Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist verantwortlich für die Durchführung von Asylverfahren und den Flüchtlingsschutz.
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Schild: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist verantwortlich für die Durchführung von Asylverfahren und den Flüchtlingsschutz.
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Deutlich mehr freiwillige Ausreisen als Abschiebungen

Deutlich mehr freiwillige Ausreisen als Abschiebungen

Viele ausreisepflichtige Ausländer verlassen Deutschland freiwillig. Im ersten Halbjahr waren es knapp 18.000. Damit gibt es mehr freiwillige Ausreisen als Abschiebungen. Wie viele Ausreisepflichtige die Finanzhilfe vom Bund in Anspruch nehmen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Die Zahl der freiwilligen Ausreisen von abgelehnten Asylsuchenden und Migranten aus Deutschland ist gestiegen. Insgesamt verließen im ersten Halbjahr dieses Jahres 17.892 ausreisepflichtige Menschen das Land freiwillig, wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion mitteilte. Das waren 599 mehr als im Vorjahreszeitraum. Rund die Hälfte der freiwillig Ausgereisten, 9.276 Menschen, erhielt demnach Finanzhilfen über das Rückkehrförderprogramm von Bund und Ländern. Im Vorjahresvergleich waren es 7.344.

Mit dem sogenannten Reag-Garp-Programm (externer Link) fördert der Bund die freiwillige Rückkehr von Geflüchteten in ihre Herkunftsländer oder in Drittstaaten. Das Bundesamt übernimmt etwa Flugkosten für die Ausreise und zahlt eine "Starthilfe" von 1.000 Euro pro erwachsener Person sowie 500 für Kinder und Jugendliche. Als Näherungswert für die sogenannte "freiwillige Ausreise" ohne Finanzhilfen wird von der Bundesregierung die Zahl der Personen herangezogen, die bei der Ausreise von der Bundespolizei mit einer Grenzübertrittsbescheinigung erfasst wurden.

Schon 2025 hatte es bei der geförderten freiwilligen Rückkehr von ausreisepflichtigen Ausländern nach Angaben der Bundesregierung einen deutlichen Anstieg gegeben: Im gesamten Jahr 2025 unterstützten die Behörden 16.578 Menschen bei der gefördertem Rückkehr in ihr Herkunftsland oder einen aufnahmebereiten Drittstaat. 2024 waren es 10.358 Menschen.

Zahl der Abschiebungen gesunken

Im gleichen Zeitraum ging die Zahl der Abschiebungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück: Bis zum Stichtag 30. Juni wurden laut Bundesregierung 9.663 Menschen aus Deutschland abgeschoben, darunter 1.346 Minderjährige und 16 unbegleitete Minderjährige. Die größte Gruppe der Abgeschobenen stammte den Zahlen zufolge aus der Türkei, gefolgt von Georgien und Algerien. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2025 wurden im Vergleich dazu 11.807 Menschen abgeschoben, was einen Rückgang von rund 18 Prozent bedeutet.

Der Rückgang hat demnach verschiedene Gründe: Einer ist sicher, dass seit Anfang 2025 deutlich weniger Menschen in Deutschland Asyl beantragen. Für die Abschiebungen sind in erster Linie die Ausländerbehörden der Länder zuständig. Die Bundespolizei unterstützt sie dabei.

Abschiebungen scheitern, wenn der Pilot "Nein" sagt

Häufig scheitern geplante Abschiebungen, weil jemand nicht gefunden wird. Auch rechtliche Gründe oder gesundheitliche Probleme können dazu führen. Bei den 734 Abschiebungen, die im ersten Halbjahr dieses Jahres nach der Übernahme durch die Bundespolizei scheiterten, waren Widerstandshandlungen in 130 Fällen der Grund. In 56 Fällen gab es medizinische Bedenken, wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht. Zugenommen hat den Angaben zufolge die Zahl der Piloten, die sich weigern, Ausreisepflichtige in der von ihnen gesteuerten Linienmaschinen zu befördern. Im ersten Halbjahr 2026 kam dies in 280 Fällen vor. Im Gesamtjahr 2025 hatte es 514 solche Fälle gegeben.

Linke für "humanitäre Bleiberechtsregeln"

"Auch wenn die absolute Zahl leicht abgenommen hat: Abschiebungen werden immer rigider durchgesetzt", kommentiert die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara Bünger. Sie fordert "humanitäre Bleiberechtsregeln statt Abschiebungen um jeden Preis". Erschreckend findet die Abgeordnete, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres 84 Menschen in die Russische Föderation abgeschoben wurden, nach 126 Abschiebungen dorthin im Gesamtjahr 2025.

Laut Bundesregierung lebten zur Jahresmitte knapp 259.000 Ausreisepflichtige in Deutschland, 77 Prozent von ihnen besaßen eine Duldung. Eine Duldung gibt es, wenn die Abschiebung vorübergehend unmöglich ist, etwa weil ein Reisedokument fehlt, jemand schwanger oder krank ist. 

Mit Informationen von epd und dpa

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