Die USA und der Iran haben nach Angaben aus Vermittlerkreisen die Anreise von Delegationen für Gespräche über den Iran-Krieg in Islamabad bestätigt. Wie der Nachrichtenagentur AP mitgeteilt wurde, sollen US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Delegationsleiter voraussichtlich am Mittwoch in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen.
Was hat Trump jetzt vor und wie geht es im Iran-Krieg weiter? Darüber haben wir mit dem langjährigen USA-Korrespondenten Ralf Borchard aus der BR-Redaktion Ausland und politischer Hintergrund gesprochen. Das Video zum Livestream finden Sie oben eingebettet über diesem Artikel.
Eine offizielle Zusage aus dem Iran für die Verhandlungen steht aber weiterhin aus. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Dienstag, "weder eine Haupt- noch eine Nebendelegation" seien bislang ins Verhandlungsland Pakistan aufgebrochen. Regierungsvertreter hätten betont, Verhandlungen nicht unter dem Schatten von "Drohungen und Vertragsbrüchen" zu führen. Eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA hänge davon ab, ob die Amerikaner von ihren Positionen abrücken.
Trump: Waffenruhe-Verlängerung "höchst unwahrscheinlich"
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende neue Verhandlungen mit dem Iran in Islamabad angekündigt. Einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge wird US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag zu den Gesprächen nach Pakistan reisen. Ein Insider hatte zuvor Berichte dementiert, wonach sich Vance bereits am Montag auf den Weg gemacht habe.
Eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran bezeichnete Trump in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg als "höchst unwahrscheinlich". Doch selbst die Frage, wann genau diese ausläuft, war von Unklarheiten umgeben.
Bislang waren Beobachter von einem Auslaufen bei Erreichen der Zwei-Wochen-Frist in der Nacht zum Mittwoch ausgegangen, weil Trump die Feuerpause am 8. April nach Mitternacht (MESZ) verkündet hatte. In dem Interview sprach Trump nun von einem Auslaufen am Mittwochabend nach Washingtoner Ortszeit.
Zentraler Streitpunkt: US-Seeblockade
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. Trump hatte auf Truth Social mitgeteilt, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe. Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung der Seeblockade.
Vor gut einer Woche fand in Islamabad bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran statt – sie endete ohne Ergebnis.
Wadephul fordert Iran zu Gesprächen mit den USA auf
Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert den Iran auf, jetzt dringend die Verhandlungen mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt fortzusetzen. Der Krieg müsse schnell beendet werden, sagte Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg. Zudem müsse die sichere Schiffspassage durch die Straße von Hormus wieder gewährleistet sein, mahnt der Minister.
Mit Informationen von dpa und Reuters
Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.
"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!
