Einige Silbermünzen und Silberbarren liegen auf einem Stapel
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(Symbolbild) Wie wertvoll wild Silber 2026 sein? Die hohe Nachfrage nach dem Edelmetall spricht für eine rasche Preiserholung.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
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(Symbolbild) Wie wertvoll wild Silber 2026 sein? Die hohe Nachfrage nach dem Edelmetall spricht für eine rasche Preiserholung.

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Silberpreis bricht nach Rekordhoch ein: Wie geht es 2026 weiter?

Silberpreis bricht nach Rekordhoch ein: Wie geht es 2026 weiter?

Gold und Silber haben 2025 einen Höhenrausch erlebt. Doch beim Silber droht eine Knappheit, weil das Edelmetall für immer mehr wichtige Industrieprodukte gebraucht wird. Nach dem Preisrutsch könnten die Kurse 2026 wieder steigen.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Die Edel- und Industriemetalle Gold, Silber, Platin, Palladium und Kupfer haben 2025 Rekordpreise erzielt. So ging es beim Silber am 29. Dezember aufwärts bis fast 84 Dollar pro Feinunze. Doch am selben Tag ging es abwärts bis 71 Dollar, bis sich der Preis wieder einpendelte. Viele Anleger glauben, dass vor allem Silber auch 2026 seinen Reiz behalten dürfte. Die aktuelle Kursentwicklung können Anleger beispielsweise beim global agierenden Silver Institute (externer Link) verfolgen.

Kaufrausch zum Jahresende führte zu einmaligem Kursanstieg

"Ich denke, Silber sieht auf jeden Fall die 100 Dollar. Natürlich gibt es Rückschläge, das ist völlig normal. Aber die Rallye ist noch nicht vorbei", sagt Georg Hochwimmer von General Research in München, der starke Schwankungen für möglich hält. Der Rohstoffexperte räumt allerdings ein, dass selbst 50 Dollar für eine Feinunze bis Mitte 2025 noch ein sehr guter Preis gewesen wären.

Doch bis zum Jahresende gab es allein im Dezember einen Anstieg um 40 Prozent binnen vier Wochen. Das ist nicht normal und laut Hochwimmer nur möglich, weil der gesamte Markt für Silber zum Beispiel viel kleiner ist als der für Gold. So kann die Nachfrage von einigen Anlegen schnell zu starken Kursbewegungen führen.

Was passierte am Rekordtag 29. Dezember 2025?

Zu dem besagten Rekord-Montag gab es eine Meldung von Elon Musk. Der US-Multi-Unternehmer wies darauf hin, dass auch für seine Produktion, zum Beispiel beim Bau von Raketen, viel Silber benötigt wird. Der Preis legte noch einmal um 5,7 Prozent zu und überstieg damit deutlich die psychologisch wichtige Marke von 80 Dollar je Feinunze. Das sahen einige Anleger als Signal für Gewinnmitnahmen und stiegen aus dem Silbermarkt erst einmal aus.

Am Ende des Handelstags waren die Kurse unterm Strich dann zehn Prozent niedriger, was an der Börse schon als kleiner Crash gilt. Preise für Industriemetalle schwanken oft stärker als die von Aktien oder anderen Wertpapieren.

Silber: Hohe Nachfrage, geringes Angebot

Was das Silber langfristig wertvoll macht: Es wird wesentlich mehr von dem Industrie- und Edelmetall verbraucht, als in Bergwerken gefördert und weiterverarbeitet wird. In der Branche spricht man von einem strukturellen Defizit von mindestens 400 Millionen Feinunzen Silber, das auf eine zu geringe Produktion von mehreren Jahren zurückzuführen ist.

Ein deutlicher Ausbau der Förderung durch neue Silberminen ist auf die Schnelle nicht möglich und würde Jahre dauern, meint Hochwimmer. Und so lange dürfte es wegen des geringen Angebots bei einigen "Silber-Bullen" noch eine ausgeprägte Kursfantasie geben, um immer wieder in den Markt einzusteigen.

China droht mit Silber-Verknappung

Anders als Gold wird Silber nur etwa zur Hälfte als Geldanlage genutzt, der Rest wird tatsächlich verbraucht. Es handelt sich um das einzige Edelmetall, das für viele Käufer zugleich ein schlichtes Industriemetall ist, das sie durch nichts anderes ersetzen können. Man denke nur an die Rüstungsindustrie, die vielen Drohnen, die im Ukraine-Krieg verloren gehen und die weltweite Digitalisierung.

Allein 2025 soll der Mehrverbrauch das Angebot um bis zu 150 Millionen Unzen überstiegen haben. Die Reserven, die vor allem von China kontrolliert werden, gehen langsam zu Ende. Ein akuter Mangel ist in den nächsten Jahren möglich, weil China damit droht, ähnlich wie bei Seltenen Erden, das Angebot zusätzlich zu verknappen.

Wie könnte es 2026 weitergehen beim Silber?

Der Silberverbrauch steigt durch allgemeine Trends wie E-Mobilität, Künstliche Intelligenz, Photovoltaik oder einfache Konsum-Artikel wie antibakterielle Sportbekleidung. Und die Wiedergewinnung durch Recycling ist begrenzt auf einen zu geringen Anteil.

Die Rekordpreise, die bis kurz nach Weihnachten für eine Feinunze bezahlt wurden, dürften demzufolge nicht die letzten gewesen sein. So gab es nach dem Kursrutsch vom Montag gleich eine Preiserholung um rund vier Prozent am Folgetag.

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