24.01.2026, USA, Minneapolis: Bundesbeamte der Einwanderungsbehörde setzen nach einem Schussvorfall Pfefferspray gegen Beobachter ein
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Erneut Schüsse von Bundesbeamten in Minnesota
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Erneut Schüsse von Bundesbeamten in Minnesota

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Erneut tödliche Schüsse bei ICE-Einsatz in Minneapolis

Erneut tödliche Schüsse bei ICE-Einsatz in Minneapolis

Knapp drei Wochen nach tödlichen Schüssen eines Beamten der Einwanderungsbehörde auf eine Frau in Minneapolis haben US-Bundespolizisten am Samstag nun einen Mann erschossen. Minnesotas Gouverneur Tim Walz reagiert mit einer deutlichen Forderung.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Im Norden der USA, in Minneapolis, ist am Samstag ein Mann erschossen worden. Erst zweieinhalb Wochen vorher hatten Beamte der Einwanderungsbehörde ICE eine Frau durch Schüsse getötet. Der demokratische Gouverneur des Bundesstaats Minnesota, Tim Walz, schrieb auf der Plattform X über den erneuten Schussvorfall: "Minnesota hat die Nase voll. Das ist widerlich." Es handele sich um einen 37-jährigen weißen Bürger von Minneapolis, der vermutlich US-Bürger sei, ergänzte der Polizeichef.

Gouverneur Tim Walz spricht deutliche Forderung aus

Gouverneur Tim Walz schreibt weiter, er habe mit dem Weißen Haus gesprochen. Und: "Minnesota hat es satt. Das ist abscheulich". Er fordert von US-Präsident Donald Trump, der die ICE-Beamten gerade verschärft gegen Einwanderer vorgehen lässt, den Einsatz zu beenden. Walz schrieb: "Zieht die Tausenden gewalttätigen, ungeübten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt."

Auch der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, rief Trump auf, den Abschiebe-Einsatz zu beenden. Es müsse "Frieden" geschaffen werden.

US-Präsident Trump attackiert Bürgermeister und Gouverneur

US-Präsident Donald Trump hat den Bürgermeister und den Gouverneur des Bundesstaats Minnesota attackiert. Er schrieb auf seiner Plattform Truth Social: "Der Bürgermeister und der Gouverneur stacheln mit ihrer selbstgefälligen, gefährlichen und arroganten Rhetorik einen Aufstand an!". Und mit Blick auf die US-Einwanderungsbehörde ICE schrieb er in Großbuchstaben: "LASST UNSERE ICE PATRIOTEN IHREN JOB TUN!"

Heimatschutzministerium rechtfertigt die erneuten Schüsse

Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums haben Bundesbeamte eine Operation gegen einen wegen Körperverletzung gesuchten illegalen Einwanderer durchgeführt, als eine Person sich mit einer Halbautomatikpistole näherte, teilte das Ministerium auf X mit. Dazu teilte es ein Foto der mutmaßlichen Waffe. Demnach gab ein Beamter des Grenzschutzes "Abwehrschüsse" auf einen bewaffneten Mann ab. Dieser habe sich den Polizisten zuvor mit einer Pistole genähert. Als die Beamten den Mann hätten entwaffnen wollen, habe dieser sich "gewaltsam widersetzt". Dann habe ein Beamter die tödlichen Schüsse abgegeben. Auf X teilte das Ministerium mit, die Person sei am Einsatzort für tot erklärt worden. Laut dem Polizeichef von Minneapolis war der Mann berechtigt, eine Waffe zu tragen.

Der Vorfall ist auch auf einem Video zu sehen, das im Internet zirkuliert und dessen Echtheit von den Behörden bestätigt wurde. Darauf ist zu sehen, wie mehrere Beamte einen Mann niederringen und auf ihn einschlagen. Dann gibt mindestens ein Polizist mehrere Schüsse ab.

Am Ort des Vorfalls in Minneapolis versammelten sich binnen kurzer Zeit mindestens 300 Demonstranten, wie die "New York Times" unter Berufung auf Augenzeugen berichtete. Die Beamten hätten auch Tränengas und Pfefferspray eingesetzt.

Anfang Januar war in Minneapolis bereits eine Frau erschossen worden

Am 7. Januar hatte ein Beamter der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis eine 37-Jährige in ihrem Auto erschossen. Der Fall hatte großes Entsetzen und Proteste ausgelöst. Die Regierung bezeichnete das Vorgehen als Notwehr, Demokraten und Demonstranten sprachen von übermäßiger Gewalt und mangelnder Transparenz bei der Aufarbeitung.

Zuletzt sorgte dann die Festnahme eines fünfjährigen Jungen durch ICE-Beamte für Empörung. So demonstrierten am Freitag tausende Menschen in Minneapolis, Restaurants und Geschäfte blieben geschlossen.

Die ICE-Einsätze sind Teil der verschärften Abschiebepolitik in der zweiten Amtszeit von US-Präsident Trump. Seit Beginn der verstärkten Einsätze in Minnesota sind nach Angaben der US-Regierung rund 3.000 Menschen festgenommen worden. Mehrere Klagen lokaler Behörden gegen das Vorgehen der Bundesbehörden sind derzeit bei Gerichten anhängig.

NBA zieht Konsequenzen aus Schüssen

Die NBA hat als Reaktion auf die Schüsse das Spiel der Minnesota Timberwolves gegen die Golden State Warriors verlegt. Wie die nordamerikanische Basketball-Profiliga wenige Stunden vor dem geplanten Anpfiff mitteilte, soll die Begegnung nun am Sonntag stattfinden. Die Timberwolves tragen ihre Heimspiele im Target Center in Minneapolis aus.

Im Video: Tausende Menschen demonstrierten in Minneapolis gegen ICE-Vorgehen

Tausende Menschen gingen gegen ICE-Vorgehen auf die Straßen
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Mehrere Tausend Menschen haben in Minneapolis gegen das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE im Bundesstaat Minnesota protestiert.

Mit Informationen von dpa, AP und AFP

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