Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Tragödie geendet. Bei einem Brand in einer Bar sind nach Polizeiangaben mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 weitere seien zum Großteil schwer verletzt worden und in Krankenhäuser über die ganze Schweiz verteilt. Mindestens eine verletzte Person soll nach Deutschland in eine Spezialklinik ausgeflogen werden.
Die genaue Anzahl an Toten und Verletzten ist bisher noch unklar. Da es sich um einen bei Touristen beliebten Skiort handelt, wird davon ausgegangen, dass unter den Opfern auch Ausländer sind. Wie schwer die Verletzungen der Betroffenen sind, ist nicht bekannt. Die Ermittler gehen von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
Feuer und Verpuffung in der Bar "Le Constellation"
In der Bar waren zum Zeitpunkt des Vorfalls mehr als 100 Menschen. Auf von Schweizer Medien verbreiteten Bildern waren ein brennendes Gebäude und Rettungskräfte zu sehen. Das Feuer wurde bisherigen Erkenntnissen zufolge nicht durch eine Sprengsatz-Explosion verursacht.
Einem Polizeisprecher zufolge ereignete sich auch eine Explosion gegen 1.30 Uhr in der bei Touristen beliebten Bar "Le Constellation", wo die Gäste den Beginn des neuen Jahres feierten. Der Brand habe eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Was den Brand verursacht hat, ist unklar. Ob bauliche, sicherheitstechnische oder organisatorische Mängel in der Bar eine Rolle gespielt haben, ist ebenfalls offen.
Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Hubschrauber
Vor Ort waren Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzwagen und Hubschraubern. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Die Intensivstation des Spitals Wallis ist den Angaben zufolge voll, Patienten wurden daher in andere Krankenhäuser verlegt. Zur Versorgung der Verletzten wurden den Behörden zufolge zehn Hubschrauber und 40 Krankenwagen mobilisiert.
Augenzeugen in Genf berichteten, dass dort am Universitätsspital alle paar Minuten Rettungshubschrauber landeten. Der Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt. Die Schweizer Behörden bekommen Unterstützung vom Zivilschutz des Aostatals – einer italienischen Region an der Grenze zur Schweiz.
Nach Polizeiangaben war der Rettungs- und Löscheinsatz am Vormittag noch im Gange. Der Unglücksort ist vollständig abgeriegelt. Über Crans-Montana wurde zudem eine Flugverbotszone verhängt.
Bei Touristen beliebter Ferienort
Der Ferienort Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.
Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf circa 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und hunderte Ferienwohnungen. Bei etwa einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde knapp 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.
Zum Audio: Dutzende Tote nach Feuer in Skiort Crans-Montana
Nach einer Explosion in einer Bar im Luxus-Skiort Crans-Montana sind mehrere Menschen ums Leben gekommen
Mit Informationen von dpa, AFP und Reuters
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

