Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin Maria Machado
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Nun doch: Friedensnobelpreisträgerin Machado kommt nach Oslo

Nun doch: Friedensnobelpreisträgerin Machado kommt nach Oslo

"Reise in einer Situation extremer Gefahr": Friedensnobelpreisträgerin Maria Machado wird nun doch in Oslo erwartet. Zur Preisverleihung schaffte es die venezolanische Oppositionsführerin aber nicht rechtzeitig.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio Nachrichten am .

Überraschung nach Wochen der Spannung um die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado: Die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin reist nun doch nach Oslo. Das meldete das norwegische Nobelinstitut. Allerdings schaffte sie es nicht rechtzeitig zur Preisverleihung am frühen Nachmittag.

Nobelpreisträgerin kommt nach Oslo - Tochter nimmt Preis entgegen

Machado lebt in Venezuela im Untergrund. Die 58-Jährige wird in ihrem Heimatland durch die Regierung von Machthaber Nicolás Maduro politisch verfolgt. Das autoritäre Regime hat ihr immer wieder gedroht und auch offiziell verboten, aus Venezuela auszureisen. Medienberichten zufolge soll Machado jetzt aber mithilfe der USA aus dem Land geschmuggelt worden sein.

An der Preisverleihungszeremonie im Osloer Rathaus heute konnte Machado aber nicht teilnehmen. Stattdessen nahm ihre Tochter den Nobelpreis in Empfang. Sie las eine Dankesrede ihrer Mutter vor. Der Preis "erinnert die Welt daran, dass Demokratie für die Freiheit unerlässlich ist", hieß es in der Rede. "Was wir Venezolaner der Welt bieten können, ist die Lehre, die auf diesem langen und schwierigen Weg geformt wurde: dass wir bereit sein müssen, für die Freiheit zu kämpfen, um eine Demokratie zu haben."

Nobelkomitee: Machado nimmt extreme Gefahren auf sich

Das Nobelkomitee teilte mit, Machado solle später in Norwegen auftreten. "Wir sind äußerst froh, bestätigen zu können, dass sie in Sicherheit ist und bei uns in Oslo sein wird", sagte ein Sprecher. Er wisse aber nicht, wann die Friedensnobelpreisträgerin in der norwegischen Hauptstadt ankommen werde. Machado habe eine "Reise in einer Situation extremer Gefahr" auf sich genommen, fügte er hinzu.

Machados Sprecherin erklärte: "Wir sind optimistisch, was ihre Anwesenheit auf der Agenda des restlichen Tages angeht." Es wäre der erste öffentliche Auftritt der Oppositionspolitikerin seit Januar.

Autoritäre Regierung in Venezuela droht Oppositionsführerin

Der venezolanische Generalstaatsanwalt Tarek William Saab hatte im November gedroht, er werde Machado im Falle ihrer Teilnahme an der Nobelpreisverleihung als "flüchtig" betrachten. Er begründete dies damit, dass gegen die Oppositionelle zahlreiche strafrechtliche Ermittlungen wegen "Verschwörung, Aufstachelung zum Hass und Terrorismus" liefen. Zudem werde gegen sie wegen ihrer Unterstützung für den Einsatz von US-Streitkräften in der Karibik ermittelt.

Machado für "Zivilcourage in Lateinamerika" geehrt

Im Oktober hatte das norwegische Nobelkomitee verkündet, dass die an einem geheimen Ort innerhalb Venezuelas lebende Machado in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Das Komitee sprach ihr den renommierten Preis "für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie" zu. Machado sei "eines der ungewöhnlichsten Beispiele für Zivilcourage in Lateinamerika in der jüngsten Zeit".

Die 58-Jährige gilt als einende Kraft der Opposition in Venezuela und entschiedene Widersacherin des seit 2013 autoritär regierenden Präsidenten Maduro. Die konservative venezolanische Opposition hatte Machado im vergangenen Jahr zu ihrer Präsidentschaftskandidatin gekürt. Sie galt als Favoritin gegen den linksnationalistischen Amtsinhaber Maduro, wurde jedoch von den venezolanischen Behörden wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten von der Wahl ausgeschlossen. Kritiker werfen Maduro systematische Wahlmanipulation vor.

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado bei einem ihrer letzten öffentlichen Auftritte Anfang Januar in Caracas.
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Friedensnobelpreisgewinnerin María Corina Machado wird bei der Verleihung fehlen. Die Venezolanerin soll aber trotz Risiken nach Oslo kommen.

Mit Informationen von dpa und AFP

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