In der Corona-Pandemie war sie eingeführt und Ende 2023 zur dauerhaften Regelung geworden: die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung. Die CSU will, dass damit wieder Schluss ist. In einem Entwurf für die Klausurtagung der Landesgruppe am Dreikönigstag in Kloster Seeon, aus dem die "Augsburger Allgemeine" (externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) zitiert, wird die Abschaffung der Regelung gefordert.
Wirtschaft zunehmend belastet
In dem Papier heißt es, seit der Einführung der telefonischen Krankschreibung seien die Fehltage um 40 Prozent gestiegen. "Diesen Zustand, der unsere Wirtschaft zunehmend belastet, wollen wir beenden". CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann sagte dazu, Deutschland müsse Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und dürfe nicht weiter zurückfallen. Er fordert: "Wer krank ist, soll sich künftig wieder in der Arztpraxis vorstellen müssen, um einen Krankenschein zu bekommen."
Der Krankenstand in Deutschland ist im internationalen Vergleich hoch. Wie eine Untersuchung der Industrieländerorganisation OECD für das Jahr 2022 ergeben hat, fehlten Beschäftigte hierzulande im Schnitt an 25 Tagen krankheitsbedingt. Unter den verglichenen Staaten war das der höchste Wert.
Experten sehen anderen Grund für Anstieg der Krankmeldungen
Die telefonische Krankschreibung ist nach Ansicht von Experten, etwa Vertretern von Krankenkassen, aber nicht der Grund für den sprunghaften Anstieg der Krankmeldungen. Sie sehen den Auslöser vielmehr in einer Vorgabe, die seit 2022 für Ärztinnen und Ärzte gilt. Sie sind seitdem verpflichtet, ausgestellte Krankmeldungen der jeweiligen Krankenversicherung zu melden. Besonders kürzere Erkrankungen seien vorher oft nicht bei den Kassen eingereicht worden, so die Vermutung.
Mit Informationen von Reuters
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