Symbolbild Fremdenhass. Ein Graffiti "No Asyl" steht am 19.04.2016 auf einem Verteilerkasten in Freital (Sachsen).
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Immer mehr Geflüchtete sorgen sich wegen Fremdenhass
Bildrechte: picture alliance / dpa | Arno Burgi
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Immer mehr Geflüchtete sorgen sich wegen Fremdenhass

Immer mehr Geflüchtete sorgen sich wegen Fremdenhass

Gut jeder zweite Geflüchtete macht sich Sorgen wegen Fremdenhass. Zudem fühlen sich nach einer Studie immer weniger Geflüchtete willkommen. DIW-Experten sehen einen Zusammenhang zwischen der Debatte um restriktive migrationspolitische Maßnahmen.

Über dieses Thema berichtet: Bayern 2 Die Welt am Morgen am .

Zehn Jahre nach der Ankunft zahlreicher Geflüchteter in Deutschland wächst deren Sorge über fremdenfeindliche Einstellungen. 2023 äußerten mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) einige oder große Sorgen vor Fremdenfeindlichkeit, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ergab. 2019 war es noch rund jede dritte Person.

Immer mehr Geflüchtete fühlen sich nicht mehr willkommen

Auch wie willkommen sich Geflüchtete in Deutschland fühlen, ist der Studie zufolge seit 2018 stetig zurückgegangen und lag 2023 nur noch bei 65 Prozent. 2018 hatte dieser Wert noch 80 Prozent betragen. Die Untersuchung zeigt auch, dass rund 88 Prozent der Geflüchteten, die sich diskriminiert fühlen, ihre ethnische Herkunft, Sprache oder Namen als Grund angeben. Besonders häufig erleben sie Benachteiligung bei der Wohnungssuche (32 Prozent), bei der Arbeitsplatzsuche (18 Prozent) und am Arbeitsplatz selbst (14 Prozent).

Auffällig sind regionale Unterschiede: Geflüchtete Frauen und Männer, die in Ostdeutschland erwerbstätig sind, berichten der Studie zufolge häufiger von Diskriminierung als Geflüchtete, die in Westdeutschland arbeiten. Insbesondere geflüchtete Männer, die im Osten leben, erlebten zudem häufiger Diskriminierung sowohl bei der Arbeits- als auch bei der Wohnungssuche. Die Autoren der Studie betonen die Notwendigkeit transparenter Bewerbungs- und Vergabeprozesse auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, um Diskriminierung zu reduzieren und Chancengleichheit zu verbessern.

Viele Geflüchtete wollen in Deutschland bleiben

Die zwischen 2013 und 2019 zugewanderten Geflüchteten zeigen gleichwohl einen starken Willen, in Deutschland zu bleiben: Der DIW-Studie zufolge planen 98 Prozent, sich einbürgern zu lassen, haben dies bereits beantragt oder sind schon eingebürgert. Die Einbürgerungszahlen steigen demnach kontinuierlich an. Der Anteil der eingebürgerten Geflüchteten aus dieser Gruppe wuchs von 2,1 Prozent im Jahr 2021 auf 7,5 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig stieg der Anteil derjenigen mit einem gestellten Einbürgerungsantrag von 7,3 Prozent auf 25,7 Prozent.

Die Autorinnen und Autoren sehen einen Zusammenhang zwischen der öffentlichen Debatte um restriktive migrationspolitische Maßnahmen – etwa zur Erleichterung von Rückführungen – und dem gesunkenen Willkommensgefühl. "Zudem zeigte sich 2023 wie heute ein hohes Niveau gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und eine verstärkte Sichtbarkeit migrationskritischer Positionen im politischen Diskurs", heißt es in der Analyse.

Aussagen von Flüchtlingen aus der Ukraine und der Türkei wurden bei der Analyse nach Angaben des DIW nicht berücksichtigt. Im Rahmen der Studie wurden zwischen 2017 und 2023 jährlich Menschen befragt, die von 2013 bis einschließlich September 2022 in Deutschland einen Antrag auf Asyl oder vorübergehenden Schutz gestellt haben, unabhängig davon, ob ihr Antrag erfolgreich war.

Mit Informationen von dpa und epd

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