Ein junger Mann mit nacktem Oberkörper und roten Kampfhandschuhen steht in einem Boxkäfig.
Ein junger Mann mit nacktem Oberkörper und roten Kampfhandschuhen steht in einem Boxkäfig.
Bild
Daniel Pawlenko aus Ansbach will MMA-Profi werden.
Bildrechte: BR24
Schlagwörter
Bildrechte: BR24
Videobeitrag

Daniel Pawlenko aus Ansbach will MMA-Profi werden.

Videobeitrag
> Sport >

Blut, Schweiß und Tränen: Der harte Weg zum MMA-Profi

Blut, Schweiß und Tränen: Der harte Weg zum MMA-Profi

Daniel Pawlenko aus Ansbach hat ein großes Ziel: Er will Mixed-Martial-Arts-Profi werden. Der Kampfsport ist hart und verlangt dem jungen Mann nicht nur körperlich viel ab. Neben seinem Vollzeitjob und dem Training bleibt nur wenig Zeit für Privates.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Cage Time im Nürnberger Löwensaal: Die Kampfsport-Gala soll richtungsweisend sein für die Karriere von Daniel Pawlenko aus Ansbach. Der 23-Jährige tritt an in der Kategorie Mixed Martial Arts (MMA), Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm. An diesem Abend gibt es für ihn nur ein Ziel: Gewinnen!

"Die Branche ist ein Haifischbecken"

Ein Knockout wäre der perfekte Ausgang, sagt der aufstrebende MMA-Fighter. "Die Branche ist ein Haifischbecken", erzählt der junge Mann. Wer Profi werden will, muss bei Veranstaltungen wie dieser auf sich aufmerksam machen. Die Anspannung steht vielen ins Gesicht geschrieben. Und auch Daniel Pawlenko wirkt trotz seiner lockeren und entspannten Art, als stünde er ein wenig unter Strom. Noch sind es einige Stunden hin bis zu seinem Kampf. Doch die sollen zum Teil anders verlaufen, als er es sich vorgestellt hatte.

Vor vier Jahren mit MMA begonnen

Fünf Tage zuvor: Mit dem Kopf ist Daniel Pawlenko bereits bei seinem Kampf am Samstagabend. Doch erst einmal ist für den 23-Jährigen Arbeiten angesagt. In einer Kfz-Werkstatt, wenige Kilometer von seinem Zuhause entfernt, arbeitet er Vollzeit als Serviceleiter im Büro. Nach der Arbeit geht es nur kurz nach Hause.

Pro Woche investiert Pawlenko knapp zwölf Stunden ins Training. "Das ist schon anstrengend. Viel Zeit für etwas anderes als MMA und Arbeit bleibt kaum. Meine Freundin muss schon oft ein bisschen zurückstecken", erzählt der Fighter. Im August 2021 hat der Serviceleiter mit dem Kampfsport Mixed Martial Arts begonnen.

Zwischen Technik und mentaler Stärke

Angekommen in der Kampfsportschule in Katterbach, erwartet ihn sein Headcoach Nikolai Pourraki. Von ihm gibt es die letzten Technik-Tipps und es wird noch für wenige Minuten im Käfig gekämpft. "MMA ist sehr viel Technik, das wird oft unterschätzt. Und es gibt gewisse Regeln: Zum Beispiel keine Tritte gegen den Kopf, sobald der Gegner am Boden liegt, oder Augenstechen. Sicherheit ist hier allen Beteiligten extrem wichtig", erklärt Pourraki, mehrmaliger Karate-Weltmeister und MMA-Kämpfer. Nach knapp 1,5 Stunden ist das Training beendet.

Zu hoher Blutdruck gefährdet den Kampf

Dann ist der wichtige Abend gekommen, der über den weiteren Karriereweg des Ansbacher MMA-Fighters entscheiden soll. Eine Niederlage heute wäre ein heftiger Dämpfer für die ambitionierten Profi-Pläne des Kampfsportlers, erzählt Daniel Pawlenko, der wenige Stunden vor dem Kampf nun doch etwas angespannt wirkt.

Das zeigt sich auch beim Medizincheck: Der Blutdruck ist zu hoch: 160 zu 90. So darf der Ansbacher nicht in den Käfig steigen. Aus Unruhe wird nun Nervosität. Daniel Pawlenko ruft Coach Nikolai Pourraki an. Der gibt die Order: Ruhe! Füße hochlegen, mit niemandem reden und nach 30 Minuten nochmal zum Arzt. Der misst erneut: alles gut. Der Blutdruck hat sich normalisiert. Daniel Pawlenko darf kämpfen.

Technischer K.O. in Runde zwei

Seinen Gegner hat der Ansbacher bereits kennengelernt und ist überzeugt: Er wird ihn besiegen. "Netter Junge, aber er hat keine Chance gegen mich". Wenige Minuten später betritt er zu wummernder Musik den Käfig. Noch ein paar kurze Sätze im Austausch mit den Coaches, dann erklingt die Glocke zur ersten Runde. "Kurzen Prozess" wollte Daniel Pawlenko mit seinem Gegner machen.

Doch der hält dagegen und bringt Pawlenko mit einem gezielten Griff fast aus dem Gleichgewicht. In Runde zwei macht der Ansbacher Fighter aber ernst: Mit schnellen Schlagkombinationen drängt er seinen Kontrahenten immer weiter zurück, bis der Ringrichter den Kampf schließlich abbricht: Technischer K.O.! Daniel Pawlenko hat es geschafft und lässt sich von seinen Unterstützern feiern.

Wie es jetzt weitergeht? "Weiter kämpfen, weiter gewinnen", das sei die Devise, so der 23-Jährige. Etwa 30 Minuten nach dem Kampf ist das Adrenalin verflogen. Die ersten Schmerzen setzen ein. "Das spürt man dann schon", sagt Pawlenko, der einen kleinen Cut unter dem Auge hat, ansonsten aber unversehrt scheint.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!