Zeltlager im Gazastreifen (2.1.26)
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Gaza: Israel kündigt 37 Hilfsorganisationen die Lizenz

Gaza: Israel kündigt 37 Hilfsorganisationen die Lizenz

Seit dem Waffenstillstand für Gaza, dem Israel am 10. Oktober vergangenen Jahres zugestimmt hat, gibt es wieder mehr Nahrungsmittellieferungen für die notleidende Bevölkerung. Doch bis zum 1. März verlieren 37 Hilfsorganisationen ihre Lizenz.

Über dieses Thema berichtet: BR24 im Radio am .

Israel hat ungeachtet von Protesten Dutzenden internationaler Hilfsorganisationen die Lizenzen entzogen. Für die Arbeit ab 1. Januar 2026 hatten die israelischen Behörden eine Registrierung gefordert, die viele Organisationen als gesetzeswidrig ablehnen. Sie müssen ihre Aktivitäten nach Angaben des Außenministeriums bis März endgültig einstellen. Das betrifft auch Tätigkeiten im vom Krieg zwischen Israel und der Hamas weitgehend zerstörten Gazastreifen. Betroffen sind 37 Organisationen, unter anderem "Ärzte ohne Grenzen" und "Oxfam". 

Gegendarstellung von Ärzte ohne Grenzen

Das israelische Außenministerium hatte erklärt, die Registrierung diene dazu, "die Beteiligung terroristischer Elemente zu verhindern und die Integrität der humanitären Arbeit zu schützen". 

Claire San Filippo, Nothilfekoordinatorin bei "Ärzte ohne Grenzen" weist in einer Stellungnahme den Vorwurf terroristischer Aktivität zurück: "Wir würden niemals wissentlich Personen beschäftigen, die an militärischen Aktivitäten beteiligt sind." Wenn von Israel ohne stichhaltige Beweise öffentlich das Gegenteil behauptet werde, gefährde das die "humanitären Helfer und lebensrettende Arbeit".

Kritik kommt auch von der EU: Die zuständige Kommissarin Hadja Lahbib warf Israel vor, lebensrettende Hilfe zu blockieren. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk mahnte, das sei "der jüngste Fall einer Reihe von unrechtmäßigen Beschränkungen des humanitären Zugangs". Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, dagegen vorzugehen und Druck auf Israel auszuüben.

Vorwurf terroristischer Aktivität

Israels Botschafterin in Belgien, Idit Rosenzweig-Abu, rechtfertigte das Vorgehen in einem Post auf der Plattform X. Mehr als hundert Organisationen hätten vorschriftsgemäß einen Antrag auf Registrierung gestellt, davon seien nur neun abgelehnt worden, schrieb sie.

Die 37 betroffenen Organisationen hätten das Verfahren nicht abgeschlossen, da sie sich weigerten, eine Liste ihrer Ortskräfte vorzulegen. Israel wirft Ärzte ohne Grenzen vor, mindestens ein Mitarbeiter sei in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen.

Mit Informationen von dpa und AFP

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