Die Flaggen der G7-Staaten wehen am Tagungsort des Gipfels in Évian.
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Die Flaggen der G7-Staaten wehen am Tagungsort des Gipfels in Évian.
Bildrechte: picture alliance/KEYSTONE | JEAN-CHRISTOPHE BOTT
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Noch nie dagewesener Appell der G7-Bischöfe an Staatschefs

Noch nie dagewesener Appell der G7-Bischöfe an Staatschefs

Es ist ein einmaliger Vorgang: Vor dem G7-Gipfel in Frankreich appellieren die katholischen Bischöfe der sieben Industriestaaten an ihre Staats- und Regierungschefs, für Frieden, Diplomatie und Zusammenarbeit einzutreten.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Die katholischen Bischofskonferenzen der G7-Staaten haben sich erstmals mit einer gemeinsamen Erklärung an ihre Staats- und Regierungschefs gewandt. Vor dem G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains rufen sie dazu auf, Brücken zu bauen "für Frieden, Gerechtigkeit und die Menschenwürde". Dauerhafter Frieden könne "nicht allein durch die Logik der Machtpolitik, Wettrüsten oder Kräftemessen garantiert werden", so die Bischöfe.

Die Erklärung wurde von den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und den USA unterzeichnet, unterstützt von der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE). Die Regierungen der G7-Staaten trügen eine besondere Verantwortung für das weltweite Gemeinwohl, die internationale Stabilität und die Zukunft junger Menschen, heißt es in dem Text.

Bischöfe fordern Stärkung des Völkerrechts

Zu den zentralen Forderungen der Bischöfe gehört die Stärkung des Multilateralismus und des Völkerrechts. Zudem verlangen sie eine faire Politik gegenüber den Ländern des Globalen Südens. Kritisch sehen sie Kürzungen bei der Entwicklungshilfe und fordern mehr Einsatz gegen Armut und Hunger.

Weitere Anliegen sind internationale Regeln für Künstliche Intelligenz, insbesondere zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Außerdem sprechen sich die Bischöfe für entschiedene Maßnahmen zum Schutz der Schöpfung, die Aufnahme von Flüchtlingen sowie den Kampf gegen Menschenhandel und Korruption aus.

Die Würde jedes Menschen müsse die Grundlage politischen und wirtschaftlichen Handelns bleiben, betonen die Kirchenvertreter.

Kirche bietet sich als Vermittlerin an

Zugleich bieten die katholischen Bischöfe ihre Unterstützung an. Durch ihre weltweite Präsenz, ihren humanitären Einsatz und ihre Fähigkeit, Brücken zwischen Völkern zu bauen, könne die Kirche einen Beitrag für Frieden und Dialog leisten.

In der Erklärung heißt es, die katholischen Kirchen der G7-Staaten wollten ihre Fähigkeit "zum Dialog, zur Vermittlung und zur Unterstützung der Schwächsten in den Dienst des Friedens und der internationalen Gemeinschaft stellen".

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, bezeichnete die gemeinsame Stellungnahme als "wichtiges Zeichen". Die Kirche wolle damit stärker gehört werden und einen Beitrag zum Erhalt der Zivilgesellschaft leisten.

Wilmer fordert "humanitäre Wende"

Die Friedensethik der Kirche könne ein Schlüssel sein, um die politisch Verantwortlichen an die Fundamente von Menschenwürde, Gerechtigkeit und Versöhnung zu erinnern, sagte Wilmer. Zugleich forderte er eine "weltweite humanitäre Wende", die den Menschen wieder in den Mittelpunkt politischen Handelns stelle.

Der G7-Gipfel findet vom 15. bis 17. Juni im französischen Évian-les-Bains statt. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Kriege in der Ukraine und im Iran, die weltwirtschaftliche Lage sowie der Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Mit Informationen von KNA und AFP

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