SCREENSHOT - 10.01.2026, Iran, Teheran: In diesem Bild aus einem Video, das die Nachrichtenagentur AP außerhalb des Irans erhalten hat, hält ein maskierter Demonstrant ein Bild des iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi während einer Demonstration in Teheran. Foto: Uncredited/UGC via AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
SCREENSHOT - 10.01.2026, Iran, Teheran: In diesem Bild aus einem Video, das die Nachrichtenagentur AP außerhalb des Irans erhalten hat, hält ein maskierter Demonstrant ein Bild des iranischen Kronprinzen Reza Pahlavi während einer Demonstration in Teheran. Foto: Uncredited/UGC via AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
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Massenproteste im Iran gehen trotz Internetblockade weiter

Massenproteste im Iran gehen trotz Internetblockade weiter

Ungeachtet harter Repressionen und Internetsperre halten die Proteste im Iran an. In Teheran und anderen Städten fordern Menschen einen Machtwechsel, während das Regime mit Todesdrohungen reagiert und internationale Warnungen lauter werden.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Die Massenproteste im Iran sind trotz einer von den Behörden verhängten Internetsperre weitergegangen. In der iranischen Hauptstadt Teheran demonstrierte am Freitagabend wieder eine große Menschenmenge, wie von der Nachrichtenagentur AFP verifizierte Videos zeigten.

Iranisches Regime droht mit Todesstrafe

Bei dem Protest in Teheran schlugen die Demonstrierenden im Teheraner Stadtteil Sadatabad auf Töpfe und riefen Sprechchöre wie "Tod Chamenei". Im Iran wird die Forderung nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts des Landes mit der Todesstrafe geahndet.

So drohte das iranische Regime den Demonstranten. Jeder, der an den Demonstrationen teilnehme, könne als "Feind Gottes" angesehen werden, sagte Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi Asad im Staatsfernsehen. Im Iran können "Feinde Gottes" mit dem Tode bestraft werden. Auch jene, die Unruhestiftern Hilfe leisten, könnten unter diesem Tatvorwurf angeklagt werden, hieß es in der Erklärung.

So laufen die Massenproteste im Iran

Die Wahrung der Sicherheit sei eine "rote Linie", erklärten die iranischen Revolutionsgarden am Samstag im Staatsfernsehen. Es sei nicht akzeptabel, dass die gegenwärtige Lage anhalte, so die Revolutionsgarden, die Ajatollah Ali Chamenei unterstehen.

Andere Bilder, die über persischsprachige Exilsender und in Onlinenetzwerken verbreitet wurden, zeigten Proteste in anderen iranischen Städten, darunter Maschhad im Osten des Landes, Täbris im Norden und Kom südlich von Teheran. Bilder aus der westiranischen Stadt Hamedan zeigten einen Mann, der zwischen Feuern und tanzenden Menschen eine Flagge aus der Zeit des Schahs mit einem Löwen und einer Sonne hält.

Die Proteste im Iran hatten sich am Zorn über die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage entzündet. Nach Angaben der Organisation Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Norwegen wurden in den knapp zwei Wochen seit Beginn der Proteste mehr als 50 Demonstrierende getötet, darunter neun Minderjährige, und hunderte weitere verletzt. Aktivisten berichten sogar schon von mehreren Hundert Todesopfern.

Arzt: Teheraner Krankenhaus im Krisenmodus

Die britische BBC berichtete unter Berufung auf einen Arzt aus dem Iran, der sich am Freitagabend über das Satelliten-Internet Starlink in Verbindung gesetzt habe, dass sich das Farabi-Krankenhaus im Krisenmodus befinde. Notfalldienste seien überlastet. Nicht dringende Aufnahmen und Operationen seien ausgesetzt worden.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron reagierten mit einer gemeinsamen Erklärung. Darin verurteilten sie die Tötung von Demonstrierenden und forderten die iranischen Behörden zum Gewaltverzicht auf.

In der Nacht zum Freitag hatte es im Iran die größten Demonstrationen seit Beginn der Protestwelle vor fast zwei Wochen gegeben. In mehreren Städten richteten Demonstrierende wütende Slogans gegen die religiöse und politische Führung des Landes. Landesweit wurde daraufhin von den Behörden das Internet abgeschaltet. Die Internetsperre dauerte am Samstag weiter an. 

US-Präsident Trump: Dann werden wir auch schießen

US-Präsident Donald Trump drohte wegen der Proteste erneut mit einem Militäreinsatz. "Der Iran steckt in großen Schwierigkeiten", sagte Trump. Noch vor wenigen Wochen habe niemand so große Proteste in iranischen Städten für möglich gehalten. Seine Botschaft an die Führung in Teheran laute daher: "Fangt besser nicht an zu schießen, denn dann werden wir auch anfangen zu schießen."

Im Juni hatten die USA bereits während des zwölftägigen israelisch-iranischen Kriegs Atomanlagen im Iran angegriffen. Am Sonntag hatte Trump der Führung in Teheran dann wegen des gewaltsamen Vorgehens gegen die Proteste erneut gedroht: Der Iran werde "sehr hart getroffen" werden, wenn weitere Demonstranten getötet würden, sagte er.

US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete das iranische Volk am Samstag im Onlinedienst X als "mutig" und sagte ihm die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu.

Kronprinz Reza Pahlavi, Sohn des 1979 im Zuge der islamischen Revolution gestürzten Schahs, lobte die Beteiligung an den Protesten als "großartig" und rief dazu auf, die Stadtzentren im Land zu besetzen. Pahlavi ist Teil der iranischen Exilopposition und verfügt über eine große Reichweite: Auf der Onlineplattform Instagram hat er 9,1 Millionen Follower. Er lebt in den USA.

Mit Informationen von AFP, Reuters und dpa.

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