesen Zusammenhang erkennen", so Dohm im Gespräch mit dem Podcast BR24 Medien.
Klimakrise: "Kein klassisches Nachrichtenthema"
Claudia Reiser ist Klimajournalistin beim MDR. Sie betont im Gespräch mit BR24 Medien, dass die Klimaberichterstattung immer gewissen Schwankungen unterlegen sei. Die Klimakrise falle nicht unter die klassischen Nachrichtenfaktoren, seit Jahren wisse man davon, an der Grundaussage habe sich wenig geändert. Zudem verdrängen immer wieder neue Krisen die Klimaberichterstattung in den Hintergrund.
Die ARD versuche, dem mit einer ARD-weiten Klimaredaktion entgegenzuwirken – dem ARD-Klimakompetenzcenter . Das bündelt die Berichterstattung rund ums Klima innerhalb der gesamten ARD und stellt anderen Redaktionen Fachwissen zur Verfügung. Der Ansatz der Klimaredaktion sei, die Klimakrise auch implizit mitzuerzählen. "Ein Beitrag über die Energiewende ist natürlich auch immer ein Beitrag übers Klima, nur dass es nicht unbedingt direkt so benannt wird", so Reiser. Diese Beiträge fielen bei der Erhebung von der Initiative "Klima vor Acht" jedoch raus, da sie das Wort "Klima" nicht beinhalten.
Viele Wege, um übers Klima zu kommunizieren
Zudem versuche die ARD-Klimaredaktion, mit verschiedenen Formaten unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, zum Beispiel mit Virtual-Reality-Spielen für Schülerinnen und Schüler, die sich mit der Klimakrise auseinandersetzen.
Ein wichtiger Ansatz, findet die Psychologin Lea Dohm. Es gebe keine allgemeingültige Lösung, nur mit zielgruppengerechter Ansprache könne die breite Bevölkerung abgeholt werden. "Ich würde mir auch wünschen, dass wir da weniger über so ein Richtig und Falsch in die Diskussion gehen, sondern eher anerkennen, dass es ganz viele unterschiedliche Wege gibt, übers Klima zu kommunizieren", so Dohm. Wichtig sei es auch da, konkrete Handlungsempfehlungen für die einzelnen Zielgruppen aufzuzeigen. Ansonsten laufe die Berichterstattung Gefahr, Frust und Resignation auszulösen.
Klimaberichterstattung muss redaktionsübergreifend passieren
Die Berichterstattung gehe an vielen Stellen in die richtige Richtung. Das sehen sowohl die Psychologin Dohm als auch die Klimajournalistin Reiser und der Wettermoderator Özden Terli so. Allerdings müsse Klimaberichterstattung an vielen Stellen noch kreativer werden, so Terli. Und vor allem in verschiedenen Redaktionen stattfinden, fordert Dohm. Bei der Corona-Krise habe das auch schon mal funktioniert. "Da wurde praktisch die Krise in die einzelnen Redaktionen integriert und auf so eine Art und Weise brauchen wir es jetzt auch in der Klimaberichterstattung", so Lea Dohm.
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