Heeresinspekteur Christian Freuding bei seiner Ankunft auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Heeresinspekteur Christian Freuding bei seiner Ankunft auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Bild
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz blickt Heeresinspekteur Christian Freuding im BR24-Exklusivinterview auf die Zukunft des Heeres.
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Schlagwörter
Bildrechte: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann / SVEN SIMON
Videobeitrag

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz blickt Heeresinspekteur Christian Freuding im BR24-Exklusivinterview auf die Zukunft des Heeres.

Videobeitrag
>

Heeresinspekteur Freuding: "Wir haben einen 1956er-Moment"

Heeresinspekteur Freuding: "Wir haben einen 1956er-Moment"

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz blickt Heeresinspekteur Christian Freuding im BR24-Exklusivinterview auf die Zukunft des Heeres. In Litauen will er weiter auf Freiwillige setzen, zu Hause die Reserve stärken.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Wie ist der Stand der Bundeswehr? Wie muss sie sich in der aktuellen weltpolitischen Lage verändern? Die aktuelle Situation der Bundeswehr vergleicht Generalleutnant Christian Freuding im BR24-Interview mit der in ihren Gründungsjahren: "Wir haben einen 1956er-Moment", sagte der Generalleutnant. "Wir müssen unsere Streitkräfte völlig neu ausrichten." Er bezog sich damit auf die Jahre des Aufbaus, die von zahlreichen Herausforderungen begleitet waren.

Heute, so Freuding, seien die Rahmenbedingungen aber um ein Vielfaches besser. Die deutsche Wirtschaft sei stark, Deutschland sei international ein "hoch geachteter Partner". Insofern könnte man optimistisch sein, dass das Ziel, verteidigungsbereite Streitkräfte aufzubauen, erreichbar sei. Das Heer ist die größte Teilstreitkraft der Bundeswehr. Ihm gehören über 60.000 Soldatinnen und Soldaten an, an deren Spitze der gebürtige Oberpfälzer Christian Freuding als Inspekteur des deutschen Heeres steht.

Litauen: Freiwilligkeit bleibt "leitendes Prinzip"

Eines der zentralen Projekte des Heeres ist derzeit der Aufbau einer dauerhaft in Litauen stationierten Brigade mit etwa 5.000 Angehörigen. Der Großverband soll bis Ende 2027 einsatzbereit sein. Freuding will dabei weiter auf Freiwilligkeit setzen. Jüngst hatte der Spiegel aus internen Unterlagen (externer Link; möglicherweise Bezahl-Inhalt) der Bundeswehr zitiert, wonach sich bislang allerdings eine zu geringe Zahl an Soldatinnen und Soldaten für neu aufzustellende Einheiten innerhalb der Brigade gemeldet hat.

Genannt wurde eine Zahl von etwa 200 Männern und Frauen. Freuding will vor diesem Hintergrund intern weiter für den Dienst in Litauen werben. Dazu beitragen sollen Übungen und Ausbildungen in Litauen. Er sei sicher, dass sich das Ziel erreichen lasse, sagte der Inspekteur.

Zu Hause Reserve stärken: "Sehr große Aufgabe"

Zentral für die Zukunft des Heeres sei auch eine Aufwertung der Reserve. Darunter sind sowohl ehemalige Soldatinnen und Soldaten als auch Einheiten, in denen diese dienen, zu verstehen. "Wir brauchen die Reserve", sagte Freuding. Er sprach die benötigten rund 200.000 Reservisten an. Für eine künftige Heeresstruktur könne er sich vorstellen, dass jeder Verband mindestens eine Reserveeinheit habe, die auch materiell ausgestattet sei. Freuding räumte ein, dass das eine sehr "große Aufgabe" sei.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!