Auf den griechischen Ägäis-Inseln sind die Einsatzkräfte unermüdlich am Löschen – unter extremen Bedingungen. Auch im Süden und Westen der Türkei facht der Wind immer wieder neue Brände an. In Frankreich und Spanien dagegen entspannt sich die Lage.
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Evakuierungsaufruf in Athener Vorort
Nach dem Ausbruch eines Waldbrandes westlich der griechischen Hauptstadt Athen haben die Behörden einen Evakuierungsaufruf für einen Teil des Vorortes Chaidari ausgegeben. Die Zivilschutzbehörde forderte die Menschen über einen Warnhinweis auf Mobiltelefonen dazu auf, sich in Sicherheit zu begeben. Der Vorort ist etwa elf Kilometer vom Zentrum Athens entfernt.
Auch anderenorts in Griechenland loderten Feuer, darunter auf der Halbinsel Peloponnes und auf den Ägäisinseln Paros, Kalymnos und Andros. In vielen Landesteilen wurde das Waldbrandrisiko am Freitag als "sehr hoch" eingestuft.
Besonders kritisch ist die Lage rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Dort breiten sich die Flammen nach Behördenangaben auf einer kilometerlangen Front aus. Örtlichen Medien zufolge mussten im Gebiet Agios Vasilios und Porto Germeno Hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht werden, nachdem sie von den Flammen eingeschlossen worden waren.
Extreme Windverhältnisse auf den Ägäis-Inseln
Auch auf der Insel Kreta fachen orkanartige Winde mit einer Geschwindigkeit von bis zu 115 Stundenkilometern die Feuer immer wieder an. Einsatzkräfte kämpften in Kreta gegen eine 15 Kilometer lange Feuerfront.
Nahe der Ortschaft Preveli brach ein weiterer Brand aus. Wegen der dichten Rauchschwaden musste die Küstenwache rund 50 Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit bringen. Die Feuerwehr kämpft bereits den zweiten Tag in Folge gegen die Flammen – viele Einsatzkräfte sind laut Behörden völlig erschöpft. Auch Löschflugzeuge und Hubschrauber können wegen der extremen Windverhältnisse nur eingeschränkt eingesetzt werden.
Experten sprechen von einem außergewöhnlichen Wetterphänomen mit orkanartigen Böen. Bereits am Mittwoch kamen bei den Bränden drei Feuerwehrleute ums Leben, vier weitere wurden verletzt.
Sturm in Antalya erschwert Löscharbeiten in der Türkei
In der Türkei hat sich die Lage nach Angaben der Behörden deutlich verbessert. Am Donnerstagabend erklärte Forstminister Ibrahim Yumakli, Rettungskräfte hätten seit Mittwoch landesweit 169 Brände bekämpft, "von denen 163 vollständig unter Kontrolle gebracht wurden". Am Freitag waren den Angaben zufolge fünf weitere Brände unter Kontrolle. Das einzige noch nicht unter Kontrolle gebrachte Feuer befand sich demnach in Cine, etwa hundert Kilometer von dem beliebten Urlaubsort Bodrum entfernt im Landesinneren.
Umweltminister Murat Kurum erklärte, bei den jüngsten Bränden seien 65 Gebäude "schwer beschädigt oder zerstört" worden, fast alle davon in den südlichen Regionen Antalya und Mugla. Medienberichten zufolge hat der Brand in Mugla 5.000 Hektar Waldfläche zerstört.
Im Audio: Löscharbeiten gegen schwere Waldbrände halten an
Freiwillige bei Löscharbeiten im südwesttürkischen Fethiye
Entspannung in Frankreich und Spanien
In Frankreich und Spanien standen die Zeichen derweil weiter auf Entspannung: Nach den heftigen Bränden rund um Bordeaux im Südwesten Frankreichs konnte mehr als die Hälfte der rund 224.000 zuvor in Sicherheit gebrachten Einwohner zurückkehren.
Der Großbrand sei zwar "innerhalb seines Umfangs eingedämmt", es gebe jedoch weiterhin "hartnäckige aktive Brandherde", hieß es von der Präfektur der Gironde. Die Feuerwehr werde "Einsätze zur Rodung des Waldunterholzes und zur Bekämpfung der Brandränder vornehmen".
Feuer auch in Portugal
Im Norden Portugals waren währenddessen weiterhin hunderte Einsatzkräfte im Einsatz, um ein seit Dienstag loderndes Feuer einzudämmen. "Wir hatten eine anstrengende Nacht", sagte der regionale Leiter des Zivilschutzes, Albano Teixeira, CNN Portugal. Fast 800 Feuerwehrleute wurden zu dem Großbrand in Valpacos entsandt, bei dem mindestens fünf Menschen leicht verletzt wurden.
Hilfe aus der Ukraine und aus Deutschland
Die Ukraine teilte mit, sie habe ein Team aus 70 Rettungskräften und 15 Spezialfahrzeugen nach Frankreich entsandt. Aufgrund ihrer Erfahrung mit den Folgen russischer Drohnen- und Raketenangriffe seien die Einsatzkräfte bestens gerüstet, um "unter extrem schwierigen Bedingungen zu arbeiten", erklärte das ukrainische Innenministerium.
Deutschland unterstützt Frankreich und Spanien im Kampf gegen die Brände über den EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM), wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitag mitteilte. Demnach wurde eine speziell ausgebildete Einheit aus 56 Menschen mit 21 Fahrzeugen aus Nordrhein-Westfalen in die Provinz Zamora im Nordwesten Spaniens entsandt. 40 Soldatinnen und Soldaten, zwei CH53-Hubschrauber für mögliche Löschmaßnahmen sowie ein begleitendes A400M-Transportflugzeug hätten in der Gironde die Löscharbeiten unterstützt.
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