WM-Spiel der Männer: Deutschland gegen Curaçao. 6. Spielminute: Felix Nmecha macht das 1:0. Beim Jubel zeigt er mit beiden Händen in die Menge. Dann nimmt er eine unsichtbare Krone von seinem Kopf, stellt sie auf den Rasen und zeigt zum Himmel – die Botschaft quasi: Jesus is King. Nach Abpfiff beten er, Teamkollege Jonathan Tah und Spieler von Curaçao gemeinsam am Mittelkreis.
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Diskussion um Felix Nmechas Glauben
Der katholische deutsche Sportbischof Stefan Oster bezeichnete das Gebet von Nmecha und den anderen Spielern als "bemerkenswerte und sehr schöne Geste". Der islamische Theologe Mouhanad Khorchide wünscht sich als "nächste, mutige Geste" ein interreligiöses Gebet nach dem Abpfiff.
In den Tagen nach dem Spiel wurde kontrovers über Felix Nmechas Glauben diskutiert. Denn unter anderem hatte er 2023 in sozialen Medien einen Post geliked, in dem stand: "Du kannst nicht homosexuell sein und in den Himmel kommen."
Mehrere Spieler verwenden christlichen Jubel-Code
Als National- und Bundesligaspieler nutzt Felix Nmecha auf und neben dem Platz seine Reichweite, um seinen Glauben sichtbar zu machen. Der typische Jubel des Mittelfeldspielers – ausgestreckte Zeigefinger an beiden Händen – ist Teil eines christlichen Codes. Vier unterschiedliche Gesten stehen dabei jeweils für eine Passage des Spruchs: "Jesus kam in diese Welt. Aus Liebe gab er sein Leben. Damit alle, die an ihn glauben, ewiges Leben haben." Angelehnt ist dieses Bekenntnis an den Bibelvers Joh 3,16. Nmechas Jubel steht für den Ausschnitt "Damit alle, die an ihn glauben".
Auch Chris Führich vom VfB Stuttgart oder Giovanna Hoffmann, Nationalspielerin und Neuzugang des VfL Wolfsburg, verwenden als ihren typischen Jubel einen Code dieser Jubel-Kombination. Die Aktion heißt "Jesus My Goal" und wird vom Verein "Fußball mit Vision" beworben. Unter anderem geht dieser Verein mit Fußballspielern in Schulen und Sportvereine und bringt Kinder und Jugendliche über die persönlichen Geschichten der Fußballer in Kontakt mit dem Glauben.
Religion auf dem Platz: Was ist erlaubt – und was nicht?
Die offiziellen internationalen Fußballregeln erlauben das Gebet, das Bekreuzigen oder andere religiöse Gesten auf dem Spielfeld – wenn sie das Spielgeschehen nicht verzögern. Nmechas Jubel, der Gebetskreis nach dem Spiel oder auch das Gebet von Antonio Rüdiger mit erhobenen und nach oben geöffneten Händen kurz vor seiner Einwechslung von der Seitenlinie aus sind also gestattet.
Doch es gibt auch klare Verbote: Früher zogen Spieler beim Jubel im Trikot aus und zeigten Slogans wie "Jesus liebt dich" auf dem Unterhemd. Das Ausziehen des Trikots wird mittlerweile mit einer gelben Karte sanktioniert. Auch das Hinaufziehen der Trikots, um Botschaften auf Kleidungsstücken darunter zu zeigen, ist verboten. Religiöse Tattoos hingegen sind nicht explizit untersagt. Argentiniens Lionel Messi trägt das Gesicht von Jesus auf dem Oberarm.
Bayern-Spieler Tah kündigt weitere Gebetskreise an
Am Samstagabend trifft Deutschland auf die Elfenbeinküste. Auch danach könnte es wieder zu einem Gebetskreis nach Abpfiff kommen. Bayern-Verteidiger und Nationalspieler Jonathan Tah hat angekündigt, dass diese auch bei den weiteren deutschen WM-Spielen fortgeführt würden.
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