Papst Leo XIV. verliest seine Botschaft während der Heiligabendmesse im Petersdom im Vatikan.
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In Rom hat Papst Leo seine erste Christmette zelebriert. In seiner Predigt hat er politische Akzente gesetzt.
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Gregorio Borgia
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In Rom hat Papst Leo seine erste Christmette zelebriert. In seiner Predigt hat er politische Akzente gesetzt.

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Erste Christmette mit Papst Leo: Appell zu mehr Menschlichkeit

Erste Christmette mit Papst Leo: Appell zu mehr Menschlichkeit

In Rom hat Papst Leo XIV. am Abend zum ersten Mal als Pontifex die Christmette geleitet – und sie für einen Friedensappell genutzt: Er bat zu Weihnachten um einen weltweiten Stillstand der Gewalt. Vorher sorgte Leo noch für eine Überraschung.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Tausende Katholiken haben am Abend die berühmte Christmette im Petersdom in Rom gefeiert. Der traditionelle Weihnachtsgottesdienst war gleichzeitig eine Premiere: Zum ersten Mal hat das neue Kirchenoberhaupt Leo XIV. die Messe geleitet. Mit Spannung war erwartet worden, welche eigenen Akzente er setzen würde. In seiner Predigt schlug Leo dann mitunter sehr politische Töne an.

Leo ruft zu Frieden, Hoffnung und Wahrung der Menschenwürde auf

Der Papst stellte vor allem den Frieden und die Menschenwürde in den Mittelpunkt. An Weihnachten sei Gott als wehrloses Kind in die Welt gekommen, um die Menschen zu erlösen. "Das göttliche Licht, das von diesem Kind ausstrahlt, hilft uns, in jedem beginnenden Leben den Menschen zu sehen", so der Pontifex an Heiligabend vor rund 6.000 Menschen im voll besetzten Petersdom.

"Den einen nicht aufzunehmen bedeutet, den anderen nicht aufzunehmen. Wo hingegen Platz für den Menschen ist, ist auch Platz für Gott", sagte Leo unter Verweis auf Worte des vor zwei Jahren verstorbenen Kirchenoberhaupts Benedikt XVI. Weihnachten sei ein Fest der Hoffnung, das "uns zu Boten des Friedens" mache. Das Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken erinnerte zudem daran, dass die Würde des Menschen unendlich sei, auch wenn eine fehlgeleitete Wirtschaft dazu verleite, ihn wie Ware zu behandeln.

Auch der Krieg in der Ukraine ist Thema

In seiner Ansprache erinnerte der Papst auch an seinen im April gestorbenen Vorgänger Papst Franziskus, der zu Weihnachten 2024, gesundheitlich bereits angeschlagen, das Heilige Jahr eröffnet und dabei zu Hoffnung aufgerufen hatte. "Nun, da das Jubiläum seinem Abschluss entgegengeht, ist Weihnachten für uns eine Zeit der Dankbarkeit und der Sendung. Dankbarkeit für die empfangene Gabe; Sendung, um sie der Welt zu bezeugen", erklärte er. Das Heilige Jahr endet am 6. Januar.

Papst Leo – der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri – rief zu Weihnachten auch zu einer eintägigen Waffenruhe für alle Konflikte weltweit auf und mahnte zum Frieden. Speziell bezog er sich auf den Krieg in der Ukraine. Zu den Dingen, die ihn traurig stimmten, gehöre, dass Russland einen Weihnachtswaffenstillstand abgelehnt habe. Zur Lage im Nahen Osten sagte er, es sei zu hoffen, dass das Friedensabkommen zwischen Israelis und Palästinensern Fortschritte mache. 

Trotz strömenden Regens Besucher auf dem Petersplatz begrüßt

Vor dem Gotteshaus auf dem Petersplatz verfolgten Tausende bei strömendem Regen die nach draußen übertragene Messe. Der Papst hatte bei ihnen zu Beginn der Christmette noch für eine kleine Überraschung gesorgt. Er begrüßte die Gläubigen in verschiedenen Sprachen: "Danke, dass Ihr trotz des Regens gekommen seid."

"Der Petersdom ist sehr groß, aber leider nicht groß genug, um Sie alle aufzunehmen", wandte er sich dann auf Englisch an die Besucher. Ich bewundere und respektiere Sie und danke Ihnen für Ihren Mut und Ihren Wunsch, heute Abend hier zu sein", sagte Leo am Abend, bevor er feierlich in den Petersdom einzog

Papst spricht traditionellen Segen

Die Christmette zelebriert die Geburt von Jesus Christus und ist einer der wichtigsten Tage im Kalender der katholischen Kirche. Weihnachten 2025 markiert auch das Ende des Heiligen Jahres, das in diesem Jahr Millionen Pilger nach Rom geführt hat.

Heute folgt die Weihnachtsmesse, um 12.00 Uhr verkündet der Papst dann von der Loggia des Petersdoms aus seine Weihnachtsbotschaft und spendet den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis). Dazu werden Zehntausende Menschen erwartet. Am zweiten Weihnachtstag spricht Leo XIV. dann das Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Mit Informationen von dpa, AFP und KNA

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